Nachgefragt: Wer ist eigentlich Ulrich Müller?

Im Gespräch mit Landtagskandidaten im Wahlkreis Bodensee

Bodenseekreis. Wählen oder nicht wählen und wenn ja, wen wählen? Diese Frage stellt sich den Wahlberechtigten in Baden-Württemberg am 27. März bei der Landtagswahl. Parteibindungen werden bei Wahlentscheidungen immer weniger wichtig. Während ein Teil der Wahlberechtigten eher strategisch wählt und sich für eine Partei entscheidet, spielt bei anderen auch die Persönlichkeit des Kandidaten eine Rolle.

See-Online: Stellen Sie sich doch bitte einmal kurz vor: Verraten Sie uns Ihr Alter, wo Sie geboren sind, Ihren Beruf und wo und wie Sie leben.

Ulrich Müller: Geboren bin ich in Schwäbisch Hall vor 66 Jahren, ich habe Rechtswissenschaft studiert, war u.a. Hauptgeschäftsführer der IHK Bodensee-Oberschwaben, lebe in Ravensburg, bin verheiratet und habe vier (erwachsene) Kinder und einen Hund.

See-Online: Weshalb haben Sie sich entschieden, ausgerechnet in Ihre und in keine andere Partei einzutreten?

Ulrich Müller: Weil meine Grundeinstellungen und die Grundpositionen der CDU am ehesten übereinstimmen: Bindung von Werten und Freiheit, Verantwortung für sich und andere, ein handlungsfähiger Staat, der seine Bürger schützt und die Zukunft mitverantwortet.

See-Online: Partei- und Regierungsprogramme könnten wir im Internet lesen. Wir möchten Sie deshalb lieber persönlich ein bisschen näher kennenlernen. Sind Sie mit ein paar persönlichen Fragen einverstanden?

Ulrich Müller: Ja, ich bin einverstanden, aber trotzdem: Inhalte sind letztlich wichtiger als Personen. Natürlich sein menschliche Qualitäten wichtig. Aber ich bin kein Freund von Show und Äußerlichkeiten, die bei einer personalisierten Politik im Vordergrund stehen. Eigentlich geht es um die Fragen in welche Richtung unser Land geht.

See-Online: Stellen Sie sich vor, es ist Sonntag. Sie können nicht einkaufen. Was darf in ihrem Kühlschrank an einem Sonntag auf gar keinen Fall fehlen?

Ulrich Müller: Milch, Butter, Käse, Wurst und Obst (Brot und Kaffee bewahre ich nicht im Kühlschrank auf)

See-Online: Politik ist Kommunikation. Macht es Ihnen Spaß, unter Menschen zu sein?

Ulrich Müller: Es freut mich vor allem, wenn ich mich so unterhalten kann, dass beide Seiten was davon haben, und es freut mich, wenn ich andere Menschen für etwas gewinnen oder überzeugen kann. Außerdem sollte ein bisschen Humor in der Kommunikation dabei sein.

See-Online: Sind Sie gern draußen an der frischen Luft?

Ulrich Müller: Gerne schon, ich bin auf dem Lande aufgewachsen, aber leider komme ich nicht viel dazu – außer mit unserem Hund.

See-Online: Wo haben Sie Ihrer besten Ideen? Vielleicht unter der Dusche…?

Ulrich Müller: Die Phase am Tag gibt’s bei mir tatsächlich und es ist die Phase beim morgendlichen Waschen.

See-Online: Wie wichtig sind Ihnen Freunde? Wir meinen nicht politische Freunde, sondern Menschen, die Ihnen wirklich nahe stehen.

Ulrich Müller: Menschen, denen gegenüber man keine Rolle spielen muss, auf die man sich verlassen kann und mit denen man in Harmonie leben kann, sind natürlich ganz wichtig.

See-Online: Wie wichtig ist emotionale Intelligenz und die Fähigkeit zu Empathie? Oder sind Sie ein reiner Verstandsmensch, dem Emotionen nicht so wichtig sind?

Ulrich Müller: In der Politik sollte man schon der Verstandsmensch sein und das bin ich auch. Aber zugleich sollte man, bei dem, was man sagt oder tut, vom anderen her denken und sensibel sein. Darum bemühe ich mich.

See-Online: Viele Menschen haben ein Lieblingszitat oder einen Lieblingsspruch wie „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen…“. Haben Sie auch so einen Satz?

Ulrich Müller: Ich schnappe immer wieder mal einen sinnigen oder witzigen Satz auf, der mich dann eine Weile begleitet. Ich Moment bin ich aber solo.

See-Online: Besitzen Sie ein Smartphone?

Ulrich Müller: Nein.

See-Online: Lesen Sie Nachrichten lieber online oder in gedruckten Zeitungen?

Ulrich Müller: Auch wenn es bei see-online taktisch klüger wäre, anders zu antworten: Ich will was in der Hand haben und mit Texten (z.B. auch mit meinem Terminkalender) umgehen können, daher: Die gedruckte Zeitung ist mir lieber.

See-Online: Nutzen Sie in Ihrer Freizeit Twitter oder Facebook oder finden Sie für sich persönlich soziale Netzwerke und Mikroblogging nicht ganz so wichtig?

Ulrich Müller: Letzteres. Es hat auch seinen Vorteil, wenn man sich gegenseitig in Ruhe lässt.

See-Online: Wissen Sie welche Rolle Facebook in Tunesien spielte, Stichwort „Revolution im Internet“?

Ulrich Müller: Nicht nur dort spielt es eine Rolle. Manchmal ist das eine tolle Sache, manchmal kann so eine Welle auch Probleme schaffen. Wir werden uns auf diese Möglichkeiten einzustellen haben.

See-Online: Auch im Fall von „Stuttgart 21“ spielte sich viel im Internet ab. Nachrichten verbreiten sich über Twitter fast in Echtzeit? Haben Sie im Internet schon einmal fluegel.tv geschaut?

Ulrich Müller: Wer in fluegel.tv schaut, kann mich da ziemlich ausführlich betrachten, weil ich als Obmann der CDU-Fraktion im Untersuchungsausschuss intensiv von fluegel.tv begleitet wurde.

See-Online: Apropos schauen: Gehen Sie lieber ins Kino oder schieben Sie eine DVD ein? Welchen Film sollten wir uns unbedingt einmal anschauen?

Ulrich Müller: Die Auswahl bei DVD’s ist größer. Ich empfehle die „Gesammelten Werke von Loriot“.

See-Online: Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, welchen Headliner, welche Band oder welchen internationalen Künstler, würden Sie gern einmal im Bodensee-Stadion live spielen hören?

Ulrich Müller: Meine Idee wird bereits Realität: Herbert Grönemeyer kommt!

See-Online: Jetzt doch noch eine politische Frage. Was halten Sie von Volksentscheiden? Was haben Sie aus den Ereignissen in Zusammenhang mit Stuttgart 21 gelernt?

Ulrich Müller: Jetzt noch einen Volksentscheid zu machen, nachdem alles entschieden und vereinbart ist, kommt jedenfalls zu spät. Im Übrigen sollten wir uns alle intensiver mit Fragen in einem früheren Stadium befassen – nicht erst, wenn Korrekturen immer schwieriger werden.

See-Online: Letzte Frage: Warum sollten wir ausgerechnet Sie wählen?

Ulrich Müller: „Ausgerechnet Sie“ ist gut. Meine Gegenfrage: Warum denn nicht?

Mehr über Ulrich Müller gibt es unter http://www.mueller-mdl.de/

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