Nachgefragt: Wer ist eigentlich Roberto Salerno?

Im Gespräch mit Landtagskandidaten im Wahlkreis Bodensee

Wählen oder nicht wählen und wenn ja, wen wählen? Diese Frage stellt sich den Wahlberechtigten in Baden-Württemberg am 27. März bei der Landtagswahl. Parteibindungen werden bei Wahlentscheidungen immer weniger wichtig. Während ein Teil der Wahlberechtigten eher strategisch wählt und sich für eine Partei entscheidet, spielt bei anderen auch die Persönlichkeit des Kandidaten eine Rolle.

See-Online: Stellen Sie sich doch bitte einmal kurz vor: Verraten Sie uns Ihr Alter, wo Sie geboren sind, Ihren Beruf und wo und wie Sie leben.

Roberto Salerno: Ich bin 47 Jahre alt, geboren in Ravensburg, freigestelltes Betriebsratsmitglied in der ZF. Ich wohne in Meckenbeuren.

See-Online: Weshalb haben Sie sich entschieden, ausgerechnet in Ihre und in keine andere Partei einzutreten?

Roberto Salerno: Ich bin überzeugter Pazifist. DIE LINKE ist die einzige Partei, die Kriegseinsätze verurteilt. Die SPD hat sich mit ihrer neoliberalen Politik in die sog. Mitte bewegt. Sie hinterlässt eine politische Lücke im Kampf für soziale Gerechtigkeit, gegen weiteren Sozialabbau und gegen die weitere Privatisierung von Volkseigentum. Unter anderem dafür steht jetzt DIE LINKE.

See-Online: Partei- und Regierungsprogramme könnten wir im Internet lesen. Wir möchten Sie deshalb lieber persönlich ein bisschen näher kennenlernen. Sind Sie mit ein paar persönliche Fragen einverstanden?

Roberto Salerno: Ja, gerne.

See-Online: Stellen Sie sich vor, es ist Sonntag. Sie können nicht einkaufen. Was darf in ihrem Kühlschrank an einem Sonntag auf gar keinen Fall fehlen?

Roberto Salerno: Butter und Milch.

See-Online: Politik ist Kommunikation. Macht es Ihnen Spaß, unter Menschen zu sein?

Roberto Salerno: Es gibt nichts Spannenderes als Menschen. Jeder ist einzigartig und jedes Gespräch ist eine Bereicherung. Ich liebe es unter Menschen zu sein.

See-Online: Sind Sie gern draußen an der frischen Luft?

Roberto Salerno: Ja, ich spiele selber Fußball und bin Jugendtrainer. Und wenn die Sonne scheint, entspanne ich mich am liebsten auf meiner kleinen Sonnenterrasse zu Hause.

See-Online: Wo haben Sie Ihrer besten Ideen? Vielleicht unter der Dusche…?

Roberto Salerno: Die besten Ideen kommen mir beim Frühstücken und Zeitunglesen.

See-Online: Wie wichtig sind Ihnen Freunde? Wir meinen nicht politische Freunde, sondern Menschen, die Ihnen wirklich nahe stehen.

Roberto Salerno: Sehr wichtig! Freunde sind die wertvollsten immateriellen Schätze, die man haben kann.

See-Online: Wie wichtig ist emotionale Intelligenz und die Fähigkeit zu Empathie? Oder sind Sie ein reiner Verstandsmensch, dem Emotionen nicht so wichtig sind?

Roberto Salerno: Manchmal wünsche ich mir, ich könnte mehr mit dem Kopf entscheiden, weil ich sehr oft Bauchentscheidungen treffe und auch in vielen Situationen sehr emotional reagiere. Das liegt wohl in meinen italienischen Genen. Mit Menschen ohne Sozialkompetenz kann ich nichts anfangen, die bringen mich in Rage.

See-Online: Viele Menschen haben ein Lieblingszitat oder einen Lieblingsspruch wie „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen…“ . Haben Sie auch so einen Satz?

Roberto Salerno: Ja. „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“

See-Online: Besitzen Sie ein Smartphone?

Roberto Salerno: Ja, ein HTC Android, inzwischen eines meiner wichtigsten Arbeitsgeräte.

See-Online: Lesen Sie Nachrichten lieber online oder in gedruckten Zeitungen?

Roberto Salerno: Ich lese beides, aber am liebsten halte ich das Papier in der Hand.

See-Online: Nutzen Sie in Ihrer Freizeit Twitter oder Facebook oder finden Sie für sich persönlich soziale Netzwerke und Mikroblogging nicht ganz so wichtig?

Roberto Salerno: Ich bin bei Facebook angemeldet.

See-Online: Wissen Sie, welche Rolle Facebook in Tunesien spielte, Stichwort „Revolution im Internet“?

Roberto Salerno: Ja, mir ist bewusst, dass Social Networks viele Chancen für ungefilterte Informationen bieten, aber sie sind leider auch sehr schnell abschaltbar, wie aktuell in Lybien.

See-Online: Auch im Fall von „Stuttgart 21“ spielte sich viel im Internet ab. Nachrichten verbreiten sich über Twitter fast in Echtzeit? Haben Sie im Internet schon einmal fluegel.tv geschaut?

