Politikwissenschaftler über Genese der Bildungspolitik in Wohlfahrtsstaaten

Internationale Konferenz an der Universität Konstanz untersucht Bildungssysteme im Ländervergleich

Konstanz (red) In einer der schönsten Locations am Konstanzer Seerhein treffen sich Politikwissenschaftler, um über Bildungspolitik in Wohlfahrtsstaaten zu diskutieren. Der Titel der Konferenz ist „Welfare State Traditions, Education and Higher Education Policy“. Der Austausch der Forscher wird von der Fritz-Thyssen-Stiftung gefördert und findet vom 5. bis zum 7. Mai im Restaurant „Seerhein“ in Konstanz statt. Mit dabei ist Professor Dr. Christoph Knill, der jüngst vom Europäischen Forschungsrat mit dem „ERC Advanced Grant“, dem höchsten Wissenschaftspreis der Europäischen Union (EU), ausgezeichnet worden ist.

Wohlfahrtsstaatstraditionen und Bildungspolitik

Die internationale Bildungs- und Hochschulpolitik steht spätestens seit dem Bologna-Prozess auf Hochschulebene und den PISA-Studien auf Schulebene im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit. Nichtsdestotrotz ist das Wechselverhältnis zwischen Bildungspolitik, Hochschulpolitik und den internationalen Ausprägungen des Wohlfahrtsstaates nach wie vor ungeklärt. Die internationale Konferenz „Welfare State Traditions, Education and Higher Education Policy“ der Universität Konstanz hat das Anliegen, die Verbindung zwischen nationalen Wohlfahrtsstaatstraditionen und Bildungspolitik im internationalen Vergleich zu beleuchten. Die Professoren Christoph Knill und Markus Freitag der Universität Konstanz versammeln hierzu vom 5. bis zum 7. Mai rund 30 Sprecher aus acht Ländern in Konstanz. Damit wird internationalen Politikwissenschaftlern ein Forum geboten, auf dem erstmalig sowohl Hochschulpolitik als auch Bildungspolitik vergleichend und systematisch betrachtet werden.

Auswirkungen von Wohlfahrtsstaatstraditionen auf Bildungspolitik

Welche Wechselbeziehungen gibt es zwischen Bildungspolitik und den Traditionen des Wohlfahrtsstaates? Welche politischen Motivationen stehen hinter den mannigfaltigen Ausprägungen der Bildungssysteme? Wie statisch oder wandelbar sind Bildungssysteme und wie lassen sich die unterschiedlichen Entwicklungen von Bildungssystemen begründen? Die Konferenz „Welfare State Traditions, Education and Higher Education Policy“ fokussiert drei Schwerpunkte: Ein erstes Anliegen der Veranstaltung ist die Identifizierung und Etablierung von Typologien der Bildungs- und Hochschulpolitik wie auch deren Abgleich mit den klassischen Typologien des Wohlfahrtsstaates. Ein zweites Ziel ist die Analyse der Entwicklung von Bildungssystemen in einer Langzeitbetrachtung. Ein dritter Fokus sucht nach Erklärungen für die Entstehungen und Ausprägungen der Bildungssysteme. „Die Analyse erfolgt aus dem Blickwinkel unterschiedlicher Wohlfahrtsstaatstraditionen: Wie wirken sich diese auf die Ausgestaltung von Bildungs- und Hochschulpolitik im Ländervergleich aus; wie beeinflussen sie die Übernahme von marktorientierten Steuerungsansätzen?“, erläutert Christoph Knill.

Podiumsdiskussion zum Thema „Der Bologna-Prozess“

Die Zusammenhänge von Bildungspolitik und den Traditionen des Wohlfahrtsstaates sind ein noch wenig erforschter Bereich; von einer bestehenden Forschergemeinschaft kann in diesem wissenschaftlichen Sektor bislang noch nicht gesprochen werden. Aus diesem Grund versteht sich die Konferenz als Kontaktpunkt und Forum für internationale Forscher, die zu dieser Fragestellung arbeiten, um eine Forschergemeinschaft zu stiften. Um diesem Anspruch nachzukommen, setzt die Konferenz Wert auf ausgiebige Diskussionssequenzen. Ein Höhepunkt der Veranstaltung wird eine Podiumsdiskussion zum Thema „Der Bologna-Prozess“ sein.

Renommierter Konstanzer Politikwissenschaftler an Bord

Für seine Forschung in der vergleichenden Politikwissenschaft wurde Professor Dr. Christoph Knill jüngst vom Europäischen Forschungsrat mit dem „ERC Advanced Grant“, dem höchsten Wissenschaftspreis der Europäischen Union (EU), ausgezeichnet. „Welfare State Traditions, Education and Higher Education Policy“ wird von der Fritz-Thyssen-Stiftung gefördert. Die Konferenz findet vom 5. bis zum 7. Mai im Restaurant „Seerhein“ in Konstanz statt.

Foto: Jochen Staudacher Universität Konstanz

Ein Kommentar to “Politikwissenschaftler über Genese der Bildungspolitik in Wohlfahrtsstaaten”

  1. dk
    28. April 2010 at 06:38 #

    Persons with lower education can read this web article for definitions of terms: under the headline „critics“ some arguments from „lberal“ and „links“ can be noticed.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Wohlfahrtsstaat

    The first sentences sound very strange, like a topic of history, located 100 years ago:
    after „Ossi-(Ost)algie“ the „welfare-allergy“?

    A further website reports about swedish welfare state, which is history for about estimated 20-30 years (like a dream or utopia).

    http://de.wikipedia.org/wiki/Schwedischer_Wohlfahrtsstaat

    Better you should talk about „finance crises vs. welfare state“ and take a look at the oldest democracy greece with some very angry inhabitants.

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.