Gastbeitrag! Natur gleich in der Konstanzer Nachbarschaft

Wer in Konstanz lebt, hört es immer mal wieder oder denkt es sich selbst: „Mensch ist das schön hier – wir leben da, wo andere Urlaub machen.“ Aber es gibt auch tierische Bewohner in Konstanz, die sich vielleicht denken „Ist das schön hier, wir leben ganz in der Nähe von da, wo andere wohnen“.

Durch die seenahe Lage und vorausschauenden Landschaftsschutz gibt es in Konstanz nämlich tatsächlich in ganz unmittelbarer Nähe zum Menschen Lebensräume für Tiere, die sonst im städtischen Raum nicht mehr zu finden sind. Grund dafür sind z.B. Grünflächen, die See und Wald miteinander verbinden, Grünbrücken und gewachsene Grünlandschaften, die wegen geringerer landwirtschaftlicher Nutzung nun umso mehr Lebensraum für Tiere bieten.

Eines dieser Gebiete ist der Fohrenbühl, die Fläche zwischen Lindauer Straße und Lorettowald. Eine Hecke, die in ein Wäldchen mündet, das an eine Hecke grenzt die bis zum See führt verbindet hier den waldig-sumpfigen Bereich entlang der Hermann-von-Vicari-Straße mit dem Seeufer. Davor in Richtung Hörnle ein ausgedehntes, selten gemähtes Wiesenareal mit ein paar Stein- und überwucherten Erdhaufen, Bienenstöcken, vereinzelten Bäumen und Büschen und ansonsten: Ruhe.


Orientierung im Luftraum, Wanderweg und Landeplatz

Unscheinbar und belanglos auf den ersten Blick, aber bei genauerer Beobachtung zeigt sich der wahre Wert solcher Biotope. Hecken und das verrottende Unterholz sind Wanderwege und Rückzugsgebiet für Amphibien wie die Erdkröte und Molche. Flattermänner wie die Wasserfledermaus nutzen diese Linien als Orientierung auf dem Weg von den Tag-Ruheplätzen im Wald zum Wasser, wo sie der Insektenjagd nachgehen und dem Menschen die Mücken vom Leib halten. Auch Reptilien wie Eidechsen, Blindschleichen und auch die seltener werdenden Ringelnattern treiben sich in der Gegend herum.


Die Hecke selbst mit ihrem scheinbar undurchdringlichen Gestrüpp bietet unzähligen Vogelarten einen sicheren Nistplatz. Die großen Spatzen ähnelnden Ammern bevorzugen den Randbereich zur Wiese hin, zwischen den alten Obstbäumen sieht man hin und wieder einen Piepmatz, den man mit seinem weißen Kragen als den Karl Lagerfeld der Vögel bezeichnen könnte, den Schnäpper. Den waldigen Teil bewohnen Spechte und größere Vögel wie die Ringeltaube, die hier immer wieder zu Besuch kommt.


Dicke Brummer unter sich

Die Deckung der Hecke und den kleinen Wald haben aber auch andere Tiere für sich entdeckt, die man auf so einer kleinen Fläche nicht unbedingt erwarten würde. Neben den mittlerweile ständig in Menschennähe gesichteten Eichhörnchen und Füchsen, die hier miteinander fangen spielen, haben hier Dachse ihre Baue und gelegentlich besuchen sogar Wildschweine dieses kaum 50x50m große Areal. Aber gerade dadurch, dass der Bereich so klein ist, scheint er auch aus dem Fokus der Bewirtschaftung gerutscht zu sein und hat daher annähernd Urwald-Qualität.


Manchmal ist die gute Nachbarschaft zwischen Mensch und Tier eben doch möglich – vor allem dann, wenn es sich für den Menschen nicht mehr lohnt, Landschaft zu bewirtschaften und er die Natur einfach für eine Weile in Ruhe lässt. Nachdem sich die Dinge hier für die Natur so positiv entwickelt haben ein Grund, über eine Aufwertung vom Landschafts- zum Naturschutzgebiet nachzudenken.

Über den Autor

Marc Schloßarek ist Horizontalentspannungsexperte beim Matratzen-Lagerverkauf Konstanz, Coach und Schauspieler. Er wohnt in der Nähe des Fohrenbühl und ist verliebt in diese kleine Schönheit der Natur.


Sind Sie selbst Experte auf Ihrem Gebiet oder haben eine Leidenschaft? Wir laden Sie ein: Werden Sie Gastautor!

, ,

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.