Nach tödlichem Schuss aus Polizeipistole in Singen: Revolver sah scharfer Waffe täuschend ähnlich

Streifenpolizisten sollten Mann zum Haftantritt holen – Später tödlich Verletzter bedrohte Streifenpolizisten nur mit Attrappe

Singen. Nach der Tötung eines Mannes durch einen Schuss aus der Waffe eines Polizisten in Singen ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft weiter. Der tödliche Zwischenfall hatte sich am 2. November in einer Singener Wohnung ereignet. Zusammen mit einer gemeinsamem Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Konstanz, der Landespolizeidirektion Freiburg und der Polizeidirektion Konstanz veröffentlichten Staatsanwaltschaft und Polizei heute ein Foto. Zu sehen sind der nicht scharfe Revolver, mit dem der Mann zwei Streifenpolizisten bedroht hatte, und die scharfen Waffe. Attrappe und echter Revolver sehen sich täuschend ähnlich.

Mann sollte ins Gefängnis

Die Ermittlungen nach dem Schusswaffengebrauch  in Singen hat die Landespolizeidirektion Freiburg, Dezernat Sonderfälle, übernommen. Nach bisherigem Stand der Ermittlungen sind zwei Beamte des Polizeireviers Singen zur Wohnung der später getöteten Person gefahren, um einen Vorführbefehl zur Vollstreckung einer rechtskräftig wegen Bedrohung u.a. verhängten Ersatzfreiheitsstrafe von 90 Tagen zu vollstrecken. „Beim Betreten des Schlafzimmers trafen sie auf einen 64-jährigen alkoholisierten Mann, der sie auf dem Bett sitzend mit einem täuschend echt aussehenden Revolver bedrohte“, heißt es in der gemeinsamen Medienmitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei.

Situation im Schlafzimmer eskalierte

Nachdem die Person trotz mehrfacher Aufforderung, die Waffe wegzulegen, weiterhin beidhändig auf die Beamten gezielt habe, gab einer der beiden Streifenbeamten aus kurzer Entfernung hintereinander zwei Schüsse ab. Ein Geschoss traf den Mann an der rechten Halsseite und verletzte ihn tödlich. Dies bestätigte auch eine Obduktion im Institut für Rechtsmedizin Freiburg.

Zwei täuschend ähnliche Waffen

Die Ermittler der Kriminaltechnischen Untersuchungsstelle der Landespolizeidirektion Freiburg untersuchen derzeit die Bedrohungswaffe (auf dem Foto oben) und vergleichen sie aufgrund des Erscheinungsbildes mit einer echten Schusswaffe.

Ein Kommentar to “Nach tödlichem Schuss aus Polizeipistole in Singen: Revolver sah scharfer Waffe täuschend ähnlich”

  1. Knit
    6. November 2012 at 14:38 #

    Der obere Revolver sieht wie ein Spielzeug aus. Zudem ist in solchen Dingern normalerweise auch ein roter Knubbel vorne drin. Trotzdem kann dem Polizisten kein Vorwurf gemacht werden. Wenn er es selbst als Gefahr für Leib und Leben wahrgenommen hat, dann muss er auch von der Schusswaffe Gebrauch machen dürfen.

    Ein sehr tragischer Fall, bei dem mein Beileid den Hinterbliebenen, aber auch dem Polizisten und seinen Angehörigen gilt. Danach ist nichts mehr wie es mal war.

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