Schweres Unwetter zog über den Bodenseekreis

Rund 100 Einsätze nach Unwetter – Feuerwehren am Samstagabend im Dauereinsatz

Bodenseekreis. Das Unwetter, welches am Samstagabend mit Gewitter, Sturm, Hagel und Starkregen aus Richtung Südwesten das Kreisgebiet durchzog, sorgte für zahlreiche Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren. Nach bisherigem Kenntnisstand blieb es bei Sachschäden, deren Höhe sich abschließend bislang aber noch nicht abschätzen ließ.

400 Notrufe im Bodenseekreis

Bei der integrierten Leitstelle des Bodenseekreises gingen am Samstagabend nach Mitteilung von Kreisfeuerwehrpressesprecher Christian Gorber während des Unwetters rund 400 Notrufe ein, ein Dutzend Feuerwehren aus Sipplingen, Überlingen, Owingen, Frickingen, Heiligenberg, Salem, Deggenhausertal, Uhldingen-Mühlhofen, Friedrichshafen, Meckenbeuren, Oberteuringen und Tettnang wurden alarmiert. Die Integrierte Leitstelle Bodensee wurde sofort personell verstärkt. Auch der Kreisbrandmeister und der Leitstellenleiter waren innerhalb kürzester Zeit in der Leitstelle. Auf Grund der Kürze der Unwetterlage musste der Führungsstab des Landkreises aber nicht alarmiert werden.

Umgestürzte Bäume und herab gefallene Ziegel

Meist mussten die Feuerwehren umgestürzte Bäume beseitigen, durch Windwurf blockierte Straßen frei räumen oder sonst technische Hilfe leisten. Mehrere Dächer wurden gegen herabstürzende Ziegel gesichert werden.

Stromausfall im Linzgau

Sturmschäden an Strommasten sorgten im Bereich Frickingen, Salem und Lippertsreute für einen Stromausfall. Bei Lippertsreute schlug ein Blitz in ein Wohngebäude und riss dabei ein größeres Loch in das Dach. Glücklicherweise kam es zu keinem Brand, die Feuerwehr musste das Dach aber mit einer Drehleiter provisorisch sichern und mit Planen abdecken.

Regionalexpress stoppte auf offener Strecke

Ein mit rund 50 Personen besetzter Regionalexpress überfuhr auf der Strecke der Bodensee-Gürtelbahn zwischen Überlingen und Sipplingen mehrere vom Sturm abgeknickte stärkere Äste und stoppte auf offener Strecke. Zur technischen Überprüfung und weil die Bahnlinie in diesem Bereich bis zur Räumung durch die Feuerwehren Überlingen, Sipplingen und Bodman-Ludwigshafen rund zwei Stunden gesperrt werden musste, brach der Zug seine Fahrt Richtung Basel ab und kehrte nach Überlingen zurück.

Campingplatz in Mitleidenschaft gezogen

Sturmschäden waren auch auf einem Überlinger Campingplatz zu verzeichnen. Dort wurden mehrere Vorzelte weggerissen, ein Auto wurde unter einem dicken Ast begraben und die Dachluke eines Wohnmobils eingeschlagen. Am heutigen Vormittag wurden dort und an anderen Orten durch die Freiwillige Feuerwehr weitere Sicherungsmaßnahmen durchgeführt.

Falscher Alarm wegen Surfbrett

Die Sorge, ein Surfer könnte bei dem Sturm in Seenot geraten sein, sorgte auf dem Überlinger See für eine Suchaktion von Booten der Wasserschutzpolizei und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Glücklicherweise stellte sich, wie Kreisfeuerwehrsprecher Christian Gorber mitteilte, im Verlauf der Suchaktion und der damit einhergehenden Ermittlungen aber heraus, dass sich das Surfbrett wohl lediglich durch den Sturm verselbständigt hatte und während des Unwetters nicht mit einer Person besetzt war.

Sicherungsarbeiten am Sonntag

Die Einsätze beschränkten sich aufgrund der Häufung auf akute und dringliche Fälle. Teilweise konnten aufgrund der beginnenden Dunkelheit auch nicht alle Arbeiten angeschlossen werden. Deshalb werden im Laufe des Tages noch weitere Sicherungsarbeiten durchgeführt.

Warnung vor Waldspaziergängen

Die Feuerwehr warnt in diesem Zusammenhang vor dem Betreten von Waldgebieten bevor diese nicht durch die zuständigen Forstbehörden kontrolliert wurden. Hier können Gefährdungen durch beschädigte Bäume oder abgerissene Äste, die noch nicht beseitigt wurden und eventuell noch in den Baumkronen hängen, bestehen.

Foto: impressed-media PIXELIO www.pixelio.de

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