Sechs OB-Kandidaten: Konstanz braucht ein starkes demokratisches Signal

Benno Buchczyk, Andreas Kaltenbach, Thomas Linz, Martin Luithle, Henning Tartsch und Sven Zylla appellieren an Wahlberechtigte

Konstanz. Die OB-Bewerber, die beim zweiten Wahlgang nicht mehr antreten, haben sich am Dienstag mit einer Mitteilung an die Wählerinnen und Wähler in Konstanz gewandt. Ihr Appell: Die Konstanzer mögen von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen. Die Wahlbeteiligung von 42 Prozent im ersten Wahlgang finden sie erschreckend niedrig.

 Appell von sechs Kandidaten

Sie schreiben: „Am 15. Juli wird der neue Oberbürgermeister / die neue Oberbürgermeisterin der Stadt Konstanz im zweiten Wahlgang für die nächsten acht Jahre gewählt.  In den vergangenen Wochen haben wir uns engagiert und gezeigt, dass uns die Stadt am Herzen liegt. Wir sprachen viel von Bürgerbeteiligung und Bürgerengagement.  Die Wahlbeteiligung von 42% im ersten Wahlgang hat uns schockiert.“

Weiter heißt es: „Deshalb unser Appell: Die Demokratie lebt davon, dass sich die Bürger aktiv an der Politik und an den Wahlen beteiligen. Nutzen Sie deshalb die Möglichkeit das politische Leben mitzugestalten, sich über die Kandidaten zu informieren und wählen Sie ein starkes Stadtoberhaupt.“ Die Unterzeichner sind Benno Buchczyk, Andreas Kaltenbach, Thomas Linz, Martin Luithle, Henning Tartsch und Sven Zylla.

11 Kommentare to “Sechs OB-Kandidaten: Konstanz braucht ein starkes demokratisches Signal”

  1. Hans Paul Lichtwald
    4. Juli 2012 at 10:07 #

    Bei der Wahlbeteiligung geht es entscheidend um die politische Kultur. Da sind die Parteien ebenso gefordert wie die Medien, die viel zu oft Pseudo-Debatten, die am Volk glatt vorbei gehen. Da steht die Konstanzer Wahlbeteiligung in einer traurigen „Tradition“, denn in Singen war es zuletzt nicht anders, als am Ende weniger als 200 Stimmen über Ehrets Sieg entschieden. Konstanz ist zwar Stadt einer Eliteuniversität, aber als Ort für Politik nicht unbedingt attraktiv. Eines ist auch klar geworden: Die alten Seilschaften funktionieren nicht mehr, sind nicht mehrheitsfähig. So riecht viel nach einem Zufalls-OB oder einer Chefin im Rathaus. Das tut der ganzen Region nicht gut. Wer einen Konstanzer Führungsanspruch formuliert, der muss ihn auch einlösen können. Angefangen von der B 33 bis hin zum Klinikum.

