Rückschlag für Zeppelin Reederei Friedrichshafen: Airship Ventures Inc. stellt Betrieb ein

Airship Ventures fand keinen neuen Werbepartner mehr – Geplatzte Träume und ein Zeppelin kehrt heim

Friedrichshafen/ Moffett Field (Kalifornien, USA). Der amerikanische Luftschiffbetreiber Airship Ventures Inc. hat beschlossen, aufgrund mangelnder Nachfrage im Werbebereich, den Geschäftsbetrieb einzustellen. Der Liquidationsprozess wird eingeleitet. Das teilte die Deutsche Zeppelin-Reederei in Friedrichshafen mit. Manche Träume sterben früh.

Hoffnungen beim Start 2007

Airship Ventures Inc. mit Sitz in Moffett Field, Kalifornien wurde 2007 gegründet mit dem Ziel, Zeppelin NT Luftschiffe in den USA für kommerzielle Passagier-Rundflüge, wissenschaftliche Sondermissionen sowie Werbe- und Medien-Einsätze zu betreiben. Die Zusammenarbeit von Airship Ventures und ZLT Zeppelin Luftschifftechnik GmbH & Co. KG begann im Juni 2007 mit der Reservierung des vierten, damals gerade im Bau befindlichen Zeppelin NT, der später auf den Namen „Eureka“ getauft wurde. Der Standort San Francisco und die Bay-Region blicken auf eine lange Luftschiffgeschichte zurück. So wurden von Moffett Field aus bereits in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts Großluftschiffe betrieben. Als Zeitzeugen sind dort immer noch drei große Luftschiffhangars zu sehen.

Luftschiff für Amerika

Mit der Auslieferung des Luftschiffs an Airship Ventures konnte die ZLT die Zulassung des Zeppelin NTs durch die amerikanische Luftfahrtbehörde „Federal Aviation Administration“ (FAA) realisieren und damit den größten Luftfahrtmarkt der Welt für weitere Verkäufe erschließen.

Schlechter Start 2008

2008 wurde der Zeppelin NT „Eureka“ in die USA überführt – mitten hinein in die größte Finanz- und Wirtschaftskrise nach dem zweiten Weltkrieg. Ein denkbar schlechter Start für den kommerziellen Betrieb eines Zeppelin NT in den USA. Trotz der schwierigen Startbedingungen konnte Airship Ventures namhafte Werbekunden an Bord holen sowie eine Vielzahl von umfangreichen Sondermissionen durchführen und über 20.000 Passagiere befördern.

Kein neuer Werbepartner

Der wichtigste Vertragsabschluss war 2010 die Unterzeichnung eines langfristigen Werbevertrags mit einer großen amerikanischen Versicherungsgruppe. Vertragsbestandteil war unter anderem eine umfangreiche Rundreise durch die USA, begleitet von einem breit gefächerten Rahmenprogramm und verschiedenen Events. Nach Ende der Vertragslaufzeit gelang es Airship Ventures jedoch nicht, rechtzeitig einen neuen und starken Werbepartner zu finden, der für einen kommerziell erfolgreichen Geschäftsbetrieb notwendig gewesen wäre.

Werft holt Luftschiff zurück

Die Zeppelin Luftschifftechnik ist Eigentümerin des Zeppelin NT Eureka. „Das Luftschiff wird wieder vermarktet, entweder an einen Drittkunden oder als Luftschiff in der europäischen Zeppelinflotte. In einem ersten Schritt wird das Luftschiff zerlegt und zum späteren Wiederaufbau nach Friedrichshafen zurück gebracht,“ erläutert Michael Schieschke, COO der ZLT, die Überlegungen des Unternehmens.

Bittere Enttäuschung

„Natürlich sind wir sehr enttäuscht, dass unserem Kunden Airship Ventures nicht mehr Erfolg beschert war – Erfolg, den das Unternehmen für seine Pionierleistung verdient gehabt hätte,“ ergänzt Thomas Brandt, CEO der ZLT, der sich momentan vor Ort in Moffett Field befindet. „Mit Airship Ventures haben wir dennoch ein wesentliches strategisches Ziel – den größten Luftfahrtmarkt der Welt zu erschließen und die Zulassung der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA zu erhalten – erreicht.“

Pressefoto ZLT: Luftschiff vor dem Hangar in Moffett Field, Kalifornien

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