Red Bull Dosen aus der Schweiz rollen über die Schiene durch Konstanz

Schweizer beschweren sich über Güterzüge der Railion Deutschland AG – Waggons voll Paletten mit Getränkedosen auf dem Weg in die USA

Konstanz/Kreuzlingen. Die Thurgauer Zeitung hat ein Geheimnis gelüftet. Die Güterzüge, die mehrmals täglich durch Konstanz in Richtung Singen über die alte Rheinbrücke und Petershausen donnern, transportieren volle Red Bull Getränkedosen. Vom Schweizer Rheintal aus, wo der Energy Drink in Dosen abgefüllt wird, reisen die Red Bull Paletten über Deutschland in die USA. Ein echter Aufreger sind die lauten Güterzüge für die IG Seelinie in Romanshorn. Den Schweizern sind die deutschen Züge viel zu laut.

Vorarlberger Firma Rauch füllt Dosen ab

Red Bull hat keine eigenen Produktionsstätten, sondern lässt das Getränk bei der Firma Rauch in Vorarlberg abfüllen. Es gibt aber eine Ausnahme: Die Dosen, die in die USA exportiert werden, gehen nicht von Vorarlberg aus auf die Reise. Die Red Bull Dosen für den amerikanischen Markt füllt Rauch in der Schweiz ab, wo Rauch ein Werk in Widnau errichtet hat. Widnau liegt im unteren Rheintal am westlichen Ufer des Rheins, wo die Grenze zwischen dem österreichischen Bundesland Vorarlberg und dem schweizerischen Kanton St. Gallen verläuft.

Red Bull reist in rostigen Waggons

Die Thurgauer Zeitung berichtete jetzt, dass täglich Hunderte von Paletten mit gefüllten Red Bull Dosen auf der Schiene durch die Schweiz und über Konstanz in Richtung Norddeutschland transportiert würden. Auf dem Weg in die Schweiz hätten die Güterzüge dann leere Getränkedosen aus dem Ruhrgebiet geladen. Den meistens der oft rostig aussehenden Güterzügen ist tatsächlich nicht anzusehen, welche Fracht sie transportieren. Red Bull Waggons mit Werbeaufschrift dürfte es es eher auf den Schienen von Modelleisenbahnen geben.

Schweizer an der Seelinie genervt

Die Schweizer, die an der Seelinie wohnen, sind verärgert. 2006 hat sich die IG Seelinie, damals in Utwil, gegründet. Ziel der Schweizer ist es, dass die Güterzüge, die am See entlang fahren, in Zukunft weniger und leiser werden. Besonders harsch kritisiert die IG Seelinie die Güterzugflotte der Güterbahn Railion Deutschland AG. Deren Züge seien besonders alt und laut, heißt es. Die Laufwerke sollen angeblich auf dem Stand von „vor sechzig Jahren“ sein. So steht es in der Thurgauer Zeitung.

Den Dosen Flügel verleihen

Zwischen den Konstanzer Nachbarstadt Kreuzlingen und St. Margarethen sollen nach Angaben der IG Seelinie täglich mehr als 20 lärmende Güterzüge fahren. Ein Konstanzer zählte, dass jeder Zug 25 Waggons habe. Auf der Homepage der IG Seelinie steht zu lesen, dass die Güter früher auf der Strecke Ulm-Lindau-Bregenz transportiert worden seien. Auf dieser Schienenstrecke sei aber ein Wechsel der Lokomotiven nötig gewesen. Durch die Schweiz geht es anscheinend bequemer. Am liebsten wäre es den Schweizern – und auch vielen Konstanzern – vermutlich, wenn Red Bull seinen Dosen Flügel verleihen würde und gar keine Güterzüge mehr am See entlang über die Schiene rumpeln würden.

Hier geht es zu dem Bericht der Thurgauer Zeitung.

Hier geht es zur IG Seelinie.

Fotos: Rike PIXELIO www.pixelio.de und Frieder Schindele

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