  2. Andreas Eckle
    4. Juli 2012 at 14:13 #

    Fakten zum selbsternannten Wirtschaftsexperten Uli B.: Dipl.-Forstwirt, danach 5 Jahre Marketingleiter beim Öko-Versandhändler Manufactum (Umsatz 75 Mio. EUR in 2007), seit 2005 sog. „selbständiger Unternehmensberater“, seine uli burchardt GmbH (vormals Burchardt Beteiligungs-GmbH) hat laut letztem vorliegenden Jahresabschluss 2009 ein Eigenkapital von 24.500 EUR, ein Umlaufvermögen von 15.250 EUR, Rückstellungen von 1.345 EUR, Verbindlichkeiten von 1.898 EUR und ausstehende Einlagen auf das gezeichnete Kapital in Höhe von 12.500 EUR, Mitarbeiterzahl unbekannt, vermutlich im einstelligen Bereich bei diesen lächerlichen Unternehmenskennzahlen. Und so einer will mit Wirtschaftskompetenz / -erfahrung punkten? Zum Vergleich: das Unternehmen Stadt Konstanz hat 3.000 Mitarbeiter, einen Kernhaushalt von ca. 200 Mio. EUR, Umsatzerlöse aus EBK/TBK/Stadtwerke/Wobak von ca. 190 Mio. EUR. Die grösste Flotte auf dem Bodensee gehört der Stadt Konstanz; in der dazu gehörenden Hafengesellschaft mbH befinden sich 240.000 m² Grundstücke in bester Lage. Umwelttechnik, Energiewirtschaft, Abfallbeseitigung, Verkehr und Technische Betriebe gehören zum Aufgabengebiet eines Konstanzer OB. Zu 20% sind die Stadtwerke an der GVO-Gashandelsgesellschaft beteiligt, an Energieagenturen, an der SüdwestStrom Windpark GmbH und an regionalen Verkehrsunternehmen, sie handeln mit Strom und Gas, unterhalten eine grosse Fotovoltaik-Anlage und ein umfangreiches Busnetz, kooperieren mit der SBB und liefern Gas bis nach Steckborn. Zwar werden die Geschäftsbereiche von Fachleuten betreut, aber betriebswirtschaftliches und juristisches Fachwissen ist ein Muss für einen OB in dieser Liga. Burchardt quo vadis? Das ist doch drei Nummern zu gross für Dich.

  3. Hans Paul Lichtwald
    4. Juli 2012 at 18:18 #

    Andreas Eckle hat einen wichtigen Punkt getroffen: Jeder Kandidat macht seine eigene Programmshow, hinterfragt wird nichts. 13 waren zu viel. Wie sinnvoll die Podiumsdiskussionen waren, sollen sich die Veranstalter selber fragen. Die Leiter müssen sich immer selbst die Frage stellenb, wer wichtiger ist, die Veranstalter oder die Bürger? Selbstbeweiräucherung auf allen Ebenen führt einmal mehr in KN ins OB-Chaos: Verwaltungschefs mit rund 35 Prozent Zustimmung führen – wie gehabt – in eine Form der emotionalen Unregierbarkeit. Genau deshalb habe ich Horst Frank immer für einen guten und tapferen OB gehalten, der auch im Kreistag überwiegend klug taktiert hat, wo ich ihn auf fünf Meter Entfernung meist aktenwälzenderweise erlebt hatte, bis er quicklebendig wurde.

  4. Christian Schroff
    4. Juli 2012 at 20:09 #

    Ja, Andreas Eckle, das mag alles richtig sein, was Sie über Uli Burchardt (um einfach Mal den vollständigen Namen zu nennen, ja?) berichten. Ist mir aber zu einseitig. Wo Sie aber schon so fleißig waren: Wollen Sie – der Objektivität zuliebe – nicht auch die Fakten zur Wirtschaftskompetenz der übrigen verbleibenden Kandidaten veröffentlichen? Fände ich ganz toll, ehrlich! Danke im Voraus.

  5. Ralph J. Schiel
    5. Juli 2012 at 09:09 #

    Wenn es danach ginge, dass angeblich (und bar jeder Fundiertheit) nur solche Leute für ein OB Amt in Frage kommen sollen, die lustig viel Geld bewegen, dann gönne ich all denjenigen, die solcher Ansicht sind, doch gerne eine Frau Reiser. Für mich und auch für Konstanz aber bitte nicht. Ich will keine neuen ungerechtfertigten Kredite auf meine Kosten aufgenommen haben, so wie Frau Reiser das für ihre jetzige Wahlkampagne macht und auch offenherzig Kund tut. Wenn sie hierbei schon 60.000 Euro verbrennt, dann möchte ich nicht wissen, wie viel Schaden sie mit ganz anderen Budgets anrichten kann.

    Ein Vorschlag zur Güte, wo ich die Dame wesentlich besser aufgehoben sehe und mir sicher bin, dass sie auch noch ein viertes mal wo kandidieren wird, denn ihre Uhr tickt ja auch nicht langsamer: http://www.stuttgarter-zeitung.de/ob-wahl
    Da ist sie dann doch eher unter Ihres Gleichen. Und damit meine ich nicht das Nacktmodell aus der BILD Zeitung, das kandidiert: http://www.bild.de/politik/inland/stuttgart/ex-fotomodell-marion-furtwaengler-wil-stuttgarter-buergermeisterin-werden-24997540.bild.html) – den Anblick möchte ich nicht mal den Stuttgartern zumuten.

