Sie sind das junge Überlingen!

„Du bist gefragt“ – Überlinger Schüler fragen 4070 Überlinger Schüler

Überlingen (wak) 4070 Überlinger Schüler sind gefragt. Ihre Antworten hören wollen junge Überlinger. Sie sind 17, 18, 19 oder 20 Jahre alt und leben in Überlingen oder gehen in Überlingen zur Schule. Die Schüler wollen wissen wie es den jungen Überlingern geht. Vom kommenden Montag an fragen sie andere junge Überlinger ab der Klasse 7 nach ihren Bedürfnissen und ob sie bereit wären, sich in Überlingen zu engagieren. Die Stadt begleitet die Aktion. Bis zu den Osterferien sollen die mehr als 4000 Schüler antworten. An die Schüler verteilen werden die Fragebögen die Lehrer.

Oberbürgermeisterin hat vage Vorstellung von Jugendwünschen

Was fehlt in Überlingen? Ein Treff‘ mit Musik, eine Disco oder ein Raum, in dem Schüler ins Internet können und miteinander online spielen? So ganz genau weiß das zumindest Oberbürgermeisterin Sabine Becker nicht. Streng genommen kennt nicht einmal die Jugendbeauftragte, Daniela Joos, die Antworten. Also setzen sich Ende November im Jugendhaus Rampe die Jugendlichen zum ersten Mal selbst zusammen. Mit dabei waren Schulsprecher, Vertreter der Jugendorganisationen von Parteien, der Vereine und Verbände. Fünf Mal haben sie sich bisher getroffen.

4070 Schüler werden befragt

In den kommenden Wochen wollen es die Schüler ganz genau wissen. 4070 Schüler werden befragt. Auswerten wird die mehr als 4000 Fragebögen – mit jeweils 13 Fragen – die Politik AG an der Constantin-Vanotti-Schule. Die engagierten Schüler aus der Politik AG des Wirtschaftsgymnasiums besuchen derzeit die Klassen 11 und 12. Jedes Schuljahr rücken neue Schüler nach. Dass das Engagement endet, wenn sie selbst die Schule verlassen und zum Studieren weg gehen, halten sie für ausgeschlossen. Überlingen sei der Lebensmittelpunkt vieler, die auswärts studieren oder eine Ausbildung machen, sagen sie. Wer in der Stadtkapelle, bei der Narrenzunft oder der Feuerwehr aktiv sei, komme zurück und verbringe das Wochenende gern in Überlingen.

13 spannende Fragen und Antworten

Gefragt wird zum Beispiel: Welche Orte in Überlingen nutzt du? Ankreuzen können die jungen Überlinger Rampe/Jugendcafé, Kneipen, Skaterbahn, Landungsplatz oder noch ein paar andere Orte. Wird in Überlingen genug für die Jugend geboten, heißt eine andere Frage. Die Jugendlichen sollen Noten verteilen. Wird es ein sehr gut geben oder vielleicht sogar die Note sechs? Besonders wichtig sind den fragenden Jugendlichen selbst die Antworten auf die Frage Nummer 10. Sie lautet: Kannst du dir vorstellen, später in Überlingen zu wohnen? Die jungen Überlinger sollen außerdem sagen, ob sie bereit sind, etwas aktiv mitzugestalten und unter welchen Bedingungen sie sich einbringen würden. Josef Sandkühler von der Politik AG spricht von einem „super Prozess“, der da in Überlingen gerade beginne.

Jugendforum am 5. Mai

Die Ergebnisse der Jugend-Befragung, die professionell von Synergie Soziale Bildung Lindau moderiert wird, wird am 5. Mai bei einem Jugendforum im Kursaal öffentlich vorgestellt. Die Jugendlichen können auf Inseln miteinander über Ideen diskutieren und erste Projekte initiieren. Ob sich die Jugendlichen ein zentrales Jugendzentrum, Partys, Konzerte oder einen Jugendgemeinderat wünschen, dürfte nach dem 5. Mai eindeutig feststehen. Angekündigt wird das Jugendforum noch rechtzeitig mit einer eigenen Homepage, Videos und Flyern.

Oberbürgermeisterin über den Fall „Topas“ und ähnliche

Oberbürgermeisterin Sabine Becker zeigte sich begeistert vom Engagement der jungen Überlinger. „Es ist wichtig, dass Ihr da seid“, sagte sie den Jugendlichen, die bisher schon aktiv geworden sind. Das Engagement zeige, dass die Jugendlichen Vertrauen in die Politik hätten. Sabine Becker mahnte aber auch: Die Jugendlichen dürften sich ihr Projekt nicht von anderen Jugendlichen später nicht kaputt machen lassen. Wenn es einen Treff‘ gibt, dürften zum Beispiel nicht einzelne Jugendliche nach Veranstaltungsende noch draußen stehen und sich lautstark unterhalten. „Dann schreiben mir die Nachbarn Briefe…“, sagte die Oberbürgermeisterin. Bestes Beispiel: Die Disco „Topas“, wo es an Fasnacht fünf Feten gab, stösst im Dorf auf Ablehnung.

Fotos: wak

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