Sind wir alle Alemannen?

Der alemannische Raum – Einheit trotz der Grenzen?

Konstanz/Singen (red) Der alemannische Raum ist das Thema eines zweitägigen Symposiums mit vielen Wissenschaftlern der verschiedensten Fachdisziplinenin Singen. Die Einheit und die gemeinsame Kultur dieses Raumes werden von Politikern gerade bei festlichen Anlässen immer wieder beschworen, wenn es gilt, die Höhe der Grenzen herab zu reden. Doch was verbindet die Menschen iim alemannischen Raum? Gibt es eine Identität?

Vom Elsass bis Vorarlberg

„Alemannien“ ist von vielen politischen und natürlichen Grenzen durchzogen, obwohl es in der öffentlichen Wahrnehmung als weitgehend einheitlicher (Sprach)Raum gilt. Zu ihm werden gezählt: die deutschsprachige Schweiz, Vorarlberg, das südliche Baden-Württemberg, das südwestliche Bayern und das Elsass.

Macht ein grenzenloses „Alemannien“ glücklicher?

Es liegt nahe, in dieser Region nach den Vor- und Nachteilen, den Einschränkungen und Chancen durch die Grenzziehungen und auch nach Grenzüberschreitungen zu fragen. Welche Grenzen spiegeln eine räumliche Realität wider oder welche sind nur mentales Konstrukt? Wann sind Grenzen von Vorteil? Und: Werden wir glücklicher sein, wenn alle Grenzen einmal abgeschafft sind? Oder ist es vielleicht gar nicht notwendig, die Grenzen aufzuheben? Das Symposium will versuchen, Antworten auf diese Fragen geben.

Tagungsthema: Erleben von Grenzen

Die Tagung befasst sich mit dem Begriff der Grenze, mit dem individuellen Erleben von Grenzen in Wirtschaft, Politik, Sozialem und Kultur in diesem alemannischen Raum. Es geht auch um Grenzschicksale in der NS-Zeit, um „Grenzträume“ wie der Schaffung eines „Alemanniens“ nach 1945 oder Anschlussbestrebungen der Vorarlberger an die Schweiz nach 1918. Aber auch um „Migration und Überfremdungsangst“ in der Schweiz, somit in einem Teil des alemannischen Raums.

Was verbindet die Alemannen?

Eine abendliche Diskussionsrunde wird fragen, wie es um die alemannische Identität steht. Was verbindet die Menschen in diesem alemannischen Raum? Teilnehmer an der Diskussion sind u.a. Alt-Regierungspräsident von Ungern-Sternberg, Alt-Präsident der „Muettersprochgsellschaft“ Klaus Poppen und der Historiker und „Alemannenforscher“ Prof. Dieter Geuenich. Moderator ist der Kolumnist Jochen Kelter.

Programmflyer im Internet

Das zweitägige Symposium wird vom Alemannischen Institut Freiburg und der Randenkommission – das ist ein Zusammenschluss der Kreise Konstanz, Waldshut, Schwarzwald-Baar und des Kantons Schaffhausen – zusammen mit dem Hegau-Geschichtsverein, der Volkshochschule und der Stadt Singen am 12. und 13. März im Bürgersaal des Rathauses Singen veranstaltet. Das umfangreiche Programm und die Anmeldung gibt’s beim Hegau-Geschichtsverein unter 07731/85-244 oder unter http://www.hegau-geschichtsverein.de .

Foto: Alemannische Fasnet in Überlingen

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