‚Mitakuye Oyasin' – Indianerwoche in Konstanz

Große Indianerwoche des KiKuZ Raitberg und des Treffpunkt Petershausen – Menschenflüsterer aus Nord Dakota

Konstanz. Vor ein paar Wochen schrieb Gunter Lange vom Konstanzer Kinderkulturzentrum KiKuZ bei Facebook, er sei gerade bei den Indianern. Das klang spannend und ein bisschen nach Abenteuerurlaub in Nordamerika. Tatsächlich hat der engagierte Kinder und Jugendarbeiter aber nicht Ferien gemacht, sondern das Sommerferienprogramm des Kinderkulturzentrum KiKuZ Raitberg und des Treffpunkts Petershausen vorbereitet. Am kommenden Montag, 29. August, beginnt eine Indianerwoche, deren Motto lautet „,Mitakuye Oyasin‘ – Wir sind mit allem verbunden“ Im Mittelpunkt der Aktionen steht die Kultur der Indianer der „Northern Plains“.

Indianische Menschenflüsterer zu Gast

Als Gäste von der Fort Berthold Reservation in Nord Dakota erwarten wir Dr. Jessica White Plume (Lakota) und Marty Young Bear (Hidatsa, Arikara). Beide haben auf der Reservation die sogenannte „Great Plains Horse Society Alliance“ gegründet, welche der Wiederbelebung der Pferdekultur innerhalb der verschiedenen Stammestraditionen dient.

College-Lehrer helfen traumatisierten Kindern

Ziel der beiden College-Lehrer ist es, traumatisierten Kindern und Jugendlichen zu helfen, durch die Nähe zu Pferden einen persönlichen – auf indianischen Werten beruhenden – spirituellen Zugang zu einer ausgeglichenen und positiven Lebenshaltung zu finden. Jessica White Plume und Marty Young Bear sind beide ganz hervorragende Reiter und wirken seit vielen Jahren beim Wounded Knee Memorial Ride mit.

Vom Weltbild der Indianer

Mitakuye Oyasin‘, der Titel der Indianerwoche, ist ein Schlüsselwort der Lakota und bedeutet soviel wie: „Wir sind alle miteinander verwandt“ oder „Ich bin mit allem verbunden“. Dies verdeutlicht, dass es im Weltbild der Indianer keine Trennung zwischen Mensch und Umwelt gibt. Insofern tragen wir alle eine große Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen, Tieren und Pflanzen. Wir behandeln sie mit Respekt, da wir miteinander verwandt sind.

Persönliche Begegnungen

„Bei unserer Entdeckungsreise zu den Lakota, Mandan, Hidatsa und Arikara, den Jägern der nördlichen Prärien Nordamerikas, lernen wir zum Beispiel Šunka Waķaŋ, das Indianerpferd, White Buffalo Calf Woman, die Weiße Büffelkalbfrau, Wasná, getrocknetes Büffelfleisch und Wošapi, einen Wildbeerenpudding, kennen, schreibt Gunter Lange.

Zurück zu Stammestraditionen

Das Kikuz begrüßt seine indianischen Gäste Dr. Jessica White Plume und Marty Young Bear. Beide wohnen in der Fort Berthold Reservation in Nord Dakota und arbeiten am College. Jessica und Marty haben die „Great Plains Horse Society Alliance“ gegründet, die der Wiederbelebung der Pferdekultur innerhalb der verschiedenen Stammestraditionen dient.

Heilende Wirkung von Pferden

Gunter Lange erzählt: „Ziel ihrer Arbeit ist es, traumatisierten Kindern und Jugendlichen zu helfen, durch die Nähe zu Pferden einen persönlichen – auf indianischen Werten beruhenden – spirituellen Zugang zu einer ausgeglichenen und positiven Lebenshaltung zu finden.“ Jessica und Marty respektieren das Pferd als „heiligen Verwandten“, denn „das Pferd ist viel besser als wir Menschen in der Lage, negative und positive Energien auszugleichen und hilft uns so, unsere eigenen Lebensenergien wieder zu beleben“, sagt Jessica. „Wir bedanken uns bei dem Pferd, denn es ermöglicht gerade Kindern, traumatische Erlebnisse wie Missbrauch oder andere Verletzungen zu überwinden, so dass sie wieder Lebensfreude empfinden können. Bei uns ist das Pferd der Lehrer“. Jessica und Marty sehen sich also nicht als „Pferdeflüsterer“ obwohl sie beide ganz hervorragende Reiter sind und zum Beispiel seit vielen Jahren beim Wounded Knee Memorial Ride mitwirken. Sie sehen die Pferde eher als „Menschenflüsterer“, die gerade junge Menschen lehren, die eigene Kultur wieder zu beleben, die ihnen oft fremd ist.

