Polizei und Verkehrsbetriebe fordern Zivilcourage

Aktion-tu-was startet nach dem Pfingstwochenende im Kreis Konstanz

Konstanz (red) Die Stadtwerke Konstanz GmbH, die Südbaden Bus GmbH mit den Stadtwerken Singen, die Schweizerische Bundesbahn und die Polizeidirektion Konstanz setzen im Öffentlichen Personennahverkehr ein Zeichen für Zivilcourage. See-Online unterstützt die Aktion mit einem kostenlosen Banner hier auf unserer Seite.

In Notsituationen nicht wegschauen

„Was geht’s mich an? Was kann ich schon tun? Gibt es da nicht andere, die für so etwas zuständig sind?“ Mit diesen oder ähnlichen Fragen rechtfertigen sich immer noch viel zu viele Menschen, die Zeuge einer Straftat geworden sind oder jemandem in einer Notsituation beistehen sollten. Mit Plakaten wird ab kommender Woche in Bussen und Bahnen im Landkreis Konstanz für die Aktion „Tu-was“ geworben. Finanziell unterstützen diese Aktion der Förderverein Sicherer Landkreis Konstanz e.V. und die Stadtwerke Konstanz GmbH.

Spektakulärer Fall Dominik Brunner

Zivilcourage gezeigt hatte im vergangen Jahr in einem öffentlichen Verkehrsmittel, der Münchner S-Bahn, auch Dominik Brunner, der für sein Eingreifen mit dem Leben bezahlt hat. Im Juli beginnt der Prozess gegen die beiden mutmaßlichen Mörder von Dominik Brunner. Die Angeklagten sollen Brunner im September 2009 an einer Station der Münchner S-Bahn mit Schlägen und Tritten umgebracht haben. Brunner hatte zuvor versucht, vier Kinder zu schützen. Brunner hatte nicht weggeschaut.

Engagement statt Ignoranz

Hinsehen statt Wegschauen, Engagement statt Ignoranz – das fordern jetzt auch die Polizei und die Betreiber von öffentlichen Verkehrsmitteln im Kreis Konstanz. „Diese Aufforderung ist aktueller denn je“, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Denn mit jedem gewalttätigen Vorfall in Zügen oder Bussen, der in der Öffentlichkeit bekannt werde, sinke das Sicherheitsgefühl der Bürger. Orte, an denen sich die Bürger nicht sicher fühlen, werden zu Angsträumen und gemieden. Das wiederum reduziere soziale Kontrolle und begünstige kriminelles Verhalten.  „Wenn alle hinschauen und mithelfen, erhöhen wir die Sicherheit deutlich. Dennoch gilt die Maxime, dass mutige, couragierte Menschen, die Opfern helfen, sich nicht selbst in Gefahr bringen sollen“, heißt es in der Mitteilung.

Sechs Tipps der Polizei für mehr Sicherheit im öffentlichen Raum:

– Ich helfe, ohne mich selbst in Gefahr zu bringen

– Ich fordere andere aktiv und direkt zur Mithilfe auf

– Ich beobachte genau, präge mir Täter-Merkmale ein

– Ich organisiere Hilfe unter Notruf 110

– Ich kümmere mich um Opfer

– Ich stelle mich als Zeuge zur Verfügung.

Das polizeiliche Medienangebot der „Aktion-tu-was!“ umfasst Faltblätter, Info-Karten und Plakate. Die Faltblätter und Info-Karten gibt’s bei den Polizeidienststellen. Weitere Informationen über Inhalte und Ziele der Aktion sind im Internet unter http://www.aktion-tu-was.de verfügbar.

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