Musliminnen rappen in Konstanz gegen Vorurteile

Exzellenzcluster der Uni holt Muneera Rashida und Sukina Abdul Noor aus Muslim-Hip-Hop-Szene an den Bodensee

Konstanz. Muneera Rashida und Sukina Abdul Noor sind als Kinder jamaikanischer Eltern in Großbritannien aufgewachsen. Die Musliminnen engagieren sich und rappen für die Rechte von Frauen im Islam und von Immigranten in Europa. Zu Gast waren sie in Deutschland auch beim  Carnival of Cultures 2010 in Berlin. Am Freitag, 10. Juni 2011, sind sie in Konstanz. Nach einem Workshop mit Schülern und Studenten treten sie um 20 Uhr im Kulturzentrum auf.

Hip-Hop gegen Vorurteile

Vorurteile gegenüber benachteiligten Gruppen gibt es überall. Mit raffinierten, lyrischen Texten nimmt sich das Hip-Hop-Duo Poetic Pilgrimage politischen und moslemischen Themen an. Ihre gelungene Mischung aus Poesie und Rap-Songs gibt es am Freitagabend, 10. Juni 2011, in Konstanz zu hören, sehen und erleben.

Musliminnen für Rechte von Frauen

Muneera Rashida und Sukina Abdul Noor sind als Kinder jamaikanischer Eltern in Großbritannien aufgewachsen und engagieren sich – als praktizierende Musliminnen – für die Rechte von Frauen im Islam und von Immigranten in Europa. Bereits im Jahr 2002 galten sie als Geburtshelferinnen der Muslim-Hip-Hop-Szene im London Poetry Circuit. Gekonnt verschmelzen sie ihre afrikanisch-karibischen Wurzeln und muslimischen Traditionen mit flotten, poetischen Musik-Interpretationen.

Anstoss kam von der Uni

Auf Einladung des Exzellenzclusters „Kulturelle Grundlagen von Integration“ und des Fachbereichs Anglistik der Universität Konstanz sowie mit Unterstützung der Stadt Konstanz kommen die beiden am 10. Juni nach Konstanz. Bei einem Workshop mit Gymnasiasten und Studierenden sprechen sie über den Umgang mit Vorurteilen.

Rap mehr als oberflächliches Entertainment

„Für uns hat die Möglichkeit, Poetry und Hip-Hop an eine jüngere Generation weiterzugeben, die ihre eigenen Worte benutzen kann, um ihre Realität zu verändern, einen hohen Stellenwert“, so Literaturwissenschaftlerin und Projekt-Initiatorin Ana Sobral „Im Workshop erläutern Poetic Pilgrimage anhand ihrer eigenen Gedichte und Songs den kreativen Prozess der Textgestaltung und sie fördern ein konstruktives Bild von Rapmusik, die von einer großen Anzahl junger Menschen konsumiert, aber fälschlicherweise viel zu oft als gewalttätiges und oberflächliches Entertainment wahrgenommen wird“, so die Literaturwissenschaftlerin weiter. Das Thema des Workshops, „Stereotypes“, soll dieses Zerrbild von Rapmusik in Frage stellen.

Jugendliche sollen ihre Themen selbst rappen

Ziel ist sei es, gesellschaftliche Stereotype besser zu verstehen und zu hinterfragen und sich in Auseinandersetzungen mit Andersdenkenden couragiert auszudrücken. Zudem sollen die Jugendlichen eigene Positionen und Meinungen in Gedichte und Rap-Songs übersetzen sowie „Performance Skills“ entwickeln und ausbauen.

Auftritt im Wokensteinsaal

Höhepunkt des Besuchs von Muneera Rashida und Sukina Abdul Noor ist um 20 Uhr ein Konzert mit Poetic Pilgrimage im Wolkensteinsaal im Kulturzentrum am Münster. Zur Eröffnung präsentieren die Workshop-TeilnehmerInnen ihre eigenen Gedichte und Songs.

httpv://www.youtube.com/watch?v=E9SWbWm7FvE

Weitere Informationen unter www.exc16.de und www.poetic-pilgrimage.de.

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