Schlaflos in der Konstanzer Seestraße und am Seerhein

Die Nachtwanderer in Konstanz stoßen bei Jugendlichen auf Akzeptanz

Konstanz (wak) „In den Nächten auf Samstag und Sonntag laufen wir Nachtwanderer durch die Stadt und besuchen die Orte, an denen sich Jugendliche und junge Erwachsene treffen“, heißt es in einer Mitteilung der Initiative. Unterwegs sind die Nachtwanderer, um für mehr Sicherheit in der Stadt zu sorgen.

Erkennungszeichen Nachtwandererwesten

Die Schänzlebrücke, das Heroségelände, die Seestraße oder die Vorplätze der Diskotheken sind Ziele der Nachtwanderer in Konstanz. Nicht alle Konstanzer waren von der Idee begeistert. Anfangs mussten sich die Initiatorinnen Maria Peschers und Gaby Weiner noch dagegen wehren, als „Bürgerwehr“ verspottet zu werden. „Wir bieten uns als Ansprechpartner an und stehen mit Rat und Tat zur Seite. Brenzlige Situationen entstehen oft gar nicht mehr oder entschärfen sich selbst durch die bloße Anwesenheit der Erwachsenen in ihren auffallenden Nachtwandererwesten“, heißt es in der Mitteilung der Konstanzer Nachtwanderer weiter. Das Ziel ist klar: Die Nachtwanderer wollen angstfreie Räume in der nächtlichen Stadt und den Partymeilen am See schaffen und sind sich nicht zu schade dafür, sich lange Sommernächte um die Ohren zu schlagen

Idee schwappte von Schweden bis an den See


Die Idee des Nachtwanderns kommt ursprünglich aus Schweden. Sie ist schon mehr als 20 Jahre alt. Ende der 80-er Jahre fanden sich die ersten schwedischen Nachtwanderer in Stockholm zusammen. So schwappte das Nachtwandern zuerst nach Norddeutschland, nach Bremen zum Beispiel, wo sich Eltern und Großeltern schon vor Jahren zusammen schlossen und seither freiwillig und ehrenamtlich durch die Nacht ziehen. Unterwegs sind häufig Eltern von Jugendlichen, die ansonsten vielleicht eine schlaflose Nacht zu Hause verbringen würden. Mittlerweile hat die Bewegung auch den Süden erreicht.

Nachtwanderer fühlen sich draußen akzeptiert

Die ersten Wanderungen haben bereits stattgefunden und große Akzeptanz bei den jugendlichen Nachteulen erfahren, so ein erstes Resümee der Konstanzer Nachtwanderer. Das Nachtwandern ist auch in der Stadt am Bodensee eine Initiative gegen die Weg-Schau-Mentalität und ein Zeichen von Zivilcourage. So sagen es die Nachtwanderer. Die Wanderer, die in den ersten Nächten unterwegs waren, berichten von Gesprächen, einer völlig neuen Perspektive und einem anderen Blick auf die jungen Frauen und Männer, denen sie bei ihren nächtlichen Wanderungen durch Konstanz begegnet sind.

Nachtwanderer suchen noch Mitstreiter

Demnächst laden die Konstanzer Nachtwanderer nun noch einmal zu einem Informationsabend der Nachtwanderer ein. Das Treffen findet statt am Mittwoch, 30. Juni, um 20 Uhr im Restaurant Barbarossa am Obermarkt. Wer möchte, kann die Nachtwanderer auch auf ihrer Seite im Internet besuchen. Vorstellen würden sich die Nachtwanderer auch gern bei Vereins-, Betriebs- oder sonstigen Versammlung. Ein erster Beitrag zum Thema Nachtwandern ist am 3. Mai auch bei See-Online erschienen. Offenbar fehlt es derzeit noch an aktiven Nachtwanderern.

Fotos: Homepage Nachtwanderer Konstanz-Kreuzlingen

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