Salemer Affenkönigin Ragana muss nicht verhüten

Letztmals Nachwuchs fürs ranghöchste Affenweibchen – Geburtenkontrolle am Affenberg nimmt Rücksicht auf Rangfolge

Salem. Damit es auf dem Salemer Affenberg am Bodensee keinen Babyboom gibt, müssen die Affenweibchen verhüten. Das passiert mit einem Implantat. Die Salemer Affenkönigin Ragana ist ausgenommen. Sie soll noch einmal Nachwuchs bekommen dürfen, bevor sie in die tierischen Wechseljahre kommt.

Auf Ragana folgt älteste Tochter

In den Berberaffengruppen am Affenberg Salem sind die Weibchen die Konstanten der Gruppe – sie bleiben immer in der Geburtsgruppe, während die Männchen teilweise die Gruppe wechseln. Anders als bei den Männchen, die m Ansehen kämpfen müssen, hängt die Position der Chefin oder Königin einer Gruppe ausschließlichvon der mütterlichen Abstammungslinie ab. Seit vielen Jahren ist Ragana die Chefin der 80 Tiere starken Gruppe F. Nach Ragana wird ihre älteste Tochter diesen Rang übernehmen – sie hat selbst bereits eine Tochter.

Affenkönigin genießt Respekt der männlichen Affen

Die noch amtierende Ragana genießt momentan sogar den Respekt der ranghöheren Männchen, teilte der Affenberg mit. Jetzt soll das 22-jährigen Weibchen noch ein letztes Mal Nachwuchs bekommen. Deshalb wurde ihr das Verhütungsimplantat entfernt. Mit diesen Implantaten verhindert der Tierpark die Übervölkerung des Affenbergs in Salem.

Verhütung verhindert Babyboom

Derzeit gibt es auf dem Affenberg relativ viele junge Weibchen. Diese werden mit etwa dreieinhalb Jahren geschlechtsreif. Jetzt achtet der Park darauf, wie es bei den jungen Weibchen mit den Babys klappt. Jedes Weibchen soll mindestens einmal Nachwuchs bekommen. Ohne Verhütung ginge es bei den Berberaffen offenbar aber nicht. Damit es keinen Babyboom gibt, setzt der Tierarzt den Affenweibchen Implantate unter die Haut, die für eine dreijährige Verhütung sorgen.

Raganas Gebärfähigkeit endet

Ragana ist nun am Ende des gebärfähigen Alters angekommen. Jetzt soll das weibliche Oberhaupt der Gruppe auf dem Affenberg die Möglichkeit haben , noch einmal Nachwuchs zu bekommen. „Es könnte insgesamt im kommenden Jahr etwas mehr Affenbabys geben“, so Parkleiter Roland Hilgartner. Er rechnet mit bis zu 15 kleinen Berberaffen.

Gesellschaftliche Stellung steht fest

Schon als „Prinzessin“ erleben die Nachkommen von Ragana die Vorzüge ihrer familiären Herkunft. Sie müssten nur schreien, gleich sorge die Verwandtschaft dafür, dass ihr Rang beachtet werde. „So steht meist schon nach wenigen Jahren die älteste Tochter der Chefin im Rang direkt hinter ihrer Mutter an zweiter Position, heißt es seitens des Tierparks. „Das ist bitter für die rangniedrig geborenen Weibchen, die somit keine Aufstiegschancen haben, da ihre Mütter sie nicht gegen ranghöhere Weibchen verteidigen können“, weiß Hilgartner.

Ragana ist eine Autorität

Die Chefin Ragana setze sich aber nicht nur für die Belange ihrer Verwandten ein. Oftmals schnappe sie den Berberaffenmännchen, die es mit ihrer Babysitterrolle übertreiben, hungrige Babys weg, um diese wieder an die meist unerfahrenen rangniedrigeren Mütter zurückzugeben, informiert der Affenberg. „Das könnte sich kein anderes Weibchen erlauben.“ So sei die Bezeichnung „Affenkönigin von Salem“ durchaus berechtigt.

Der Tierpark ist täglich von 9 bis 18 Uhr und vom 31. Oktober bis 7. November von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Foto: Affenberg

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