Projektentwickler will 4 Sterne Hotel bauen

Bürgerinformation zu Hotelprojekt „Südlich Härlen“ im April

Überlingen (wak) Überlingen braucht ein modernes Wellnesshotel der gehobenen Kategorie. So steht es schon im Tourismus-Gutachten der Universität St. Gallen von 2002. Acht Jahre später könnte tatsächlich ein Life Style Resort „Südlich Härlen“ entstehen. Derzeit verhandelt die Stadt mit einem Interessenten. Auch einen möglichen Betreiber gibt es schon. Nachdem in der vergangenen Woche ein Ausschreibungsverfahren aufgehoben worden ist, hat die Stadt freie Hand. Nach Ostern informiert die Oberbürgermeisterin die Überlinger Bürger.

Überlingen verhandelt mit einzigem Interessenten

In der vergangenen Woche entschied der Gemeinderat eine europaweite Ausschreibung zu stoppen. Nur eine Projektentwicklungsgruppe aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz hatte auf die europaweite Ausschreibung des Grundstücksverkaufs mit Bauverpflichtung reagiert und für ein Hotel im Gebiet „Südlich Härlen“ eine Bewerbung eingereicht. Das Angebot habe aber weder städtebaulich, noch architektonisch und auch nicht vom Hotelkonzept her den Vorstellungen der Stadt entsprochen. Nach der Aufhebung der Ausschreibung hat die Stadt freie Hand. Sie verhandelt mit dem Interessenten nun weiter.

Tagungs- und Wellnesshotel beim Krankenhaus geplant

Die Interessenten haben ein Tagungs- und Wellnesshotel mit 136 Zimmern und 45 angeschlossenen Ferienappartements konzipiert. Entstehen sollen neben Zimmern und Suiten sowie den Appartements ein Restaurant, großzügige SPA- und Wellnessflächen sowie Konferenzzonen und ein Restaurant. Geplant sind außerdem eine Tiefgarage mit 175 Plätzen sowie wenige oberirdische Stellplätze. Eine Entwurfsplanung fürs Life Style Resort in der Kategorie 4 Sterne nahe des Krankenhauses existiert bereits. Zum Komplex gehören auch zwei Baukörper mit Wohnungen. Mit dem Verkauf der Wohnungen will die Projektentwicklergruppe offenbar das Life Style Resort finanzieren.

Möglicher Hotelbetreiber stellt sich vor

Bevor sich der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung mit dem Plankonzept befasst, informiert die Oberbürgermeisterin am Montag, 12. April, um 19 Uhr die Überlinger Bürger bei einer Informationsveranstaltung im Kursaal am See. Der mögliche Hotelbetreiber und die Projektentwicklungsgruppe werden an dem Abend ihre bisherigen Überlegungen präsentieren, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Nach der Präsentation möchte die Oberbürgermeisterin noch mit den Bürgerinnen und Bürgern über das Konzept diskutieren.

Ein Wettberwerber fürs Hotel St. Leonhard

Neu ist das Thema Hotel-Ansiedlung in Überlingen nicht. Ein Luxushotels sollte bereits auch einmal am Stadteingang West auf dem Grafschen Gelände entstehen. Die Bürgerinitiative „Bürgersinn“ lief damals Sturm und befand, dass der Stadteingang West kein geeigneter Hotelstandort sei. Überhaupt hielt die Bürgerinitiative damals ein 4 Sterne Haus für überflüssig. Begründung damals: Das 330-Betten Hotel St. Leonhard sei im Schnitt nur zu 43 Prozent ausgelastet. Es fehle also kein 4 Sterne, sondern eher ein 2 oder 3 Sterne Hotel, behauptete damals der „Bürgersinn“, der zuvor auch schon gegen den Bau der Bodensee Therme protestiert hatte.

Historie der geplanten Hotelansiedlung

In Zusammenhang mit der Stadtentwicklung beschäftigen sich Verwaltung und Gemeinderat in Überlingen bereits seit einigen Jahren mit der Optimierung des Kur- und Tourismusangebots. Immer wieder ging es um das Thema Hotelansiedlung. Die Befürworter haben sich seit 2002 auf das Tourismus-Marketing-Gutachten der Universität St. Gallen berufen. 2003 hatte ein eigens eingesetzter Arbeitskreis „Hotelansiedlung“ mehrere mögliche Hotelstandorte in Überlingen erfasst und bewertet. Dabei habe hat sich der Standort „Südlich Härlen“ immer stärker als „einer der geeignetsten Hotelstandorte herauskristallisiert”, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Im Dezember 2008 hat der Gemeinderat dann in öffentlicher Sitzung einstimmig den Grundsatzbeschluss zur Ansiedlung eines Hotels im Gebiet „Südlich Härlen“ gefasst und die hierfür notwendige europaweite Ausschreibung beschlossen. Diese wurde im Juni 2009 veröffentlicht und nun wieder aufgehoben, so dass die Stadt seit vergangener Woche frei Hand hat, um zu verhandeln.

Gescheiterte Projekte in anderen Städten

In Meersburg, wo es ebenfalls Pläne für ein 4 bis 5 Sterne Hotel nahe der Meersburg Therme gab, kam das Projekt, obwohl es einen Investor gegeben hätte, ins Stocken. Möglicherweise ist in der Wirtschaftskrise der Betreiber abgesprungen. In Konstanz sollte zuletzt ein Konzert- und Kongresshaus mit einem angeschlossenen privat finanzierten Hotel entstehen. Bei einem Bürgerentscheid wurde das Projekt am vergangenen Sonntag aber abgelehnt. Die Konstanzer Öffentlichkeit war erst sehr spät über die Entwurfsplanung informiert worden. Der Grund: In Konstanz hatte sich die Stadt für ein weitgehend nicht-öffentliches Verfahren entschieden, was zu großen Widerständen in der Bevölkerung geführt hatte – und am Ende neben dem Standort und den Finanzen – das Projekt zum Kippen brachte. Denselben Fehler will Oberbürgermeisterin Sabine Becker in Überlingen offenbar nicht machen.

Foto: zeigt einen Hotelbau in einer anderen Stadt/Peter von Bechen PIXELIO

www.pixelio.de

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