Meersburg Therme badet seit Januar mit der „g1“

Neuer Betreiber der Meersburg-Therme – Ausschreibung für Überlinger Bodensee-Therme läuft

Meersburger SaunaweltMeersburg. Sieben Jahre nach Eröffnung der Thermen in Meersburg und Überlingen sind die Thermalbäder neu ausgeschrieben worden oder werden gerade ausgeschrieben. Die Meersburg-Therme hat bereits seit Januar 2011 einen neuen Betreiber. Sie geht seither mit der mit „g1“ baden. Die Ausschreibung für die Überlinger Bodensee-Therme läuft.

„g1“ hat GMF aus der Therme katapultiert

Die „g1-Bädergesellschaft“ mit Sitz Schwabach in Bayern hat die Meersburger Bade- und Saunawelt übernommen, die von Anfang an vor allem klein, fein und exklusiv sein wollte. Die GMF, die Gesellschaft für Entwicklung und Management von Freizeitsystemen, die die Therme seit ihrer Eröffnung betrieben hatte, ist raus. Betriebsleiter Bertram Dorner hat das Bad verlassen. Es war nicht der einzige Wechsel. Ein Interimsbetriebsleiter oder -angestellter sei auch schon wieder weg, heißt es aus Meersburg. Antoinius Junker, Projektleiter der bei der „g1“, möchte Betriebsinterna aber weder bestätigen noch dementieren und sich auch nicht zum Thema Betriebsleiter äußern. Er beantwortete am Telefon Fragen fast ausschließlich mit einem Wort: „Betriebsinterna“. Nicht alle in Meersburg waren vom Wechsel begeistert. Es rumpelte mächtig. Die GMF aber ist endgültig draußen. Thomas Eichhorn von der GMF sagte, die Gesellschaft mache noch die letzten Abrechnungen für 2010. Dann sei das Kapitel Meersburg für die GMF endgültig geschlossen.

Fragezeichen hinterm Thermentrio?

Unklar ist offenbar nach dem Betreiberwechsel, wie es mit dem Thermentrio am Bodensee weitergeht. Auf der Urlaubsmesse Messe CMT in Stuttgart ist das Thermentrio mit einem Gemeinschaftsstand vertreten ist. Vorbild für das Thermentrio waren nach Eröffnung der drei Thermen am Bodensee die großen, zusammenhängenden Skigebiete, die einen gemeinsamen Skipass erfunden hatten. Mit einem Ticket können Gäste an drei Tagen alle drei Thermen am Bodensee besuchen. Das Tagesticket für die Bäder in Meersburg, Überlingen und Konstanz kostet 29 Euro. Für das Ticket für die drei Saunen zahlen Gäste 49 Euro. Würden sie die Tickets einzeln kaufen, wäre der Besuch der drei Thermen teurer. Zu kaufen gibt es das Ticket des Trios in allen drei Thermen, die von unterschiedlichen Gesellschaften betrieben werden. In Konstanz sind es die Stadtwerke, in Überlingen ist es die Aquapark Management GmbH und in Meersburg ist es jetzt neu die „g1“, die die GMF abgelöst hat.

Neuer Betreiber nicht sehr auskunftsfreudig

Offenbar hat es Äußerungen und Gerüchte gegeben, dass die „g1“ angeblich kein Interesse am Thermentrio haben könnte. Antoinius Junker, bei der „g1“ für Projekte und Meersburg zuständig, sagte am Telefon zwar spontan, eine Kündigung sei nicht angedacht. Er erklärte dann aber weiter, er wolle sich nicht zum Thermentrio äußern. „Betriebsinterna“, so Junker. Der Konstanzer Bäderchef Georg Geiger und der Überlinger Thermenchef Peter Koop hatten bisher noch keinen direkten Kontakt zum neuen Betreiber. Abgerechnet haben die Partner erst einmal noch mit dem ehemaligen GMF-Betriebsleiter Bertram Dorner. Alles, was gemeinsam bestellt worden ist, sei bezahlt, so Koop.

Betreiber entscheidet über Aufenthaltsqualität

Stammgäste der Meersburg-Therme müsste all das an sich nicht interessieren. Die Becken, Wasserattraktionen und Saunen bleiben nach dem Wechsel des Betreibers dieselben – und auch die Gesichter an der Rezeption oder der Fachangestellten für Bäderbetriebe haben sich nicht verändert. Die Service- und Dienstleistungsqualität aber ist abhängig vom Betreiber. Sauberkeit, das gastronomische Angebot oder auch das Aufgussritual in den Saunen haben viel mit der Philosophie des jeweiligen Betreibers zu tun. Das zeigt auch ein Blick in die Schweiz. So krempelte zum Beispiel die Swiss SPA Management AG das aquabasilea in Pratteln bei Basel total um, nachdem sich dort gerade die GMF – allerdings nicht erst nach vielen Jahren wie Meersburg, sondern schon bald nach der Eröffnung – aus der Wasserwelt verabschiedet hatte. Statt herkömmlicher Liegestühle stellte der neue Betreiber, hinter der der Überlinger Andreas Schauer steht, bequeme Lounge-Möbel aus Polyrattan-Geflecht und schicke Strandkörbe ins Bad und erfand neue Aufgüsse. Die Aufenthaltsqualität und die Atmosphäre änderten sich auf einen Schlag und die Besucherzahlen gingen nach oben. In Meersburg dagegen standen zuletzt vor Weihnachten viele harte, eher unbequeme Plastikliegen im Saunagarten am Ufer des Bodensees. Jetzt ist die „g1“ am Zug. Egal ob in der Schweiz oder am Bodensee: Sollte der neue Betreiber eines Bades oder einer Therme ein „Billigheimer“ sein, gingen die Anlagen mit ihm baden.

Archivfoto: wak

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