Wiederfindung ihrer eigenen Identität

„Die Lakota, Mandan, Hidatsa und Arikara gelten als hervorragende Reiter und Pfeil- und – Bogenschützen. Beides ist in ihrer Tradition tief verankert. Die Arbeit und das Zusammenleben mit den Pferden, sowie das Aufleben alter traditioneller Werte sollen den jungen Indianern zur Wiederfindung ihrer eigenen Identität verhelfen“, so Gunter Lange.

Kinder sind „Wakan Yeja”

Kinder haben bei den indianischen Völkern der Prärien eine ganz besondere Bedeutung. Das Wort für „Kind” in der Lakotasprache ist „Wakan Yeja”, was mit „heiliges Wesen” übersetzt werden kann. Die Lakota glauben, dass ein „Waķaŋ Yeja” ein Geschenk von „Waķaŋ Ťanka”, dem Schöpfer ist. Wenn das Kind durch Geburt in diese Welt kommt, trägt es spirituelle Eigenschaften in sich, die genährt werden müssen, damit das Wohlergehen des Kindes gesichert ist.

Das Programm

Betreuung „Indianerwoche“

Von Montag, 29.8. bis Freitag, 2.9. bieten KiKuZ Raitberg und des Treffpunkt Petershausen jeweils ab 8.00 Uhr ein Betreuungsangebot für Kinder an. Bitte beachten: am Mo, 29.8. und Dienstag, 30.8. wird dieses im KiKuZ Raiteberg stattfinden, an den darauffolgenden Tagen im Treffpunkt Petershausen. Vor dem Start der Aktionen, die um 9.15 Uhr und um 10.00 Uhr beginnen, können die Kinder spielen, malen oder basteln.

Damit die Organisatoren das Zusatzangebot planen können, bedarf es einer Anmeldung. Die Kosten der Frühbetreuung betragen 2 € pro Tag und Kind.

Montag, 29.8.

Ort: KiKuZ Raiteberg

8.00 – 10.00 Uhr

Betreuungsangebot für TeilnehmerInnen an der Indianerwoche

Kosten: 2 €

Anmeldung erforderlich

Termin:

Montag, 29.8.

10.00 – 13.00 Uhr

Ort: KiKuZ-Kino

„Drachenhöhle“

Kosten: Kinder 1,50 €

Erwachsene: 2,50 €

Keine Anmeldung erforderlich

Tatanka Iyotake – Sitting Bull und seine Erben

Einführung in die Lebensweise der Völker der nördlichen Prärien – früher und heute. Wie sie leben, wohnen und denken. Anhand von Fotos, Filmausschnitten und kleinen handwerklichen Arbeiten lernt ihr die Welt der sogenannten „Plains Indians“ kennen.

Anschließend:

Windwalker

Spielfilm USA 1980

Regie: Kieth Merril

DarstellerInnen: Trevor Howard, Nick Ramus, Seren Hedin u. a.

Länge 107 Min, ab 6 Jahren (KiKuZ-Empfehlung ab 8 Jahren)

Auszeichnungen: American Indian Film Festival San Francisco, Internationale Kinderfilmfestivals in Los Angeles und Frankfurt

Eltern sind willkomen!

Im strengen Winter, des Jahres 1790, als das Volk der Cheyenne nach Süden wandert, erzählt ein alter Indianer auf dem Sterbebett seinen Enkelsöhnen die Geschichte seines Lebens. Er erinnert sich u.a. an die Hochzeit mit seiner schönen Frau Tashina und an den feindlichen Krähen-Indianer, der einen seiner Zwillingssöhne bei einem Kampf raubte. Vergeblich hatte er sein ganzes Leben nach ihm gesucht.

Nach seinem Tod begräbt die Familie den alten Indianer traditionsgemäß auf einem Totengerüst. Doch der alte Kämpfer wird von seinem Schöper, dem „Großen Geist“, noch einmal zum Leben erweckt, da noch wichtige, unerledigte Aufgaben auf ihn warten. Er macht sich auf den Weg zurück zu seiner Familie, muss gegen Wölfe und einen Grizzly-Bären kämpfen, als plötzlich sein großes weißes Kriegspferd erscheint…

Ein spannender Film für Jung und Alt, aus der Sicht der Indianer. Gedreht wurde an Originalschauplätzen in den „High Uinta“ Bergen von Utah, USA und fast ausschließlich mit indianischen DarstellerInnen.

Termin:

Dienstag, 30.8.

