Mord auf dem Säntis – Konstanzer Intendant schrieb Libretto

Kammeroper von Noldi Alder und Friedrich Schenker demnächst auf dem Gipfel

Konstanz. Es ist noch ein paar Wochen hin bis zur Premiere der Kammeroper „Mord auf dem Säntis“. Der Konstanzer Theaterintendant Christoph Nix schrieb das Libretto. Am 4. Juni, einem Samstag, wird das Premierenpublikum dann aber hinauf zur Panoramahalle auf dem Säntis-Gipfel auf 2502 Metern Höhe schweben, wo die Kammeroper an einen recht ungewöhnlichen Ort zu sehen ist.

 

Mord auf dem Gipfel

 

Die Kammeroper schickt das Publikum auf Zeitreise zurück ins Jahr 1922. Wetterwart Heinrich Haas und seine Frau Maria Magdalena verbringen – monatelang abgeschlossen von der Außenwelt – den Winter auf ihrer Wetterstation hoch oben auf dem Gipfel des Säntis. Plötzlich bleiben im Tal die regelmäßigen Wetterberichte aus. Was mag dort oben geschehen sein? Mutige Säntisträger erklimmen den vom Schnee eingeschlossenen Berggipfel und finden die Leichen des Ehepaars. Von einem Täter fehlt jegliche Spur. Drei Wochen später erhängt sich der Schustergeselle Gregor Anton Kreuzpointner in einer Alphütte in Urnäsch.

 

Christoph Nix las Akten neu

 

Bis heute ist der gewaltige Mordfall, der 1922 das ganze Appenzellerland erschütterte, nicht endgültig geklärt. Doch Zeugnisse, die an das Verbrechen erinnern, gibt es einige: Einen schweren Grabstein auf dem Appenzeller Friedhof, ein windschiefes Wetterhäuschen auf dem Säntisgipfel und einen Haufen verstaubter Akten, eingeschlossen in Archiven. Christoph Nix, Intendant des Theaters Konstanz, hat sich auf die Spur dieses mysteriösen Verbrechens begeben, an den Originalschauplätzen recherchiert und die alten Akten neu gelesen.

 

Ungeklärter Kriminalfall

 

Was trieb Kreuzpointner dazu, sich im Schneesturm über die gefährliche Ostwand auf den Säntis zu kämpfen? Was geschah zwischen dem 19. und 22. Februar wirklich auf dem Gipfel? Und wieso hörte der Amtmann Örtli unten im Dorf nicht den gemorsten Hilferuf von Magdalena Haas?

 

Zwölftonmusiker trifft Appenzeller Volksmusikkünstlerin

 

So widersprüchlich dieser Fall scheinen mag, so vielgesichtig sich der Berggipfel gibt, so unterschiedlich sind die beiden Komponisten, die sich zu dieser außergewöhnlichen Kammeroper zusammengefunden haben: Friedrich Schenker, einer der bekanntesten Vertreter der 2. Wiener Schule, ein Zwölftöner und oppositioneller Avantgardist der DDR, und Noldi Alder, Appenzeller Volksmusikkünstler, Violinist, Hackbrettspieler, Naturjodler und Vertreter der vierten Generation der renommierten Appenzeller Volksmusik-Dynastie Alder.

 

Klangwelten begegnen sich auf dem Gipfel

 

Alder kennt die alte Geschichte vom Mord auf dem Säntis, den Berg, die Dörfer und die Menschen von frühester Kindheit an. Schenker begegnet ihr mit dem Forscherblick des Fremden. Und so unterschiedlich ihre Musik klingen mag, so kraftvoll treffen diese Klangwelten aufeinander.

 

 

Schauplatz des Verbrechens ist Spielort

 

Die Uraufführung der Kammeroper „Mord auf dem Säntis“ am 4. Juni sowie die weiteren Vorstellungen werden am Originalschauplatz direkt auf dem Gipfel des Säntis in der Panoramahalle in 2502 Metern Höhe zu erleben sein. In Zusammenarbeit mit der Säntisbahn AG bietet das Theater Konstanz ein Kombiticket an, das neben der Aufführung der Kammeroper die Auf- und Abfahrt mit der Säntisbahn, einen Aperitif und im Anschluss an die Vorstellung optional ein Abendessen beim Alpenglühen beinhaltet.

 

Sponsoren

 

Die Kammeroper „Mord auf dem Säntis“ ist ein Auftragswerk des Theater Konstanz in Zusammenarbeit mit der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz und der Säntis-Schwebebahn AG unterstützt durch die Kantone Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und St. Gallen, die Stadt Kreuzlingen, die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, die Ars Rhenia Stiftung und Migros Kulturproduzent. Die Musikalische Leitung der Produktion im Rahmen des 23. Internationalen Bodenseefestivals 2011 hat Arne Willimczik, Regie führt Jasmina Hadžiahmetović und für die Ausstattung ist Hella Prokoph zuständig. Dramaturgin ist Miriam Reimers.

 

Vorverkauf hat begonnen

 

Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Wegen der großen Nachfrage sind Zusatzvorstellungen geplant. Karten und Infos gibt es unter Telefon: +49 (0)7531 900 150, E-Mail: theaterkasse@stadt.konstanz.de und www.theaterkonstanz.de sowie bei der Säntis-Schwebebahn AG unter Telefon: +41 (0)71 365 65 65.

 

Vorstellung im Stadttheater Konstanz: 26.06., 20 Uhr

Foto: Stadttheater Konstanz

 

Ein Kommentar to “Mord auf dem Säntis – Konstanzer Intendant schrieb Libretto”

  1. wak
    5. März 2011 at 10:16 #

    Dran denken, Karten für „Mord auf dem Säntis“ schnell reservieren. Sie sind begehrt, mailte das Theater.

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.