Rohloff: „Situation mit Singen nicht zu vergleichen“

Klinikum mit 10 Millionen Euro hausintern in der Kreide

Konstanz (gro) Das Klinikum steht bei den städtischen Unternehmen derzeit mit rund 10 Millionen Euro in der Kreide. Der Krankenhausbetrieb braucht das Geld für die Abwicklung laufender Geschäfte und bedient sich am so genannten städtischen Cashpool. Der wird gespeist mit Geldern, die bei den einzelnen Unternehmen der Stadt zwar eingegangen, aber noch nicht verbraucht oder abschliessend verbucht worden sind. In Gemeinderatskreisen wird diese Entwicklung mit Sorge verfolgt. In Singen habe ein solcher Geldmangel das Krankenhaus an den Rand des Ruins gebracht. Doch Stadtkämmerer Hartmut Rohloff erklärt: Mit Singen lasse sich die Situation in Konstanz „überhaupt nicht vergleichen“.

Nachwehen des Klinikbrandes und zögerliche Versicherer

Es sei zwar „kein Geheimnis“, dass es mit der Zahlungsfähigkeit des Klinikbetriebes immer wieder Schwierigkeiten gebe, sagte der Stadtkämmerer weiter. Doch das rühre vor allem daher, dass sich nach dem Brand vor knapp zwei Jahren die Zahlungen von Versicherungen verzögerten, während der vom Feuer vernichtete Operationstrakt umgehend durch teure Provisorien ersetzt und möglichst schnell wieder aufgebaut werden musste. Ausserdem stünden bereits bewilligte Zuschussmittel für Sanierung und Neubauten aus, sagte Rohloff. Auch müsse man mit den Planungskosten in Vorleistung treten.

Cashpool spart dem Konzern Stadt Konstanz bares Geld

Vor diesem finanztechnischen Hintergrund könnte das Klinikum auch Kredite am Markt aufnehmen. Doch das ist teurer als die Inanspruchnahme stadteigener Mittel. Umso mehr, als es sich momentan kaum rentiert, nicht benötigte Mittel wie früher am Kapitalmarkt anzulegen. Zur Zeit, sagte Rohloff, würden für sechsmonatige Festgelder gerade einmal 1,6 Prozent Zinsen geboten. Da macht die Stadt ein besseres Geschäft, wenn sie verfügbares Geld an eigene, notleidende Unterunternehmen ausleiht. Sie können damit Engpässe überbrücken, bis Gelder wieder fliessen oder Langzeitkredite günstiger zu haben sind.

Rohloff: „Sorgen nützlich und verständlich“

Ganz umsonst ist allerdings auch die Inanspruchnahme des konzerneigenen Cashpools nicht. Für Ausleihungen wird etwas Zins berechnet; wer Mittel deponiert, wird mit einem kleinen Sparbonus belohnt. Der Cashpool ist auf einem Konto der Sparkasse eingerichtet, wird aber von der Stadtkasse verwaltet. Über das Cashpool-Konto fliessen laufend die gerade freien Mittel aus den Kassen der städtischen Töchter wie der Stadtwerke GmbH, der Wobak oder etwa der Tourist-Information. Die oben erwähnten Sorgen von Stadträten hält Rohloff trotzdem für „verständlich und nützlich“. Auch daran lasse sich erkennen, dass die Stadt sparen müsse.

Foto:  Rike PIXELIO www.pixelio.de

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.