8.00 – 10.00 Uhr

Ort: KiKuZ Raiteberg

Kosten: 2 €

Anmeldung erforderlich

Betreuungsangebot für TeilnehmerInnen an der Indianerwoche

Termin:

Dienstag, 30.8.

10.00 – 13.00 Uhr

Ort: KiKuZ Raiteberg

Kosten: 4 €

Ab 8 Jahren

Anmeldung erforderlich

Catch Your Dreams – Herstellung von Traumfängern

Der Traumfänger (Dreamcatcher) verdankt seine Herkunft den indianischen Völkern, die in den nordöstlichen Regionen Nordamerikas leben. Er wurde und wird auch heute noch von Müttern, Großmüttern, Tanten und Großtanten für Kinder kunstvoll hergestellt und über ihren Schlafstellen aufgehängt. Der Traumfänger fängt sowohl die guten als auch die schlechten Träume ein. Diese werden in seinem Netz gefangen gehalten. In der Morgendämmerung finden die guten Träume, durch die Mitte des Netzes, entlang der Federn, zum Schlafenden zurück. Gleichzeitig lösen sich die schlechten Träume auf.

Termin:

Dienstag, 30.8.

Ort: KiKuZ Raiteberg

10.00 bis 13.00 Uhr

Alter: ab 9 Jahren

Kosten: 4 €

Anmeldung: erforderlich

Archery – Mit Pfeil und Bogen

Die Geschichte der Bogenjagd ist unheimlich spannend. Allgemein weiß man, dass viele Indianerstämme mit Bögen unterwegs waren. Es gibt sogar noch heute einige wenige Naturvölker, die mit dem Bogen jagen.

Die Bogenjagd ist ein wesentlicher Bestandteil des Weltkulturerbes und gehört zu den ursprünglichsten Jagdformen. Sie hat Menschen über Jahrtausende ernährt.

Marty Young Bear und Claudia Kienzler erklären euch, wie mit Pfeil und Bogen umgegangen wird. Anschließend könnt ihr euch als SchützInnen erproben. Geschossen wird auf eine große Zielscheibe. Ihr benötigt Kraft, Ausdauer und Konzentration. Traut ihr euch?

Termin:

Dienstag, 30.8.

Ort: KiKuZ Raiteberg

18.00 bis 22.00 Uhr

Alter: ab 8 Jahren

Kosten: 3 €

Anmeldung: erforderlich

Veranstalter KiKuZ Raiteberg in Kooperation mit der Stadtbücherei

Indianergeschichten

Für alle Lesebegeisterten, Leseratten und Bücherwürmer veranstalten wir gemeinsam mit der Stadtbücherei den 11. Lesemarathon.

Heute Abend lesen wir spannende Geschichten aus der Welt der Indianer. Ihr könnt entweder selbst vorlesen oder euch gemütlich zurücklehnen und Euch vorlesen lassen.

In den Pausen gibt es eine kleine Stärkung, damit ihr für die nächste Runde wieder fit seid. Zum Abschluss essen wir noch gemeinsam eine leckere Suppe!

Termin:

Mittwoch, 31.8.

8.00 – 9.15 Uhr

Ort: Treffpunkt Petershausen

Kosten: 2 €

Anmeldung erforderlich

Betreuungsangebot für TeilnehmerInnen an der Indianerwoche

Termin:

Mittwoch, 31.8.

Ort: Treffpunkt Petershausen

9.15 – 13.00 Uhr

Kosten: 2,50 €

Buskärtchen mitbringen!

Anmeldung erforderlich

Šunka Waķaŋ – das Indianerpferd

Indianisches Reiten ist kein Reitstil, den man in Reitstunden einfach erlernen kann, wie z. B. die klassische Reitweise oder Westernreiten. Das Indianische Reiten ist eine Lebenseinstellung, die dazu führen soll, den Respekt gegenüber unserer Erde und der Schöpfung wieder zu entdecken. „Der Mensch hat verlernt, mit dem Herzen zu denken, denn er denkt nur mit dem Kopf,“ sagen die Indianer.

Mit viel Respekt lernen wir das Pferd als Partner und Freund kennen und erfahren von Jessica White Plume und Marty Young Bear was Vertrauen, Verantwortung und Körpersprache bedeutet. Vielleicht dürfen wir Pferde sogar mit indianischen Mustern bemalen…

Gemeinsam fahren wir mit dem „Roten Arnold“ nach Konstanz-Wollmatingen und laufen das letzte Stück bis zum Reithof TRAB e.V., der an der Litzelstetter Str. liegt. Bitte bringt ein Vesper und ein Getränk mit. Gegen 13.00 Uhr sind wir wieder zurück im Treffpunkt Petershausen.

