Mehr Sexgewerbe entlang der innerstädtischen Grenze in Kreuzlingen

Anwohner der Konstanzer Nachbarstadt wehren sich mit offenem Brief

Konstanz/Kreuzlingen (gro) Vor gut 25 Jahren hat der Konstanzer Gemeinderat das Sexgewerbe durch die Ausweisung von Sperrzonen aus der Innenstadt in die nordwestlichen Randzonen der Kommune verbannt. Trotzdem breitet sich mitten in der Stadt das Sexgewerbe weiter aus – auf schweizerischer Seite, wo die Gewerbefreiheit mehr Gewicht hat als die nicht öffentliche Moral. Ein Schwerpunkt dieser Entwicklung ist die Grenzstrasse, die den Hauptzoll am Ende der Kreuzlinger Strasse mit dem Emmishofer Zoll verbindet.

Stadtverwaltung soll das Geschäft eindämmen

25 Familien und Einzelpersonen haben sich nun in einem offenen Brief an die Kreuzlinger Stadtverwaltung gegen die Ausweitung des Sexgewerbes gewandt, das mittlerweile drei Liegenschaften in der Grenzstrasse in Beschlag nimmt. Das berichtet Martina Eggenberger in der „Thurgauer Zeitung“. Anwohner der Grenzstrasse fühlten sich vom Rotlichtmilieu gestört. Das liege auch daran, dass dort in den vergangenen Jahren immer mehr Famiien mit Kindern hingezogen sind. Die Stadtverwaltung soll nun für eine Eindämmung des Geschäfts mit käuflicher Liebe sorgen.

Bordellbetrieb unter deutscher Leitung

Seit vielen Jahren gibt es in der Grenzstrasse einen Bordellbetrieb, der zumindest bis vor wenigen Jahren 2006 unter deutscher Leitung stand. Inzwischen sind weitere Liebesdienerin in der Strasse ansässig geworden. Dagegen hat der früher massierte Animierbetrieb in “dekorierten” Kneipen während der Fasnachtszeit eher abgenommen. Ärger bereitet nun vor allem das teilweise störende Auftreten von Kunden der Prostituierten während der Nachtstunden beim Verlassen der Etablissements.

Foto: Jetti Kuhlemann PIXELIO

Ein Kommentar to “Mehr Sexgewerbe entlang der innerstädtischen Grenze in Kreuzlingen”

  1. Fenedig
    2. August 2010 at 10:54 #

    Die derzeitige Situation ist u.a. dem Umstand zuzuschreiben, dass die Stadt Kreuzlingen die Entwicklung an der unteren Hauptstrasse, zur ehemals belebten Grenze Kreuzlinger-Tor hin, in den vergangenen Jahren verträumt hat und die K+K Kommunikation wohl grundsätzlich nicht sehr üppig zu sein scheint. Zu diesem Zustand hat auch die Planung der Stadt Konstanz mit der Schliessung der östlichen Kreuzlingerstrasse zum Schnetztor hin beigetragen – ob nun verkehrstechnisch sinnvoll oder nicht. So entstehen nachgelagert Räume, in die dann das kritisierte „Gewerbe“ klassischer weise stösst – mit allen Folgen, wie sie nun von „Normalbewohnern“ zur Diskussion gestellt werden. Dass die „CH-Angst“ vor dem EU-Raum nicht von Dauer sein muss, zeigt erfreulicherweise die Bauaktivität westlich davon im Umfeld der Kreuzlinger Konstanzerstrasse links und rechts ab Emmishofer Zoll, nach dem die Migros – wohl als Fehlschluss zu werten – diese Gegend aufgegeben hat und nur real mit ihrem „Denner“ operiert und eine Zeit lang noch etwas „Migros-outletet“. Weiter oben, bei der „Deutschen Tankstelle“ am Kreisel, baut optimistischer nun u.a. Aldi-Schweiz seinen zweiten Landen in Kreuzlingen.

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