Neuer Pächter Aktas betreibt Strandbad

Sehr spärliche Informationen über das Überlinger Ostbad

Überlingen (wak) Das Ostbad startet in diesem Jahr mit Behelfstoiletten und einem Provisorium in die Saison. Die alten Sanitäranlagen sind offenbar so marode, dass die Stadt sie nicht mehr öffnen darf. Das Landratsamt sprach ein Verbot aus. Offenbar fest steht bereits, dass schon ab dieser Saison die neue Pächterfamilie Aktas das noch nicht sanierte Strandbad übernimmt. Udo Göbel von der Aquapark Management GmbH (Foto) kehrt nicht mehr an den Strand zurück. 

Vorzeigebad Westbad – Schmuddelbad Ostbad

Drei Strandbäder gibt es in Überlingen: Das gerade sanierte attraktiv gestaltete Westbad, das noch immer marode Ostbad und das idyllische Strandbad in Nußdorf. Das Westbad betreibt die Aquapark Management GmbH, die im vergangenen Jahr auch fürs Ostbad zuständig war, und das Nußdorfer Bad hat Peter Eberz gepachtet.

Ostbad öffnet mit Miettoiletten

Wenn im Mai am Bodensee die Badesaison beginnt, öffnet auch das Ostbad. Das ist die gute Nachricht. Allerdings müssen sich die Strandbadbesucher noch mit Provisorien wie Miettoiletten begnügen. Noch ist das Bad nicht auf Vordermann gebracht. Bei der Sanierung des stadtnahen weitläufigen Bades, will die Stadt noch so viel Geld wie möglich sparen.

Geplante Standards fürs Ostbad

Geplant ist ähnlich wie im Westbad eine Gastronomie mit Selbstbedienung und mit einer nicht überdachten Terrasse. Die Kücheneinrichtung ist mit 120.000 Euro veranschlagt. Der Betreiber sieht bei der Profiküche aber laut Stadt anscheinend noch Einsparpotential. Im Sanitärtrakt unterbringen will die Stadt die DLRG mit einem Sanitätsraum, Toiletten, dazu barrierefreie Toiletten, einen Babywickelraum, Umkleiden, Warmwasserduschen und Schließfächer mit Saisonaufbewahrungsschränken, wie es sie auch im Westbad gibt. Überdacht werden sollen außer dem Sanitärtrakt und der Gastronomieausgabe noch der Eingangsbereich des Bades.

Verzicht auf Saisonschränke und Warmwasserduschen

Das sind aber Mindeststandards. Durch „Weglassen einzelner Module“ könnten sich zusätzliche Einsparungen ergeben. Solche Module wären Schleißfächer mit Saisonaufbewahrungsschränken (minus 70.000 Euro), Umkleiden (minus 27.000 Euro) und Warmwasserduschen (minus 9.000 Euro). Die „modulartige Bauweise“ erlaube aber eine spätere Erweiterung des Gebäudes, so dass die Flächen zu einem späteren Zeitpunkt angebaut werden könnten, heißt es seitens der Stadt.

Kein Luxus

Luxus wird es im Strandbad kaum geben. Fußböden sind aus Betonglattstrich, Fliesen soll es nur geben, wo sie unbedingt erforderlich sind. Wandinnenflächen sollen mit Plattentafeln verschalt werden. Noch günstiger ginge es offenbar nur mit einem reinen Funktionsbau in Containerbauweise. Ein Container hätte aber nur eine Lebensdauer von zehn Jahren – ein konventioneller Bau könnte 30 Jahre halten.

Heute fällt Entscheidung

In der Bürgerfragestunde der letzten Gemeinderatssitzung hatte Henning von Jagow von der Bürgerinitiative Bürgersinn schon einmal genauer nachgefragt. Er wollte von der Oberbürgermeisterin wissen, was denn nun aus dem Ostbad werden soll. Die Informationen, die die Stadt den „Ostbädlern“ zukommen ließ, waren bislang tatsächlich auch mehr als spärlich. Heute soll es sich in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats ändern. Der Öffentlichkeit noch nicht vorgestellt wurde bisher auch die Pächterfamilie Aktas, die nach Informationen von See-Online mehrere Bäder betreibt.

Auf den Erholungsfaktor kommt es an

Henning von Jagow denkt sehr praktisch: Ein „Eventbad“ bräuchten die Überlinger sicher nicht, sagte von Jagow. Für ihn und viele Strandbadbesucher sei es am wichtigsten, dass sie sich im Bad erholen können. Die Kapazität der Strandbadgastronomie müsse aber ausreichend groß sein. Die Schlangen im Westbad seien manchmal doch sehr lang, sagte von Jagow.

Welche Variante die Stadt baut und an welchen Modulen sie spart, soll der Gemeinderat heute beschließen.

Foto: wak/Udo Göbel von der Aquapark Management GmbH Schwimmmeister im Überlinger Ostbad 2009.

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