Schüler fahren ab Juli für 1,50 Euro mit dem Bus in Konstanz

Konstanzer Schülerparlament verhandelte erfolgreich mit Konstanzer Stadtwerken und Busbetrieben

Konstanz. In Konstanz können Schüler ab Juli 2012 Viererkarten an den Fahrkartenautomaten der Stadt Konstanz für sechs Euro kaufen und bezahlen damit für eine einfache Fahrt nur noch 1,50 Euro. Das teilte das Konstanzer Schülerparlament mit.

Jede Fahrt 60 Cent günstiger

Vertreter der Jungen Union (JU), des Konstanzer Schülerparlamentes (KSP) und der Stadtwerke Konstanz haben sich über die Schülerbustarife in Konstanz verhandelt. Die Vertreter der Jugend finden, dass oft „einkommenslose Schüler“ günstiger fahren sollten als Erwachsene mit Einkommen. Ab 15 Jahren zahlen Schüler zurzeit in Konstanz den Erwachsenenfahrpreis von 2,10 Euro für eine einzelne Fahrt.

Schüler haben kein eigenes Einkommen

Verhandelt haben Harald Rauer (Vorsitzender JU), Franz Sauerstein (Pressesprecher KSP), Beat Burger (KSP) Ralph Stöhr (Leiter der Busbetriebe)und Konrad Frommer (Geschäftsführung der Stadtwerke Konstanz). Franz Sauerstein legte die Position der Jugendvertreter dar: „Schüler, die durch ihren ,Hauptberuf‘ kein Geld verdienen, sollen günstiger mit dem Bus fahren als erwerbstätige Erwachsene.“ Die Stadtwerke hatten bereits angeboten, einen „Freizeittarif“ ab 14 Uhr einzuführen, mit dem Schüler günstiger als mit regulären Tickets fahren könnten. Ein anderer Vorschlag der JU war, dass Schüler Tickets für 1,60 Euro beim Busfahrer erwerben könnten. „Diese Lösung hält aber den Betrieb auf, da viele Schüler dieses Angebot nutzen würden“, meinte Beat Burger.

Schülertarife gefordert

Burger informierte die Stadtwerke, dass er bereits im Auftrag des KSP an den Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer geschrieben und vorgeschlagen hatte, die allgemeine, „historisch gewachsene“(Ralph Stöhr) Altersgrenze von 14 Jahren für Kindertarife durch ein Modell zu ersetzten, bei dem Kinder und Schüler weniger zahlen, als Erwachsene.

Wie hoch hängt Busbetrieb Soziales?

Ralph Stöhr sagte, dass „Alter aus Unternehmersicht keine Rolle spielt“ und das Schülermonatsticket bereits ein Entgegenkommen den Schülern gegenüber sei. Er stellte die Frage: „Wie groß hängt man als Unternehmer den sozialen Aspekt auf?“ Soll eine Alters- oder eine Einkommensgrenze über die Ticketpreise entscheiden? Konrad Frommer machte klar, dass die Stadtwerke „ein kommunales Unternehmen, aber wirtschaftlich eigenverantwortlich“ sind.

Studenten und Schüler

Beat Burger forderte: „Schüler sollen bis zum Ausbildungsende zum Kindertarif fahren dürfen.“ Stöhr wandte ein, dass realistischer und praktischer ein ermäßigter Tarif bis zum 20. Lebensjahr sei, da Gymnasiasten wie auch Auszubildende bei Ausbildungsende meist 19 Jahre alt sind. Er legte auch dar, dass die Konstanzer Busbetriebe bereits pro Jahr 100.000 Euro in die Schülermonatskarte investieren, um diese attraktiver zu machen. Von diesen Schülermonatskarten werden 20.000 pro Jahr verkauft – im Vergleich: Umgerechnet 80.000 Monatskarten werden pro Jahr von Studierenden in Konstanz gekauft.

Stadtwerke gewähren Rabatt

Des Weiteren gewähren die Konstanzer Busbetriebe seit Jahren den 50 Rabatt auf Einzeltickets für Kinder einschließlich 15 Jahren – nicht jeder Nahverkehrsdienstleister mache dies in Deutschland. Stöhr schlug einen Mehrfahrerkartenblock für Schüler vor, den es am Automaten zu kaufen gibt, um den Busfahrer nicht zu belasten. Dieser wäre günstiger als die Mehrfahrerkartenblöcke für Erwachsene und nicht mit zehn oder zwanzig Tickets versehen, sondern mit drei bis fünf, damit die Schüler bei dessen Kauf nicht so viel Geld vorstrecken müssten. Pro Fahrt müssten die Schüler dann nur 1,50 Euro investieren.

Fahrkartenautomaten werden umprogrammiert

Da die Fahrkartenautomaten umprogrammiert werden müssen, plant Frommer eine Einführung des neuen Tarifes für den 1. Juli, spätestens aber für den 1. August. Frommer sagte außerdem: „Ich finde gut, dass [die Jugendvertreter] sich der Sache annehmen“ und er sei „angetan von der Art und Weise, mit der dieses Anliegen vorgebracht“ wurde.

Keine Neuerung beim Nachtschwärmer

Den Wunsch der Jugend, der im Jugendforum am 25. November 2011, laut wurde, dass es zusätzlich ein teureres Monatsticket geben solle, mit welchem die Schüler auch im Nachtschwärmer fahren könnten, hätten die Stadtwerken nicht erfüllt. Stöhr sagte: „Der Nachtschwärmer muss kostendeckend arbeiten. […] Wir haben leider keinen Spielraum beim Nachtschwärmer. […] Der Aufschlag auf das Monatsticket ist schlecht zu kalkulieren.“ Er weist aber auf die Ermäßigung im Nachtschwärmer für Schüler und Studenten hin – diese zahlen nur drei Euro, statt 3,50 Euro.

KSP sagt allen Beteiligten danke

Franz Sauerstein kommentierte die Eingung: „Ich bin sehr froh und stolz über diese Lösung und möchte im Namen des KSP und aller Konstanzer Schüler der JU für ihre Unterstützung und den Stadtwerken für ihr freundliches Entgegenkommen, ihr Engagement für die Schüler und das Verständnis für unsere Probleme danken!“

 

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