Privatschule kommt nicht ums G8 herum

Neues G9 in Internatsschule Salem gestoppt

Salem (wak) Die Internatschule Salem zieht ihren Antrag, ein „Salem-Jahr“ einzuführen, zurück. Das bestätigte die Schule am Nachmittag. Mit dem zusätzlichen Schuljahr wollte die private Eliteschule mit einem freiwilligen Zusatzjahr den Unterricht an der Privatschule „entschleunigen“. Der Philologenverband hatte darauf hin gefordert, dass ein freiwilliges „G9-Jahr“ dann an allen Gymnasien in Baden-Württemberg erlaubt sein sollte.

Kein Präzedenzfall mit G8 Umgehung in Salem

Ein Lex Salem wird es nicht geben und auch kein Präzedenzfall geschaffen werden. Die Internatsschule Salem hat ihren Antrag auf ein zusätzliches neuntes Schuljahr, das sogenannte „Salem-Jahr“, bei Kultusministerium zurückgezogen. Mit dem „Salem-Jahr“ wollte die Internatsschule die individuelle Förderung von Jugendlichen ermöglichen. Das Kultusministerium hätte entscheiden müssen. Schulleiterin Eva Maria Haberfellner will trotz des Zurückziehens des Antrags an dem Projekt aber offenbar festhalten. Dazu müsste sich die Schule aber mit dem Kultusministerium einig werden.

Auch Privatschule muss beim G8 bleiben

Ganz so einfach dürfte das aber nicht werden: Denn in ganz Baden-Württemberg ist G8 ein Muss. Tatsächlich im ganzen Land, mag sich Schulleiterin Eva Maria Haberfellner gefragt haben. Nein. Eine angesehene private Eliteschule in Salem wollte Widerstand leisten. Die Schüler in Salem sollten wieder mehr Zeit zum Lernen und nebenbei die Muße haben, ihre Persönlichkeit zu entwickeln. Doch davon träumten leider nicht nur Schüler der Schlossschule Salem und des Salem College in Überlingen. Seit das achtjährige Gymnasium den Druck an den Gymnasien erhöht hat, sehnen sich auch Schüler an staatlichen Schulen zurück zum G9.

Philologenverband Baden-Württemberg forderte Gleichbehandlung

Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) forderte lautstark: Ein freiwilliges „G9-Salemjahr“ sollte allen Gymnasien erlaubt sein! „Wir können uns durchaus ein ,G9-Salemjahr‘ für alle allgemeinbildenden Gymnasien des Landes auf freiwilliger Basis vorstellen; wenn die Privatschule Schloss Salem erkannt hat, dass ein Teil ihrer Schüler mit der G8-Geschwindigkeit nicht zurecht kommt, dann dann trifft das auch für die staatlichen Gymnasien zu“, so der Landesvorsitzende des Philologenverbandes Baden-Württemberg (PhV BW), Bernd Saur. Saur äußerte sich im Portal bildungsklick.de zur Idee der privaten Eliteschule Salem, mit einem sogenannten „Salemjahr“ eine „Entschleunigung“ des achtjährigen gymnasialen Bildungsgangs zu ermöglichen. „Wir bleiben bei unserer Forderung, ein freiwilliges neuntes Schuljahr und somit Parallelität von acht- und neunjährigem Bildungsgang allen Gymnasien, die das möchten, zu erlauben“, so Saur bei bildungsklick.de. Nichts geworden ist es wohl auch deswegen mit einem Ja des Kultusministeriums und mit einem freiwilligen Zusatzjahr zur Entschleunigung nach der zehnten Klasse. Auch die Privatschule kommt ums G8 nicht herum.

Waldorfschüler haben auch mehr Zeit zum Lernen

In Salem habe man offenbar erkannt, dass es auch Schülerinnen und Schüler gebe, die einfach etwas mehr Zeit benötigen und für die deshalb sinnvollerweise ein weiteres Schuljahr angeboten werden sollte. Saur: „Was in Salem als richtig erkannt wurde, kann andernorts nicht falsch sein!“ Saur weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass auch Waldorfschulen mehr Zeit für den Weg bis zum Abitur bekommen.

Mehr Infos zum Standpunkt des Philologenverbandes Baden-Württemberg

http://bildungsklick.de/pm/71773/philologenverband-baden-wuerttemberg-phv-bw-fordert-ein-freiwilliges-g9-salemjahr-sollte-allen-gymnasien-erlaubt-sein/

Foto: Matthias Stanke PIXELIO

www.pixelio.de

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