Roberto Salerno: Nein, ich „twittere“ noch nicht.

See-Online: Apropos schauen: Gehen Sie lieber ins Kino oder schieben Sie eine DVD ein? Welchen Film sollten wir uns unbedingt einmal anschauen?

Roberto Salerno: La vita e bella (Roberto Benini) und Avatar.

See-Online: Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, welchen Headliner, welche Band oder welchen internationalen Künstler, würden Sie gern einmal in Salem live spielen hören?

Roberto Salerno: Zucchero.

See-Online: Jetzt doch noch eine politische Frage. Was halten Sie von Volksentscheiden? Was haben Sie aus den Ereignissen in Zusammenhang mit Stuttgart 21 gelernt?

Roberto Salerno: Ich unterstütze die Initiative „Mehr Demokratie e.V.“ und will das Volksbegehren durch die Senkung der Quote von derzeit unrealisierbaren 17% auf 5% senken! Ich möchte mich im Landtag für K21 stark machen.

See-Online: Letzte Frage: Warum sollten wir ausgerechnet Sie wählen?

Roberto Salerno: Weil ich meine aktiven 30 Jahre Berufserfahrung mit Menschen – als Jugendvertreter und als Betriebsrat – dafür einsetzen will, Politik für die Menschen zu machen und nicht für die Interessen einzelner Konzerne.

Mehr über Roberto Salerno und die Linke gibt es unter http://www.die-linke-bodensee.de/index.php?id=2032

Bereits erschienene Gespräche:

Ulrich Müller http://www.aktuelles-bodensee.de/25659/nachgefragt-wer-ist-eigentlich-ulrich-mueller/

Martin Hahn http://www.aktuelles-bodensee.de/25706/nachgefragt-wer-ist-eigentlich-martin-hahn/

Norbert Zeller http://www.aktuelles-bodensee.de/25373/25373/

5 Kommentare to “Nachgefragt: Wer ist eigentlich Roberto Salerno?”

  1. Rodolfo Panetta
    24. Februar 2011 at 10:12 #

    Nicht flunkern, Genosse Salerno!

    Es stimmt nicht, daß die Linke die einzige Partei ist, welche Kriegseinsätze ablehnt. Deshalb plakatieren wir Republikaner auch: „Holt unsere Soldaten nach Hause!“

    Der Kriegseinsatz in Afghanistan, der immer wieder deutsche Soldaten, aber auch viele unbeteiligte Menschen Leben und Gesundheit kostet, ist in der Tat der allergrößte Skandal, übrigens ein weit größerer Skandal als eine fehlerhafte Doktorarbeit.

    Rodolfo Panetta, REP-Bewerber in den Wahlkreisen Rottweil und Balingen

  2. Roland
    24. Februar 2011 at 12:31 #

    Da die REP weniger eine Partei als eine Krankheit ist, stimmt das Gesagte von Roberto Salerno schon.

  3. Lothar Herzog
    24. Februar 2011 at 12:56 #

    Ich persönlich lehne den Kriegseinsatz der Bundeswehr in
    Afghanistan ab.
    Meine Gründe. In Afghanistan bekommt eine Frau sieben
    Kinder. Wenn also der einzige Sohn einer Familie dort in
    Afghanistan fällt ist die Familie ausgerottet. Die Famielie in
    Afghanistan lebt weiter. Nach dem Abzug der Streitkräfte
    geht es doch wieder alles von vorne los.
    Denken Sie immer daran. Afghanistan ist der größte Opiate-
    Produzent der Welt. Und für diese Milliardengeschäft sollen
    unsere Soldaten die Warlords schützen. Nein Danke.

  4. Lothar Herzog
    24. Februar 2011 at 12:57 #

    Wenn sie für soziale Gerechtigkeit sind, dann schreiben Sie
    Ihrem Genossen Gysi das er das Milliardenschwere Vermögen
    der früheren SED an die Armen verteilt.
    Das wäre eine soziale Wohltat.

  5. Bruno Neidhart
    24. Februar 2011 at 23:08 #

    Verehrter Roberto Salerno: Es gibt bei uns – sonst könnte man verzweifeln – tatsächlich auch Politiker quer durch alle Parteien, die „…Politik für Menschen….“ machen, und es gibt sie andererseits sicher auch, die Politiker, die „…die Interessen einzelner Konzerne…“ vertreten. So ist es in unserem westlichen Wertesystem – halt „von allem etwas“. Man kann das, im Gegensatz zu früheren Zuständen vorwiegend im östlichen Europa (bis vor 21 Jahren!), gut auch „Demokratie“ nennen. Man darf und soll an einer demokratischen Ordnung immer etwas verbessern. Dazu beitragen ohne einem verblichenen politischen Muster nachzujagen macht jederzeit Sinn. In diesem Zusammenhang war das neuliche Kommunismusgeschwätz Ihrer Vorsitzenden Lötzsch natürlich „voll daneben“. Sie hat es selbst gemerkt und rudert nun „taktisch“ zurück – immerhin!

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