OB-Wahl: Konstanz Sven Zylla (SPD) macht nicht weiter

SPD-Bewerber konnte nicht mit Verwaltungskompetenz punkten – Zyllas Wunsch: Das Beste für Konstanz

Konstanz. Der SPD Kandidat Sven Zylla, der bei der OB-Wahl auf Platz vier gekommen ist, tritt beim zweiten Wahlgang nicht mehr an. Das kündigte Zylla am Montagabend an. Eine Wahlempfehlung hat Sven Zylla, der 3.713 Stimmen oder 14, 3 Prozent der Stimmen holte, nicht ausgesprochen.

Zylla informierte zunächst Partei

Sven Zylla hat heute vor Vorstand und Fraktion der ihn unterstützenden SPD Konstanz seine Entscheidung dargelegt, nicht weiter zu kandidieren. Diese Entscheidung habe er sich nicht leicht gemacht. Zumal ihn zahlreiche Menschen aufgefordert hätten, weiter zu machen, darunter auch Mitbewerber, die eine Empfehlung für ihn aussprechen wollten. „Ich danke allen, die mich bei meinem Wahlkampf unterstützt haben und mir am vergangenen Sonntag ihr Vertrauen ausgesprochen haben. Und ich danke allen, die bis heute an mich als dem geeignetsten OB für Konstanz glauben.“

Es geht um Konstanz

Heute habe er die gestrigen Ergebnissen noch einmal analysiert und mit seinen Unterstützern, seinen Freunden und seiner Frau lange und intensiv alle Argumente für und gegen eine weitere Kandidatur abgewogen. Zentral war dabei die Feststellung, dass es trotz seiner Fachkompetenz und Verwaltungserfahrung sowie eines engagierten Wahlkampfes mit den richtigen zentralen Themen für die Stadt, nicht gelungen ist, mehr Wählerinnen und Wähler zu gewinnen. „Es geht bei dieser Wahl in erster Linie nicht um meine eigene Person, sondern um Konstanz. Mir sind die Inhalte wichtig, die ich als OB gerne in diese Stadt eingebracht hätte und mir nach wie vor wichtig sind: Gute Bildung, innovative Wirtschaft und soziales Miteinander. Im Interesse dieser Inhalte, verbietet sich ein Weiterkandidieren um jeden Preis. Stattdessen wünsche ich mir, gemeinsam mit dem Ortsvereinsvorsitzenden Uwe Herwig, dem Fraktionsvorsitzenden Jürgen Puchta und dem Kreisvorsitzenden Peter Friedrich, dass meine Vorschläge und Ideen dennoch in die zukünftige Kommunalpolitik mit einfließen.“

5 Kommentare to “OB-Wahl: Konstanz Sven Zylla (SPD) macht nicht weiter”

  1. dk
    3. Juli 2012 at 00:38 #

    „Gute Bildung, innovative Wirtschaft und soziales Miteinander.“ sind sicher auch Erfolgsfaktoren in MV.

    Auf Wunsch hatte ich meinem Cousin bei einem Besuch in der DDR ein Buch über „Elektrotechnik im KFZ-Handwerk“ mitgebracht, wobei die Einfuhr von Druckerzeugnissen strikt verboten war. Als Ausrede hätte ich es als Ergänzung zum Erste-Hilfe-Kasten für ein Auto mit Tücken ausgewiesen. Der Verwandte war (und ist es noch bei einer gehobenen Position) KFZ-Mechaniker, der sich sehr für Motorräder und Autos interessiert; das Buch verhalf ihm zu einem Alleinstellungsmerkmal bis 1989. Unter gewissen Umständen kann ein Technik-Buch zu einem erfüllenden Lebensbestandteil werden.

    In der Tat hatte ich beim Grenzübertritt immer etwas weiche Knie, daß man einem Auto-Narren treffen könnte, der in der „Garage“ das West-Auto auseinander schrauben läßt und mich danach mit den Bauteilen alleine auf dem DDR-Zollhof zurücklässt. Einfach viel zu viel „James Bond 007-Spielfilme“ gesehen.

    Hoffentlich sind in MV die Schulen mit PCs und dazugehörigen IT-Lehrern ausgestattet, damit Kinder erfahren, auf was man alles Lust im Bereich der beruflichen Weiterbildung bekommen kann (z.B. Informatik, Medien, Design u.a.) Für MV dürfte der Bodensee-Slogan „Arbeiten, wo andere Urlaub machen“ auch anwendbar sein, sofern man sich an einen ruhigeren Nerven- und Kräfte sparenden Lebensstil gewöhnen kann. Die „demokratische Streitkultur“ dürfte immer noch unterentwickelt sein, weil die Bevölkerungsdichte einfach viel zu gering ist.

