Schule Schloss Salem: Schwuler Lehrer verhielt sich distanzlos

Kein ungerechtfertigter Rauswurf eines pädagogischen Mitarbeiters der Eliteschule

Salem (wak) Die Schulleitung der Schule Schloss Salem hat heute Stellung zu einem Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom vergangenen Sonntag genommen. In dem Beitrag hatte die Zeitung den Vorwurf erhoben, ein homosexueller Mitarbeiter der Eliteschule habe Salem wegen seiner sexuellen Orientierung verlassen müssen.

Lehrer verhielt sich distanzlos

Die Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sah einen Zusammenhang mit öffentlich bekannt gewordenen Missbrauchsfällen an Internaten und kirchlichen Einrichtungen und der „Angst der Schule vor der Öffentlichkeit“. Das sei nicht richtig, stellte die Schule jetzt klar. Richtig sei, dass sich der betroffene schwule Lehrer gegenüber einem Schüler distanzlos verhalten habe.

Artikel stelle falsche Behauptungen auf

In dem betreffenden Artikel sei der Schule Schloss Salem im Wesentlichen vorgeworfen worden, einen homosexuellen Mitarbeiter grundlos aus Angst vor Missbrauchsvorwürfen zu einer Kündigung gezwungen zu haben, heißt es jetzt in einer Mitteilung der Schule Schloss Salem. Der Artikel stelle die Vorgänge in „einseitiger Weise“ dar und enthalte darüber hinaus Behauptungen, die nicht den Tatsachen entsprechen, stellt die Schule Schloss Salem klar.

Schüler durch Annäherungsversuche verunsichert

Richtig sei, dass der betroffene Mitarbeiter gegenüber einem Schüler ein „distanzloses Verhalten“ an den Tag gelegt habe, das ein Handeln der Schulleitung erzwungen habe. „Alles andere wäre verantwortungslos gegenüber dem Schüler und der Schule gewesen“, heißt es in einer Mitteilung der Schule. Der Schüler sei von den „genannten Distanzlosigkeiten sehr wohl betroffen“ gewesen, denn er wusste nicht, wie er mit den Annäherungsversuchen umgehen sollte, stellte die Internatsschule klar.

Sexuelle Orientierung nicht entscheidend

„Der Mitarbeiter war in den zurückliegenden Jahren von der Schulleitung mehrfach dezidiert dazu aufgefordert worden, eine angemessene Distanz gegenüber jungen Männern zu wahren“, erklärt die Schule Schloss Salem. Die Schule Schloss Salem habe den Schutz der Betroffenen immer an erste Stelle ihrer Überlegungen gestellt, wobei es in diesem Zusammenhang für die Schulleitung unerheblich ist, welche sexuelle Neigungen ein Mitarbeiter habe, der sich distanzlos gegenüber Schülern verhält. „Auch ein heterosexueller Mitarbeiter wäre bei dem beschriebenen Verhalten arbeitsrechtlich zur Verantwortung gezogen worden, heißt es. „Dies wurde in der Vergangenheit stets so gehandhabt.“

Staatsanwaltschaft sah keinen Straftatbestand

Deshalb habe die Schulleitung den Vorgang auch zur Anzeige gebracht. „Damit sollte eine Klärung herbeigeführt werden, ob über den eklatanten Verstoß gegen arbeitsrechtliche Pflichten hinaus ein strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegt“, erklärte die Schule. Die geschilderten Handlungen erfüllen laut Auskunft der Staatsanwaltschaft vom 13. April 2010 aber keinen Straftatbestand. Die zuständige Staatsanwältin habe dennoch betont, dass es notwendig und richtig war, den Fall vorzulegen.

Kein Zusammenhang mit Recherchen des SPIEGEL

Die Eigenkündigung habe nichts mit Recherchen des SPIEGEL zu tun, die erst wesentlich später begonnen hätten, sondern sie wurde dem Mitarbeiter von der Schule nahegelegt, um – so heißt es seitens der Schule Schloss Salem weiter – „in seinem Interesse die in dem Artikel unvollständig wiedergegebenen Details seiner Begegnung mit dem Schüler und sein Vorverhalten in den letzten Jahren aus der öffentlichen Diskussion heraushalten zu können“. Dies sei weiterhin das Ziel der Schulleitung. Ob unter bestimmten Umständen eine Wiedereinstellung des Mitarbeiters erwogen werden könne, hänge von dem Nachweis ab, dass ihm zukünftig ein korrekter Umgang mit Schutzbefohlenen möglich ist, so die Schule Schloss Salem weiter.

Foto: Schule Schloss Salem

Der Beitrag zur Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ist zu finden unter:

http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E30AD18A33D8B42EAB97CA8672D01CDAF~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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  1. Audiogeräte und Fernseher » Blog Archive » Eva-Maria Haberfellner: Eltern sind einerseits “überehrgeizig” und tun an anderen Stellen zu wenig - 11. August 2010

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