Termin:

Donnerstag, 1.9.

Ort: Treffpunkt Petershausen

8.00 – 9.15 Uhr

Ort: Treffpunkt Petershausen

Kosten: 2 €

Anmeldung erforderlich

Betreuungsangebot für TeilnehmerInnen an der Indianerwoche

Termin:

Donnerstag, 1.9.

Ort: Treffpunkt Petershausen

9.15 – 13.00 Uhr

Kosten: 2,50 €

Buskärtchen mitbringen!

Anmeldung erforderlich

Siehe Programm wie Mittwoch

Šunka Waķaŋ – das Indianerpferd

Termin:

Freitag, 2.9.

Ort: Treffpunkt Petershausen

8.00 – 10.00 Uhr

Kosten: 2 €

Betreuungsangebot für TeilnehmerInnen an der Indianerwoche

Anmeldung erforderlich

Termin:

Freitag, 2.9.

Ort: Treffpunkt Petershausen

9.00 – 11.30 Uhr

Kosten: 4 €

Anmeldung erforderlich

Ran ans Leder!

Aus Fell und Leder haben die nordamerikanischen Prärie-Indianer Decken hergestellt, Kleidung genäht und Tipis gebaut.

Mit uns habt ihr die Möglichkeit, kleine Lederbeutel, Lesezeichen und Souvenirs zu kreieren, die ihr mit Glasperlen schmücken und mit indianischen Symbolen bemalen könnt.

Termin:

Freitag, 2.9.

Ort: Treffpunkt Petershausen

10.00 – 11.30 Uhr

Kosten: 2 €

Anmeldung erforderlich

Fry Bread Power! – Leckeres fritiertes Indianerbrot selbstgemacht

Aus Mehl, Backpulver, Salz und etwas Buttermilch wird ein Teig gemischt und dann in heißem Fett goldbraun gebacken. Serviert werden die meist runden Fladen – je nach Geschmack – mit würzigem Fleisch, Salsa, Sauerrahm, Zwiebeln und geriebenem Käse oder, wer es lieber süß mag, kann Honig und Schokoladensauce verwenden. Und zum Nachtisch Wošapi gefällig? Das ist ein Wildbeerenpudding.

Anschließend, um 11.30 Uhr

(Für Kinder und interessierte Erwachsenen, bei freiem Eintritt)

Lakota, Mandan, Hidatsa und Arikara

Jessica White Plume und Marty Young Bear präsentieren für Kinder und Eltern die Kultur der nördlichen Prärie-Indianer. Dabei stellen sie u.a. das „The Great Plains Horse Society Alliance“ – Projekt vor, welches sie gegründet haben und berichten über den sogenannten „Big Foot Memorial Ride“, an dem sie beteiligt waren. Der Ritt wurde 1986 gegründet und wird seitdem jedes Jahr durchgeführt. Er soll an Sioux-Häuptling Big Foot erinnern, der am 29. Dezember 1890 zusammen mit ca. 300 Stammesmitgliedern, darunter viele Frauen und Kinder, von der Armee erschossen wurde.

Regina Mayer-White Plume wird ins Deutsche übersetzen.

Termin:

Freitag, 2.9.

Ort: Scala Filmzentrum

20.00 Uhr

Marktstätte 22, 78462 Konstanz

Anmeldung nicht erforderlich

Filmvorführung im Scala-Filmzentrum:

„The Ghost Riders“,

Regie: Vincent Blackhawk Aamodt

Erzähler und Produzent: Benjamin Bratt

Länge: 75 min, Original mit dt. Untertiteln, ab 10 Jahren

Dokumentarfilm über den „Annual Big Foot Memorial Ride“, der an Häuptling „Big Foot“ und die über 300 ermordeten Lakotas (hauptsächlich Frauen und Kinder) von 1896 erinnern soll. Der Ritt wird seit 1986 jedes Jahr durchgeführt und beträgt 300 Meilen.

Einführung u. Beantwortung von Fragen: Jessica White Plume und Marty Young Bear, Übersetzung: Regina Mayer-White Plume

Eintritte: 7 € Parkett, 8 € Loge, Kinder 4,50 €

Mit freundlicher Unterstützung:

INDIANER INUIT: Das Nordamerika Filmfestival, Regina Mayer-White Plume, TRAB e.V., Konzil-Gaststätten, Integrationsbeauftragte Stadt Konstanz, Scala-Filmzentrum, ALNATURA, Norbert Mallik

Fotos:  KiKuZ

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