Mit Google Map durch die Stadt

Goggles oder die Zukunft der Tourismus-Region Bodensee

Überlingen (wak) Dass die Überlinger Altstadt für Handynutzer mit D1-Netz praktisch eine mobilfunkfreie Zone ist, stört den Geschäftsführer der Kur und Touristik Überlingen, Thomas Götz, bisher eher nicht. Die Vorstellung, Urlauber könnten im Café sitzen und auf ihren Smartphones durchs Internet surfen oder sich, während sie an der Promenade eine Latte macchiato genießen, nebenbei Google news anschauen, ist Thomas Götz eher fremd. Auch der Gedanke, dass sich ausländische Städtetouristen mit Hilfe ihres Handys von der Städtischen Galerie Fauler Pelz zum Städtischen Museum im Palazzo lotsen lassen, ist ein Gedanke, auf den Götz nicht ohne weiteres kommt.

Pocket-Stadtführer in Zukunft ein Ladenhüter

Der Überlinger Tourismus-Chef Thomas Götz winkt vielleicht noch zu Recht ab und redet viel lieber davon, dass Handybesitzer im Urlaub ihr Mobiltelefon ganz gern auch einmal abschalten wollten und froh seien, wenn sie – so wie mit D1 – in der Überlinger Altstadt fast keinen Empfang haben. Der neue Pocket-Stadtführer der K+T für 2,50 Euro sei ein riesen Erfolg, sagt Götz noch, und wer mag kann sich in Überlingen ja auch Stöpsel in die Ohren stecken und sich so durch die Stadt führen lassen.

Google goggles erkennt Berge und andere Sehenswürdigkeiten

Doch die schöne neue Welt sieht anders aus. Noch ist Google goggles erst in der Testphase. Die Anwendung, die Gebäude und Berge erkennt, funktioniert tatsächlich auch nur auf Smartphones auf denen das Google-Handy-Betriebssystem Android läuft. Google Maps und ein paar andere nützliche Funktionen gibt es aber bereits, und wer sein iPhone dabei hat, will es schließlich auch nutzen. Wenn sich der Geschäftsführer der Kur und Touristik Überlingen, was den mutmaßlich nicht zwingend nötigen Handyempfang in der Überlinger Altstadt angeht, also bloß nicht irrt.

Abgleich mit gespeicherten Fotos in der Suchmaschine

In Zukunft geht es in etwa so: Was ist das für ein historisches Gebäude ganz in der Nähe des Münsters, vor dem eine Fahne im Wind flattert? Für die Bilderkennungsfunktion von Google wird das bald kein Problem mehr sein. Das Handy erkennt das historische Rathaus und identifiziert die Sehenswürdigkeit. Die Software vergleicht das Kamerabild mit den Fotos, die die Suchmaschine Google gespeichert hat. Ein paar Informationen zum Beispiel über den historischen Rathaussaal liefert das Handy blitzschnell, vorausgesetzt es hat Empfang und die Daten können übertragen werden. So wie Google das Internet revolutioniert hat, wird Goggles eines Tages auch private Stadtführungen in den Bodensee-Städten revolutionieren.

Google Maps Navigation gibt es schon

Ein anderes Szenario, das es schon gibt, sieht so aus: Französische oder chinesische Fahrradtouristen lassen sich von ihrem Handy mit Hilfe von Google Maps Navigation zum Ziel führen. Das Handy weiß, wo die Fahrradtouristen gerade stehen und wo sie sich suchend umschauen. Ideal für Touristen ist ein Handy mit Ortungsfunktion. Die Welt, die sie sehen, wird nebenbei zu einer riesigen Datenbank. Informationen über Orte oder Sehenswürdigkeiten lassen sich kinderleicht abrufen. Gibt es irgendwo auf dem Weg eine Buchhandlung oder einen Supermarkt? Google Map findet das Geschäft in jeder fremden Stadt, vorausgesetzt, das Handy hat Empfang.

Nicht ohne mein Handy

Ach ja, und wem es in Überlingen so richtig gefällt, der stellt vielleicht auch gleich noch ein Video auf YouTube ein oder twittert es seinen Followers. Nur jetzt bloß den Geburtstag von Tante Erna nicht vergessen. Im Google Kalender ist er gespeichert und per Mail bekommt der Handybesitzer eine Erinnerung. Dazu auch: http://www.googlewatchblog.de/2010/01/13/spiegel-titel-der-konzern,-der-mehr-ueber-sie-weiss-als-sie-selbst/.

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