    Ich wünsche ein gute abREISE.

    • wak
      5. Juli 2012 at 09:17 #

      @Wahlkämpfer Ralph J. Schiel. Herr Burhardt betreibt denselben werblichen Aufwand wie Frau Reiser. Zum Vergleich: Vor 8 Jahren kostete der Wahlkamapf des damaligen SPD-OB-Kandidaten Frank Nägele 75.000 Euro. Diese Zahl nannte der SPD-Schatzmeister, der auch den Wahlkampf abrechnete, damals.

  6. dk
    5. Juli 2012 at 10:50 #

    Hr. Eckle:
    Die Berufsbezeichnung „Forstwirt“ steht für „Forst-WIRTSCHAFT“ und hat nichts mit Kneipenbesitzer zu tun.

    Im Frühjahr gab es im SWR eine Sendung „Förster, Wald und Jahreszeiten“ (Titel ganz ähnlich), wo die „Wetterfrösche“ ein Jahr lang einen Förster auf der Ostalb (?) begleiteten und auch tätig wurden. Per Helikopter hat man ein riesiges Gebiet von Wald, Wald, Wald überflogen. Die Aufgaben sind sehr vielfältig: von der Naturerziehung, über Waldpflege, Tierschutz und -regulierung bis zum Wald-Management als branchenspezifischer Großbetrieb.
    Auch in dieser Branche dürfte es eine kurz-, mittel-, langfristige Ausrichtung geben mit einer lebhaften Konkurrenz, sehr flexiblen Marktpreisen und vielen anderen zu beachtenden Faktoren (z.B. Wetter) geben.
    Im TV hatten sich Förster und SWR z.B. auch mit Dauerregen und verschlammten Wald zu befassen: die Preise waren zuerst niedrig, schnellten sprunghaft nach oben, man wollte die Situation zum Fällen nutzen, aber die Wege waren verschlammt: man wartete und hoffte auf ein Ende der Regenzeit, da man mit schweren Fahrzeugen wesentlich mehr Schaden angerechnet hätte; mit glücklichem Ausgang, die Sonne kam durch und rechtzeitig waren Wege und Waldboden einigermassen befahrbar.
    Nach meinem Eindruck hatte dieser Förster grössere Vermögenswerte zu pflegen, verwalten und wirtschaftlich zu verwerten bzw. neue Werte langfristig zu schaffen als die Stadt KN in ihrer Bilanz aufzuweisen hat. Ein Förster dürfte ab einer bestimmten Position auch etwas wie ein „Börsianer“ im Auftrage seines Arbeitgebers sein, der als Arbeitnehmer mit maximaler Entscheidungsbefugnis und Verantwortung ausgestattet ist. Ich würde unterstellen, dass BW im Studiengang „Forstwirtschaft“ seine Studenten bestens auf alle Bereiche vorbereitet.

    In den Neuen BL besitzt die ev. Kirche grössere Waldflächen (auch in der DDR). Nach der Wende konnten entfernte Bekannte eine mittlere Fläche als Eigentum zurück gewinnen und schließlich langfristig an die Kirche als Zuverdienst (Taschengeld) verpachten. Angenehm ist, dass die Kirche nicht als wirtschaftlicher Konzern auftritt und Religion eher als allg. zustimmbare Grundsätze (auch für nicht-konfessionelle Mitarbeiter) in ein Unternehmensbild einfliessen. Die Kombination von Religion/Kirche, Weltlichkeit und Unternehmertum dürfte in anderen Religionen ähnlich sein, wobei man nicht nur große Veranwortung für „seine Schäflein“ hat.

    Üblicherweise ist in jedem Wirtschaftsstudium auch ein Jura-Anteil zu den angrenzenden Bereichen (Arbeits-, Gesellschafts-, Bürgerliches-, Handelsrecht) enthalten. Hr. Burchardt dürfte ein ernsthafter Mitbewerber sein.

