Nachtwandern gegen das Weg-Schauen

Konstanzer Initiative will Nachtwanderer-Gruppe gründen

Konstanz (wak) Nachtwanderer wollen in Zukunft auch in Konstanz für mehr Sicherheit sorgen. Dasselbe tun auch ein paar Hundertausend Deutsche in vielen anderen Städten. Die Initiatoren der Konstanzer Gruppe treffen sich zum ersten Mal am 11. Mai um 19.30 Uhr im Hotel „Barbarossa“. Wer sich informieren und mitmachen will, ist willkommen. Den Anstoss zum Nachtwandern gab Gabriele Weiner von der Bildunsginitiative WiZiK e.V..

Gegen nächtliche Aggressionen und Vandalismus

Nachtwanderer sind in Gruppen unterwegs und sie wollen nachts in der Stadt für eine entspannte Atmosphäre sorgen. Sie bieten Jugendlichen ihre Hilfe an, schlichten Streitigkeiten und schaffen allein schon durch ihre Präsenz sichere Orte in der Stadt. Nachtwanderer wünschen sich einen respektvollen Umgang miteinander und möchten das soziale Klima verbessern. So soll es weniger Aggressionen und Vandalismus im öffentlichen Raum geben.

Nachtblaue Westen mit gelbem Logo

Nachtwanderer sind keine Bürgerwehr, sondern eher eine Initiative besorgte Eltern. Unterwegs sind Nachtwanderer in ihren nachtblauen Westen mit gelbem Logo. So werden die Nachtwanderer als einheitliche Gruppe erkannt. Zu viert – niemals alleine – gehen sie Streife durch die nächtliche Stadt. Die Wanderungen beginnen ab etwa 23 Uhr und dauern bis in die frühen Morgenstunden. Vor allem schlaflose Eltern, die ansonsten oft beunruhigt zu Hause warten, bis ihre halbwüchsigen Kinder wieder heim kommen, sind als Nachtwanderer unterwegs. Demnächst könnten sie dazu beitragen, dass sich auch jugendliche Nachtschwärmer in Konstanz sicherer als bisher fühlen.

Nicht ohne Deeskalationstraining

„Sie machen sich Sorgen?“, fragen die Initiatoren. „Sie haben schon von Schlägereien gehört? Sie kennen Jugendliche, die bedroht wurden?“ Anzutreffen sind Nachtwanderer in anderen Städte zum Beispiel in Bussen oder an Brennpunkten und nächtlichen Treffpunkten Jugendlicher. „Nachtwanderer sind keine Sozialarbeiter und keine Polizisten“, sagen die Initiatoren der Gruppe. Sie hoffen, dass sich möglichst viele Mütter, Väter, Senioren und junge Erwachsene ab 25 Jahren melden, die mitmachen möchten. Bevor es los geht, werden Nachtwanderer erst einmal in Deeskalationstraining und auch in Erster Hilfe geschult.

Idee kommt aus Skandinavien


Die Idee des Nachtwanderns kommt aus Schweden. 1987 fanden sich die ersten Nachtwanderer in Stockholm zusammen. So schwappte das Nachtwandern zum Beispiel auch nach Bremen, wo sich Eltern und Großeltern schon vor Jahren zusammen schlossen und seither freiwillig und ehrenamtlich durch die Nacht wandern. Das Nachtwandern ist auch eine Initiative gegen die Weg-Schau-Mentalität und ein Zeichen von Zivilcourage, sagen die Nachtwanderer.

Info: Die Initiatoren der Konstanzer Gruppe laden am 11. Mai um 19.30 Uhr zu einer Infoveranstaltung in Hotel „Barbarossa“ am Obermarkt ein.

Mehr Infos unter:

http://www.nachtwanderer-konsanz-kreuzlingen.com

http://www.nachtwanderer.net

Foto: wandersmann PIXELIO   www.pixelio.de

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