Schwarzwald, Basel, Bodensee: Schöne neue Wellnesswelten eineinhalb Autostunden vom Bodensee

Thermen in Meersburg, Überlingen und Konstanz bekommen neue Konkurrenz

Raik Richter beim Saunaaufguss im aquabasileaKonstanz/Überlingen. Was ist schon eine Autofahrt von eineinhalb Stunden, wenn dass Ziel so attraktiv ist wie das Badeparadies Schwarzwald oder das aquabasilea in Pratteln bei Basel? Die in den nuller Jahren des 21. Jahrhunderts eröffneten schöne, neue Thermen am Bodensee, in Meersburg, Überlingen und Konstanz, bekommen neue Konkurrenz.

Palmen im Hochschwarzwald

In Titisee-Neustadt eröffnet am 11. Dezember eine lichtdurchflutete Oase , die Urlaubs- und Karibik-Feeling im Hochschwarzwald verspricht. Hier sollen mehrere tausend Gäste täglich Erholung und Entspannung unter Palmen finden.40 Millionen Euro hat die schöne neue Wellnesswelt gekostet. Ab dem 19. Dezember erwarten die Besucher dann auch noch Fun und Action im Galaxy Schwarzwald. Spaßbadbesucher können sich auf 16 Rutschen und einer Halfpipe austoben. Planer, Investor und Betreiber ist der Friedrichshafener Josef Wund, der auch schon die Bad Wörishofer Therme baute.

Größte und vielfältigtste Wasserwelt der Schweiz

In Pratteln eröffnet die mit 13.000 Quadratmetern nach eigenen Angaben größte und vielfältigste Wasserwelt der Schweiz. Auf einem ehemaligen Industrieareal, dem früheren Henkelareal, auf dem früher das Waschmittel Persil hergestellt worden ist, sind eine gigantische Wasserwelt und Wellness-Anlage mit einer weitläufigen Saunanwelt, Spa, Fitness-Center, Vital- und Erlebnisbad entstanden. Die Wasserattraktionen sind einzigartig. Oder wo in der Schweiz rauscht sonst noch ein Indoor-Wildbach durch eine dem Tessiner Verzascatal nachempfundene Landschaft in die Tiefe? Oder wo finden sich so spektakuläre Riesenrutschen, auf denen sich Begeisterte in atemberaubenden Tempo und sogar im freien Fall in die Tiefe stürzen? Badegäste entspannen im Vitalbad vor Sprudeldüsen, tauchen unter einem Wasserfall hindurch und schwimmen in einem Außenbecken in 33 Grad warmen mit Industrieabwärme klimaunschädlich aufgeheiztem Wasser mitten hinein in eine Grotte. Die grösste neue Attraktion in der vielfältigsten Wasserwelt der Schweiz dürfte ein 300 Quadratmeter grosses Hamam werden. Den Masterplan gibt es schon. Das Hamam wird eines der grössten in der Schweiz werden. Kick-off mit einem Grand Opening ist am 25. November.

GMF glücklos in Basel und Meersburg

Investiert haben in Pratteln Anlagefonds der Credit Suisse. Zunächst hatte die Gesellschaft für Entwicklung von Freizeitsystemen mbH & Co.KG (GMF) das Bad eröffnet, die bis zur Neuausschreibung in diesem Jahr auch Betreiberin der Meersburg Therme war. Investoren und offenbar erfolgloser Betreiber trennten sich aber schnell wieder. Nach drei Monaten war das Engagement beendet und die GMF raus. Geschäftsführer in Pratteln ist jetzt der Überlinger Andreas Schauer. Er hat das die Wellnessanlage in einem Kraftakt fit für den Markt gemacht  und behauptet, ein Bad müsse sich alle sieben Jahre häuten, wenn es attraktiv bleiben möchte.

Alleinstellungsmerkmal Bodensee

Am Bodensee, wo sich die Badegäste gleich in drei Thermen vergnügen können, ist der Druck, sich weiter zu entwicklen, nicht ganz so hoch, auch wenn die Thermen – im Vergleich zu den neueröffneten Wohlfühloasen – nach und nach in die Jahre kommen. Mit ihren Außensaunen, Aufgusszeremonien, weitläufigem Saunagarten direkt am Ufer und dem Abtauchen im Bodensee sticht die Überlinger Bodensee-Therme auch nach sieben Jahren viele andere Bäder aus. Betriebsleiter Peter Koop weiß, dass er den Gästen immer ein bisschen mehr bieten Qualität muss. Sie sei so ein bisschen wie eine „eierlegende Wollmilchsau“, sagt Professor Rudolf Wienands, der die Überlinger Therme plante.

Stillstand wäre sträflich

Wer ein wirtschaftlich erfolgreiches Bad bauen möchte, müsse unbedingt den Massengeschmack treffen, so der Bäder-Architekt. Ein gutes Bad müsse wie ein „Staubsauger“ Leute anziehen, sagt Wienands. Monatlich kommen etwa 1000 Besucher in die Überlinger Bodensee-Therme, das sind mehr als vor dem Start zu erwarten gewesen wäre, da im Umkreis von einer Autostunde rein rechnerisch zu wenig potentielle Besucher leben, so der Architekt. Er ist überzeugt: Ausruhen dürfen sich trotz ihres Erfolgs auch die Überlinger nicht. Denn Stillstand wäre Rükschritt. So sagt es der Bäder-Architekt. Die von der Aquapark Management GmbH betriebene Bodensee-Therme legt sich selbst die Latte denn auch immer ein bisschen höher: Zuletzt ist sie mit dem Qualitätssiegel „ServiceQualität Deutschland“, dem berühmten Q, ausgezeichnet worden. Zuvor erhielt sie den IOC/IAKS Award für die Architektur, fünf Wellness Stars des Heilbäderverbands Baden-Württemberg und sie ist als Premium Sauna vom Deutschen Sauna-Bund zertifiziert worden. Entscheidend seien solche Auszeichnungen aber nicht, sagen Kenner der Szene. Am Ende stimmen die Besucher mit ihren Füßen in Badelatschen ab. Die Wettbewerber schlafen nicht. Und Zürich, Pratteln oder Titisee ist nicht so weit weg.

Palner Wienands und Ex-OB Weber in Überlingen

Fotos: wak

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