Rekordanmeldungen in Konstanzer Kindertagesstätten: Stadt und freie Träger vergaben 942 Kita-Plätze

Kita-Plätze in KonstanzKonstanz. Von „Rekordanmeldungen“ bei den Kindertagesstätten berichtet die Stadt Konstanz. Stadt und freie Träger vergeben laut Stadt zum nächsten Kindergartenjahr 942 Kita-Plätze für Kinder Ü-3. Die Platzsituation für Kinder U-3 ist aber wesentlich schlechter. Hier kommt Konstanz gerade einmal auf eine Quote von 36,9 Prozent. Diese Quote dürfte nicht ausreichen, um die Nachfrage zu befriedigen. Ab August haben alle Unterdreijährigen das Recht auf einen Platz in Kindertageseinrichtungen oder bei Tagesmüttern.

Konstanz bei Kindern Ü-3 gut aufgestellt

Zum neuen Kindergartenjahr im September haben die Träger der Kita-Einrichtungen in Konstanz 942 Zusagen für die Kita-Plätze verschickt. Die Versorgung mit Kita-Plätzen für Kinder über drei Jahren ist sehr gut. Nicht immer konnte allerdings ein Platz in der von den Eltern gewünschten Einrichtung angeboten werden. Durch das System der Online-Vormerkungen konnte das Vergabeverfahren nach Mitteilung der Stadt optimiert werden.

Alle Eltern kamen zum Zug

Bei der Platzsituation für Kinder über drei Jahre konnte allen Eltern, die einen Ganztagesplatz gesucht haben und alleinerziehend, erwerbstätig, arbeitssuchend gemeldet sind oder sich in einer Ausbildung befinden, ein Platz mit Ganztagesbetreuung angeboten werden. Gleiches gilt für Familien, die für ihr Kind einen verlängerten Vormittagsplatz oder einen Regelkindergartenplatz gesucht haben. Hier konnten alle Kinder versorgt werden, die bis einschließlich 11. November 3 Jahre alt werden.

Ausnahme bei Wunscheinrichtungen

Von dieser positiven Bilanz sind nur einige Familien (48 Kinder) ausgenommen, die keine Alternativangebote bei der Platzzusage zugelassen haben. Diese Familien warten auf eigenen Wunsch weiterhin auf ein Platzangebot in ihrer Wunscheinrichtung.

Kritische Situation bei Kindern U-3

Anders sieht die Platzsituation nach Mitteilung der Stadt bei den Kindern unter drei Jahren aus. Darauf habe die Stadt wiederholt hingewiesen, heißt es in einer Mitteilung. Das habe unter anderem damit zu tun, dass den Kommunen vom Gesetzgeber sehr wenig Zeit eingeräumt wurde, um den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz umzusetzen. Auch hat sich in Konstanz die Nachfragesituation stark verändert: ursprünglich ging man von einer erforderlichen Betreuungsquote von 40 % aus; mittlerweile liegt der Bedarf in Konstanz jedoch bei rund 60 %. Ein weiteres Problem stellt der Fachkräftemangel dar, um ausreichend Betreuungsplätze anbieten zu können.

Konstanz strengte sich an

Konstanz hat 2006 den Ausbau mit dem Ziel begonnen, die Betreuungsplätze von damals 220 auf 720 bis Ende 2013 auszubauen. Von diesen geplanten 500 Plätzen sind mittlerweile 390 in Betrieb genommen. Weitere sind in Bau bzw. in der Umsetzungsplanung. Dazu wurden bis jetzt 21 Mio. € investiert. In der mittelfristigen Finanzplanung sind weitere 19,6 Mio € vorgesehen. Konstanz hat zusammen mit allen freien Trägern enorme Anstrengungen beim Ausbau der Betreuungsplätze unternommen.

So wurde bei der Platzvergabe vorgegangen

Berücksichtigt wurden alle Vormerkungen, die bis Ende März eingegangen waren. Die Krippen-, Ganztages- und Hortplätze wurden nach der Punktzahl der Kriterien vergeben, die Halbtages-, Regel-, und Verlängerten Plätze nach dem Alter der Kinder. Dabei wurden die von den Eltern angegebenen Wunscheinrichtungen berücksichtigt.

Wo dies nicht der Fall war, wurde die Einrichtung mit 2. und 3. Priorität geprüft. So konnten viele weitere Familien versorgt werden. Die überwiegende Mehrzahl aller Eltern (64%) hat in einer der von ihnen favorisierten Einrichtungen eine Platzzusage erhalten. Die anderen Familien wurden auf anderen Einrichtungen verwiesen. In diesen Fällen wurde die vom Wohnort geographisch am nächsten gelegene Einrichtung angeboten.

Keine Garantie für Wunschplatz

Die gemeinsame zentrale Kita-Vormerkung sieht die Stadt als einen großen Fortschritt gegenüber dem früheren Verfahren an, bei dem es sehr häufig zu Mehrfachnennungen und unübersichtlichen Situationen kam. Dennoch könne auch die gemeinsame zentrale Kita-Vormerkung und das beste Anmeldesystem nicht garantieren, dass jede Familie den Betreuungsplatz in der gewünschten Einrichtung tatsächlich auch erhält. Die Zahl der freien Plätze in einer Einrichtung hängt davon ab, wie viele Kinder in die Schule oder aus der Krippe in den Kindergarten wechseln.

Mehr Anmeldungen als Plätze

Etliche Einrichtungen hatten deutlich mehr Vormerkungen als Plätze zu vergeben waren. Einige der verbliebenen Kinder konnten auch in keiner der beiden anderen Wunscheinrichtungen versorgt werden, weil auch dort mehr Vormerkungen als Plätze zu verzeichnen waren. Diese Kinder wurden an andere Einrichtungen mit freien Plätzen vermittelt, heißt es in der Mitteilung der Stadt.

Mängel bei der Anmeldung

Einige Familien haben bei der Anmeldung die Formulare nicht vollständig ausgefüllt. Bei diesen Familien wurde laut Stadt im Nachhinein versucht, den gewünschten Betreuungsplatz zu organisieren.

Weitere Informationen zum Anmeldeverfahren: http://www.konstanz.de/soziales/01873/05112/index.html?lang=de

Foto: Kinderfest im Konstanzer Stadtgarten

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