  7. Cosmo Motzki
    5. Juli 2012 at 15:09 #

    Ich finde gerade die SPD hat sich als Partei in diesem Wahlkampf nicht ausreichend engagiert und übhaupt kein „demokratisches Signal“ an den Bürger, sodern eher ein „mir egal“ gesendet. Da schafft man es nicht einmal, einen SPD-Kandidaten zu finden über ein paar Monate aufzubauen, sondern zaubert kurz vor knapp den völlig unbekannten Herrn Zylla aus dem Hut. Der auch schon bei der ersten Niederlage in typischer SPD-Manier hinschmeißt. Wenn das ein „demokratisches Signal“ sein soll, braucht man sich über das Desinteresse der Bürger nicht zu wundern. Habe fertig.

  8. Andreas Eckle
    5. Juli 2012 at 22:50 #

    @dk: als Personalberater habe ich seit Jahren täglich mit Lebensläufen und deren Auswertung zu tun. Fazit: Uli Burchardt hat das Studium der Forstwirtschaft zwar abgeschlossen, aber nie in diesem Beruf gearbeitet. Ihm fehlt daher jegliche Berufspraxis in diesem zugegebenermassen vielfältigen und herausfordernden Beruf. Nach Abschluss eines Fachhochschulstudiums der Forstwirtschaft und einer anschliessenden einjährigen Anwärterzeit kann die Laufbahnprüfung für den gehobenen Forstdienst abgelegt werden. Diese Berufswahl führt in der Regel in den praktischen Forstdienst, wobei neben der Leitung eines Forstreviers heutzutage auch häufig fachspezifische oder verwaltungstechnische Tätigkeiten zum Berufsfeld gehören. Uli B. jedoch wechselte nach Abschluss des Studiums in den Einzelhandel als Marketingleiter beim Öko-Versandhändler Manufactum, danach wurde er Unternehmensberater und betrieb die uli burchardt GmbH (vormals Burchardt Beteiligungs-GmbH) , den vorliegenden Kennzahlen nach ein sog. KMU (= Kleinstunternehmen gemäss Definition der EU: Anzahl Beschäftigte < 10, Umsatzerlös in Mio € ≤ 2 oder Bilanzsumme in Mio € ≤ 2). Summa summarum als OB-Kandidat: gewogen und für zu leicht befunden.

  9. Fafnir
    6. Juli 2012 at 10:05 #

    Sind ja tolle „Management“-Erfahrungen, die der Kandidat Burchardt aufweisen kann. Und dann eine Unternehmensberatung, die nur heiße Luft produziert. Das Ganze wird als „Unternehmertum“ deklariert. Ein Unternehmer, der der Stadtverwaltung mal zeigt, wie das Geschäft funktioniert? Eher eine Beleidigung der 3.000 Angestellten in der Verwaltung, die ihren Job hervorragend meistern und entsprechend qualifiziert sind. Die Frage ist auch noch nicht geklärt, warum jemand, der „im Management“ war, plötzlich eine Unternehmensberaterbude aufmacht. Es gab laut Wikipedia bei Manufaktum einige Änderungen. Restrukturierung nennt man das. Da trennte man sich halt von den entbehrlichen Mitarbeitern. MdB Jung, und Burchardt, der sein Büro im Radolfzeller RIZ neben Jung hat, treten gern im Gespann auf. Einfach mal googlen oder in Radolfzell nachfragen. Burchardt ist eine Marionette von hiesigen CDU-Größen, der als Oberbürgermeister fachlich völlig ungeeignet ist. Dem mangels wirtschaftlicher Alternativen ein OB-Posten gerade recht käme. Keine Substanz, keine Führungserfahrung. Nur heiße Luft.

  10. dk
    6. Juli 2012 at 20:48 #

    Fafnir:
    Ihre Folgerung aus Wikipedia kann auch anders gedeutet werden. Der Wiki-Gesamtbeitrag kann auch anders gelesen hätte. Hätte ich nur nichts über Forst-Management unter (7) geäußert !!!!! Ein Nichtwähler, nicht nur aus Trägheit.

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.