Sado-Maso Party erregte Zuschauermassen am Konstanzer Pier

Hunderte Sexsklaven und Dominas feierten an Bord des Tortureships auf dem Bodensee

Konstanz/Friedrichshafen (wak) Hunderte Fetischisten, Dominas, Sklaven, Pet-Player und erotische Selbstdarsteller standen an der Reling, als am Samstagabend die „Schwaben“, das Partyschiff der Sado-Maso-Szene, zum mittlerweile 13. Mal im Konstanzer Hafen einlief. Mehrere Hundert vergleichsweise bieder gekleidete Schaulustige ließen sich das Spektakel mit aufreizenden Dessous und viel nackter Haut nicht entgehen. Dutzende zückten am Anleger ihre Digitalkameras und filmten mit dem Handy. Statistiken sagen übrigens, dass zwischen fünf und 25 Prozent der Bevölkerung regelmäßig Sexualpraktiken ausüben, bei denen sie Lust an Schmerzen empfinden. Der Bevölkerungsanteil mit entsprechenden Phantasien wird höher eingeschätzt. Lüste könnten demnach auch etwa ein Viertel der Gaffer am Pier empfunden haben.

In Partylaune und an der Kette

Es passiert immer am letzten Juniwochenende. Am vergangenen Samstag ist es denn auch wieder einmal soweit gewesen. In Friedrichshafen gingen Sexsklaven mit ihren Herrinnen an Bord und schipperten zum Warm-up über den Obersee nach Konstanz. Als die „Schwaben“ knapp zwei Stunden später im Konstanzer Hafen einlief, wummerte Partymusik vom Schiff, das beim Anlegen beträchtlich Schräglage hatte. Dass sich alle Passagiere Steuerbord drängen, kommt bei Kursschiffen sonst auch eher selten vor. Die, die sich öffentlich auf den Decks zeigten, waren in bester Partylaune. Die anschließende Show der schwarz und spärlich Gekleideten war ein bisschen frivol, die Gesten aufreizend und die Maskerade vor allem Aufsehen erregend und alles war ein riesiger Spaß. Aufgefallen waren die Teilnehmer an der etwas anderen Kreuzfahrt auf dem Bodensee, die ein Veranstalter aus Augsburg organisiert hatte und an der viele Angehörige der Züricher Sado-Maso-Szene teilgenommen haben, schon am Hafen, als Gespielinnen ihre Männer an Ketten zum Anleger führten.

Konstanzer Open-Air in Lack und Leder

In Konstanz zeigten sich aber nicht nur die zahlenden „Kreuzfahrer“ aus der SM oder Sado-Maso Szene an der Reling. An der Anlegestelle gab es auch gleich noch eine Performance. Viele in Lack und Leder verließen das Schiff zu Foto-Shootings. Spätestens jetzt trauten sich auch einige der Spanner. Wo es Karten für das Schiff gebe, fragte einer ein bisschen verschämt, kam dann aber locker ins Plaudern. Einige Voyeure outeten sich und erzählten, dass sie bei der nächsten Fetisch-Party auf dem Bodensee unbedingt selbst an Bord dabei sein wollten. Biedere Hausfrauen und Rentner standen derweil auf Bänken und ließen sich keinen Auftritt entgehen. Manche hielten noch leere Biergläser in der Hand, die sie aus der Hafenmeisterei zur Party mitgebracht hatten. Selbst Fußballfans verloren am Samstagabend vorübergehend das Interesse am Achtelfinalspiel USA gegen Ghana, das übrigens die Afrikaner gewannen, und stürmten aus dem Biergarten der Hafenhalle zum erotisierenden Happening auf dem Pier.

Christopher Street Day (CSD) am 28. Juni

Homosexuelle begehen fast zeitgleich am Montag, 28. Juni, übrigens alljährlich den Christopher Street Day (CSD). Er ist ein Festtag, Gedenktag und Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender, die an dem Tag traditionell und manchmal auch mit Paraden gegen Diskriminierung und Ausgrenzung demonstrieren. Der Tag erinnert an den Aufstand von Homosexuellen und anderen sexuellen Minderheiten gegen die Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street am 28. Juni 1969. „Schwulsein“ wird von vielen auch heute noch oft mit Warmduschern und Weicheiern assoziiert, was aber auch einfach nur eine irrationale Furcht vor eigener Homosexualität sein könnte.

Über sexuelle Präferenzen

Schätzungen über die Häufigkeit von Homosexualität sind sehr unterschiedlich. Im Allgemeinen sollen sich ein bis zehn Prozent der Bevölkerung als lesbisch oder schwul bezeichnen. Die Zahl Bisexueller dürfte höher liegen. Der Kinsey-Report stufte1948 zwischen 90 und 95 Prozent der Bevölkerung als „bis zu einem gewissen Grad bisexuell“ ein. Eine repräsentative BRAVO-Umfrage hatte 1997 ergeben, dass 25 Prozent aller Jungen zwischen 14 und 17 gleichgeschlechtliche Erfahrungen gemacht haben. So steht es bei Wikipedia. Fünf bis 25 Prozent der Bevölkerung haben eine Affinität für SM.

Ein Kommentar to “Sado-Maso Party erregte Zuschauermassen am Konstanzer Pier”

  1. Peter_Pan
    29. Juni 2010 at 03:49 #

    Hallo,

    bloss keine Aufregung, lassen wir mal die Kirche im Dorf oder wer soll den ersten Stein werfen.

    Ich habe heuer zum ersten Mal und nur durch Zufall „leider“ nur den letzten Teil des Boardings gesehen.
    Meine Frau war ganz begeistert.
    Na, das sind doch lustige Gestalten mit viel Mut zum sogenannten Outing, besonders wenn sie ohne Gesichtsmasken antreten. (Hoppala, da ist ja mein Nachbar, Chef, Angestelletr, Arbeiter).
    Also persönlich ist das Ganze nicht alles mein Gebiet aber dennoch war es sehr interessant und warum soll man den Beteiligten nicht ihren Spass lassen, zudem wenn sie anderen auch noch die Möglichkeit zum „Einblick“ in ihre Leidenschaft bieten.
    Wem’s nicht gefällt, der soll einfach wegschauen und/oder weitergehen, beschweren braucht sich niemand. Zudem läuft das Ganze wirklich harmlos und friedlich ab.
    Letztendlich wird weniger gezeigt, was alltäglich im Fernsehen läuft.
    Und der Reiz liegt wohlbekannt eben in dem, was man nicht sieht, sonder nur vermutet. Die Verpackung macht eben den Reiz, ob das nun Lattex, Leder oder sonst was ist.
    Sieht vielleicht manchmal seltsam aus, aber diese Neigung kann ich sehr wohl aktzeptieren im Gegensatz zu denen die Moral predigen und Ministranten/Schüler begrapschen.

    Besonders die Pferdchen waren ja wohl kaum zu Toppen, was für eine Show.

    Also Chapeau und meinen Respekt diesbezüglich an die Beteiligten, vor allem dass bei den sommerlichen Temperaturen einige ihre materialbedingte Eigensauna am Mann/Frau trugen.

    Wenn ich es nicht verpasse, bin ich 2011 früher dabei.
    Echt stark, natürlich vor allem die echten Damen.

    Es gruselt
    Peter

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