Mobilfunkanlage auch Thema in Überlingen

Stadt plant Bürgerinformationsveranstaltung zu Mobilfunk – O2 will Sendeanlage

Überlingen. Die Stadt Überlingen tut sich mit Mobilfunkanlagen schwer. Um Mobilfunkgegner nicht zu verprellen, nimmt die in Kauf, dass der Mobilfunkempfang in Teilen der Stadt schlecht ist. Datenübertragung ist teilweise nur schwer möglich.

Ingenieurbüro rechnet akribisch nach

Seit 2005 wird die Belastung der Überlinger Bevölkerung mit hochfrequenter, gepulster elektromagnetischer Strahlung anhand von Berechnungen und teilweise Messungen des von der Stadt beauftragten Ingenieurbüros Honisch regelmäßig überprüft. Der aktuelle Bericht (Stand Dez. 2009) ist unter www.ueberlingen.de zu finden. Zur Minimierung der Strahlenbelastung erarbeitet das von der Stadt beauftragte Büro Honisch in Einzelfällen Optimierungsvorschläge, etwa bezüglich der Wahl des Standorts oder technischer Details. Ziel im Sinne des vorsorgenden Gesundheitsschutzes ist die größtmögliche Verringerung der von Mobilfunkanlagen ausgehenden Strahlenbelastung – bei gleichzeitiger Gewährleistung der Belange der Mobilfunkbetreiber und ihrer Kunden, wie es heißt.

O2 sucht seit Jahren Standort

Der Ausbau der Mobilfunknetze sei in Deutschland weitgehend abgeschlossen. Dennoch komme es immer wieder zu „technischen Neuerungen“ sowie Änderungen der Netzstruktur und einzelne Betreiber bauen ihre Netze weiter aus. Seit längerem suche die O2 (Germany) GmbH & Co. OHG einen zusätzlichen Standort in der Innenstadt. Der von O2 zunächst geplante Standort in der Christophstraße kann aufgrund der Bestimmungen der Altstadtsatzung nicht realisiert werden. Da an dieser Stelle bereits die Mobilfunkanlage eines anderen Betreiber steht, würde sich in der näheren Umgebung außerdem eine verhältnismäßig hohe (aber rechtlich zulässige) Belastung ergeben. Daher sei die Stadt daran interessiert, einen Alternativstandort zu finden. Die Franziskanerkirche schied im Frühjahr 2010 als Möglichkeit aus, als dort das Vorkommen einer geschützten Fledermausart gemeldet wurde (anders als Menschen halten sich diese Tiere in der unmittelbaren Nähe der Sender auf). Als weitere Alternative werde nun die Errichtung einer aus Denkmalschutzgründen von außen nicht sichtbaren Unter-Dach-Anlage in der Musikschule in der Geradebergstraße erwogen.

Stadt informiert ihre Bürger über Belastungen

Für die Alternativstandorte Christophstraße und Geradebergstraße hat Norbert Honisch anhand der technischen Angaben der Mobilfunkbetreiber die zu erwartenden Leistungsflussdichten (gepulste, hochfrequente, elektromagnetische Strahlung) als sog. worst-case-Szenarien berechnet (Annahme voller Sendeleistung und freier Wellenausbreitung). Auf der Grundlage dieser Daten könnten die Standortalternativen im Zusammenhang mit den bestehenden Anlagen beurteilt werden. Bei einer Bürgerinformationsveranstaltung am Donnerstag, 7. April, um 19 Uhr, stellt die Stadt im Rathaussaal die Ergebnisse der Berechnungen öffentlich vor und will sie mit Interessierten diskutieren.

Foto: Christoph Droste PIXELIO www.pixelio.de

 

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