Schon 17 tödlich verletzte Radfahrer landesweit

Zwölf Radfahrer ohne Helm starben durch schwere Kopfverletzungen

Konstanz/Stuttgart (red) Die Gefahren im Straßenverkehr werden von Radfahrern immer wieder unterschätzt. Das sagt die Polizei. Der Kopf ist bei Radfahrern das gefährdetste Körperteil. Ohne Helm steigt das Verletzungsrisiko dramatisch an. Auf den beliebten Fahrradstrecken am Bodensee ist das erst Rechts so.  

Zwölf Radfahrer an Kopfverletzungen gestorben

Die Polizei wurde allein in den ersten fünf Monaten des Jahres landesweit schon zu 17 Unfällen mit tödlich verletzten Radfahrern gerufen. Erschreckend ist, dass zwölf Radfahrer durch schwere Kopfverletzungen gestorben sind. Hätten sie einen geeigneten Fahrradhelm getragen, könnten sie noch leben.“ Das sagte Innenminister Heribert Rech in Stuttgart und erinnerte an einen Unfall bei Mundelsheim im Landkreis Ludwigsburg mit einem 65-jährigen Radfahrer. Dieser sei mit seinem Fahrrad gestürzt und am Folgetag einem schweren Schädelhirntrauma erlegen.

Kopf gegen Auto

Noch einmal glimpflich ausgegangen ist dagegen ein Verkehrsunfall am Mittwochnachmittag in Kressbronn. Ein 15-jähriger Fahrradfahrer war während einer Klassenfahrt in Richtung Nonnenhorn unterwegs und hatte in einer unübersichtlichen Rechtskurve einen Klassenkameraden überholt. Hierbei bemerkte er ein entgegenkommendes Auto zu spät und stürzte. Auf der regennassen Straße rutschte er noch leicht gegen das fast schon stehende zog sich hierbei eine Kopfplatzwunde zu.

Land will ein Drittel weniger Radunfälle

Radfahren sei gesundheitsfördernd und umweltfreundlich, dabei dürften aber die Gefahren nicht vergessen werden. „Wir sind angesichts der rückläufigen Zahlen bei den Radfahrunfällen auf einem guten Weg“, sagte Innenminister Rech. Ziel der Landesregierung sei es jedoch, die Zahl der verunglückten Radfahrer bis zum Jahr 2017 um ein Drittel zu reduzieren. Im vergangenen Jahr hätten sich in Baden-Württemberg 7.818 Verkehrsunfälle mit Verletzten ereignet, an denen ein Radfahrer beteiligt gewesen sei (2008: 8.321; – sechs Prozent). Dabei seien 7.880 Radfahrerinnen und Radfahrer verunglückt (2008: 8.412; – 6,3 Prozent). Nahezu 57 Prozent dieser Unfälle seien von den Radfahrern selbst verursacht worden. Über 85 Prozent der Radunfälle hätten sich innerhalb geschlossener Ortschaften ereignet. Im Jahr 2009 seien 53 Radfahrer tödlich verletzt worden, bei 535 Verkehrstoten annähernd jeder zehnte.

Fahrradfahrer Helm aufsetzen

„Die von der Landesregierung gewünschte und erfreuliche Zunahme des Radverkehrs darf nicht zu Lasten der Verkehrssicherheit gehen. Dazu muss aber auch jeder Radfahrer selbst einen Beitrag leisten“, sagte der Innenminister. An erster Stelle stehe hier das Tragen eines Radhelms. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen würden Radfahrer bei Unfällen in über 70 Prozent der Fälle Kopfverletzungen erleiden. Ein Radhelm könne bis zu 80 Prozent der schweren Schädelbrüche verhindern. „Ein attraktiveres Erscheinungsbild oder gar Kosten dürfen vom Tragen eines Radhelms nicht abhalten. Seien Sie Vorbild und schützen Sie sich und Ihre Kinder“, so der Innenminister. Kinder und Jugendliche orientierten sich an Erwachsenen, dabei werde falsches Verhalten oftmals nachgeahmt. „Machen Sie sich bewusst, dass Radfahrer keine Knautschzone haben,“ sagte Rech.

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