  2. Barbara Rutkowski
    3. Juli 2012 at 14:47 #

    Sehr geehrte(r) dk:
    … hier kann ich deutlich widersprechen: nach 26 Jahren Leben am Bodensee wohne ich nun in MV. Politisches Interesse und der Wunsch um an der Zukunft orientierten Bildungschancen haben hier nicht automatisch nachgelassen … Der Unterschied ist aber auf anderer Ebene mehr als deutlich: hier in MV scheinen die Leut‘ ausgesprochen deutlich an thematischer Auseinandersetzung und Diskussion interessiert. Argumente werden jedoch nicht ganz so vorsichtig (und) langatmig (und) freundlich vorgetragen, wie mir von den Bodenseeindianern bekannt. Es geht direkter und vor allen Dingen (!) ehrlicher dabei zu. (Anmerkung: nett genügt halt nicht immer – in MV jedenfalls nicht. Herr Zyla kommt aus meiner Sicht zum Glück wieder zu uns zurück. Er wird sich hier manch erworbene Persönlichkeit bewahren können, die am See am Ende doch wieder aufgeweicht würde … Nun hoffe ich, kann Frau Reiser ran … Liebe Grüsse aus dem hohen Norden (nix für ungut!) also! :-))

  3. dk
    3. Juli 2012 at 21:40 #

    Frau Rutkowski:
    Mein letzter Satz sollte lediglich ausdrücken, dass eine geringe Bevölkerungsdichte weniger Konflikte und Streitfragen entstehen lassen dürften.

    Erfolgserlebnisse dürften in MV mit weniger Aufwand machbar sein; z.B. als Webagentur ( http://www.psd-tutorials.de/team ) in einem Dorf in der Nähe von Ostsee und Polen. In deren Newsletter gibt es häufiger Sonderangebote mit (inter-)nationalen Partnern (verbilligte Bücher, Poster-Foto-Dienste u.a.) und natürlich aktuelle Themen zum Portal über Webentwicklung, ins. Design, Fotografie, Adobe Software (z.B. Photoshop) u.a. Sogar eigene Lerne-Videos auf CD werden herausgegeben und vertrieben.

    Über deutliche oder ehrliche Worte bzw. der aufgeweichten Persönlichkeit muß ich noch länger nachdenken. Andererseits begegnet man täglich seit Monaten Pflegepersonal, das ganz neue Maßstäbe gesetzt hat, denen man sich nicht entziehen kann.

  4. Barbara Rutkowski
    4. Juli 2012 at 09:24 #

    Sehr geehrte(r) dk: Ihr Beitrag eben ist einfach brillant und macht mir richtig, richtig Freude – Danke also an einen offensichtlich sympathischen (weil nachdenklich und gut informiert) Leser! Liebe Grüsse aus Eggesin, BRU :-))

  5. dk
    6. Juli 2012 at 02:13 #

    Sehr geehrte Frau Rutkowski,

    beim Studium im Ostharz/S-Anhalt kam mir der Gedanke, ob die gute Luft im Harz nicht ein Wundermittel für eine geschädigte Seele ist. Insofern hat mich Ihr erster Kommentar an einiges erinnert, zumal im östlichen Teil von MV geschätzte Verwandte leben, die ich in bester Erinnerung habe.

    Bei dem genannten Pflegepersonal handelt es sich überwiegend Frauen im Alter von ca. 20-50 Jahren, wobei gelegentliche jüngere Azubis / Praktikanten nicht mitgezählt sind. Alle sind äußerst umgänglich und das zu 200% problemfreie Verhältniss zwischen Mann und Frau war kurzfristig überraschend und überfordernd. Einige davon hatte ich als sog. Ossis angesehen, was freudige Erinnerungen an Harz und Ostsee ausgelöst hatte. Später stellte sich heraus, dass es sich um Migrantinnen aus Osteuropa mit bestem Deutsch handelte, was der Vertrautheit aber keinen Abbruch tat. Es hat einige Monate gedauert, bis man den direkten Kontrast zweier Welten verdaut hatte. Irgendwie bin auch ich ein „ein wenig Migrant“: sowohl am Bodensee als auch im Harz und an der Ostsee.

    Ich wünsche MV eine gute Zukunft im Bildungsbereich und Wirtschaftsentwicklung. Vielleicht sogar im Pflegebereich? Deutliche und ehrliche Worte werden nicht benötigt; vieles ist sprachlos lesbar. Vielleicht zahlen sich die vielen kleinen Unterschiede irgendwann einmal für MV positiv aus. Viele Grüsse vom See.

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.