Schüler lesen keine Zeitung mehr: „Zeit“-Redakteurin Khue Pham in Konstanz

Über Mediennutzung und gesellschaftliches Engagment – Nicht einmal Elternhäuser lesen heute noch Zeitungen

"Die Zeit" kommt an Konstanzer GymnasiumKonstanz. Junge Menschen lesen heute keine gedruckten Zeitungen mehr. Viele Eltern haben heute keine Zeitung mehr abonniert. Meinungsbildung findet in Sozialen Netzwerken statt. 89 Prozent der 14- bis 29-Jährigen sind auf Plattformen des Web 2.0 aktiv. Das Durchschnittsalter der Abonnenten der Schwäbischen Zeitung liegt laut Medienmagazin „Journalist“ bei 59 Jahren. Auch die Wochenzeitung „Die Zeit“ ist vom Niedergang des Printjournalismus betroffen. Auch deshalb kommt „Zeit“-Redakteurin Khue Pham am Freitag nach Konstanz, um mit Schülern zusprechen.

Das Web überholt Print und TV

Die Antwort auf die Frage, wie lange welches Medium brauchte, um 50 Millionen Nutzer zu erreichen, ist aufschlussreich. Das Radio das brauchte 38 Jahre. Das Fernsehen 13 Jahre. Das Internet brauchte 4 Jahre. Facebook hatte innerhalb von nur 9 Monaten 100 Millionen Nutzer. Das Internet hat sich mittlerweile zum wichtigsten Informationsmedium der jungen Nutzer entwickelt. Viele informieren sich auf Portalen und sozialen Netzwerken. Das zweite Jahrzehnt unseres Jahrtausends gilt als das Jahrzehnt des Teilens von Nachrichten und des Weiterempfehlens. Mit den „klassischen Ritualen der Mediennutzung“ ist Schluss.

Debatte über Politik und Medien

Diese Veränderungen bringen auch renommierte Zeitungen in die Bredouille. Auch deswegen besucht Zeit-Redakteurin Khue Pham am Freitag, 20. April, das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium in Konstanz. Neben einem Workshop, in dem ein Redaktionsalltag simuliert wird, diskutieren die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe gemeinsam mit der Politikredakteurin über das Verhältnis von Politik und Medien sowie über aktuelle politische Themen.

Schule besorgt über neue Gewohnheiten

„Leider lesen die wenigsten Schülerinnen und Schüler Zeitung. In vielen Elternhäusern gibt es keine Tageszeitungen mehr. Für die Schüler ist Zeitunglesen anstrengend: Weshalb dafür zahlen, schließlich gibt es genug umsonst im Internet? Doch nur wer sich informiert und diese Informationen kritisch reflektieren kann, ist in der Lage, sich aktiv in unsere Gesellschaft einzubringen. Deshalb ist der Besuch von Khue Pham so wichtig“, so Gurly Schmidt, Studienrätin am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium, die sich den Schulbesuch von Khue Pham gewünscht hatte.

Über das Projekt „,Die Zeit‘ reist an Schulen“

„Die Zeit“ reist aktuell nicht nur nach Konstanz, sondern an viele Schulen. Als Folgeprojekt von „65 Jahre ,Zeit‘ – ,Die Zeit‘ reist zu ihren Lesern“ wurde das Projekt hat die Wochenzeitung „,Die Zeit‘ reist an Schulen“ initiiert. Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Referendare sowie alle anderen, die im Schulbetrieb engagiert sind, hatte die Wochenzeitung aufgerufen, sich bei der Zeit für einen Besuchswunsch mit Ideen und Themen zu bewerben. Mehrere hundert Bewerbungen sind bei der „Zeit“ eingegangen. 50 Schulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhalten Besuch nun von Redakteuren und Verlagsmitarbeitern.

Khue Pham ist im Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Konstanz am Freitag, 20. April 2012, zwischen 12.15 und 15 Uhr zu Besuch.

Foto: Matthias Lohse PIXELIO www.pixelio.de

2 Kommentare to “Schüler lesen keine Zeitung mehr: „Zeit“-Redakteurin Khue Pham in Konstanz”

  1. Franz Sauerstein
    18. April 2012 at 12:31 #

    Genau zur Zeit des Workshops nehme ich eine Getränkelieferung und einen Schlüssel entgegen – schade!

  2. Stefan Müller
    18. April 2012 at 16:34 #

    Zu wesentlichen gesellschaftspolitischen Fragen enthält „Die Zeit“ weder brauchbare Informationen noch kritische Reflexion. Man nehme nur Finanzkrise und Fiskalpakt als Beispiel. Sobald das von der herrschenden Klasse zum gesellschaftlichen Konsens ernannte neoliberal-konservative Grundbrummen auch nur vorsichtig in Frage gestellt werden könnte, macht „Die Zeit“ leider schlapp. Was bleibt ist bürgerlich-bräsige Selbstbeweihräucherung mit großen bunten Bildern. Schnarch.
    Liebe Schüler, lest lieber ein Buch oder spielt noch ne Runde ego-shooter!

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