Sollen Konstanzer Altstadtbewohner mit dem Auto Ringelreihen machen?

Einige Stadträte möchten in Konstanz Ringverkehr – „Doktorspiele“ Verkehr gehen weiter

Konstanz. Der Konstanzer Gemeinderat hat sich noch nicht mit einem interfraktionellen Antrag zum Thema Ringverkehr um die Altstadt befasst. Und das ist auch gut so.

Ringverkehr bringt mehr Verkehr

Zuletzt vor zwei Jahren hatte die Verwaltung den Räten ein Verkehrsgutachten vorgelegt. Das Ergebnis damals: in Einbahnring um die Altstadt brächte mehr Verkehr. Das Problem: Es gibt keine oder zu wenig leistungsfähige Querachsen. Ein Ringverkehr hätte höhere Immissionen zur Folge – mehr Lärm, mehr Schadstoffe. Auch Anwohner dürften dem Ringelreihen nur wenig abgewinnen: Wer zu seiner Wohnung fahren möchte, müsste dann womöglich mit Stadtbesuchern Ringelreihen machen und stünde zusammen mit Einkäufern in der Bodanstraße ohne Not im Stau.

Ringelreihen im Widerspruch zu Zielen der Begegnungszone

Erst im Juni hatte der Gemeinderat beschlossen, einen vorerst noch provisorischen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich beim Bahnhof einzurichten. Ziel des Shared Space ist die Verringerung des Verkehrs. Die Begegnungszone ist auch Voraussetzung für die beschlossene Lago-Parkhaus-Erweiterung. Mehrverkehr durch einen Ringverkehr stünde dazu in krassem Widerspruch.

Ringverkehr ausgerechnet im Advent

Ausgerechnet in der Adventszeit möchten einige Stadträte offenbar der Altstadt mutmaßlich noch mehr Verkehr zumuten und ihre „Doktorspiele“ weiter treiben. Ausgerechnet, wenn die Weihnachtseinkäufer unterwegs sind, wollen einige Räte experimentieren. Ein Beschluss ist noch nicht gefasst. Jetzt befasst sich erst noch einmal der Technische und Umweltauschuss mit dem Thema Ringelreihen um die Altstadt. Anselm Venedey (Freie Wähler) könnte das zu lange dauern. Er fürchtet, die Stadt könnte den Ringverkehr nicht mehr bis zum ersten Advent einführen.

Neue Kreisel-Idee

Alexander Fecker (CDU) sieht den Einbahnring um die Altstadt wegen des befrüchteten Mehrverkehrs kritisch. Auch Fecker findet, dass der Bereich Laube-Döbele und Bodenstraße-Döbele sowie das Schnetztor nachhaltig entlastet werden müsste. Er hat vorgeschlagen, den Verkehr in Richtung Schweiz bei Staugefahr am Döbele-Kreisel nur noch über die Grenzbachstraße und die B 33 in Richtung Schweiz fahren zu lassen. Diese Vorschlag stamme ursprünglich von einem Konstanzer Busfahrer.

Einbahnregelung in Wollmatingen vertagt

Noch nicht beschlossen ist auch eine temporäre Einbahnregelung in Wollmatingen in der „rush-hour“ während des Berufsverkehrs. Anlieger hatten ihre Kritik geäußert. Dass Einbahnregelungen nicht unbedingt zielführend sind, hat sich zum Beispiel auch in Überlingen gezeigt. Auch dort sollte ein Teil der Stadt vom Verkehr entlastet werden. Statt dessen führt jetzt eine Hauptausfallstraße durch ein Wohngebiet, in dem Tempo 30 gilt. Außer über Umwegverkehre klagen die Anwohner über zusätzliche Immissionen und darüber, dass sich viele Verkehrsteilnehmer Schleichwege suchen.

Fotos: wak/ sparkie PIXELIO www.pixelio.de

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