Soziale Netzwerke und virales Marketing für Unternehmen immer wichtiger

Studie der Dualen Hochschule Ravensburg – Firmen der Region setzen auf Facebook, Xing und Co

Ravensburg. Wie Unternehmen Soziale Netzwerke nutzen und ob sie auf virales Marketing setzen haben Marketing-Studenten der Dualen Hochschule Ravensburg in einer Studie untersucht. 79 Führungskräften aus der Region haben in Interviews Auskunft gegeben. Mehr als die Hälfte der Befragten glauben laut Studie, dass Soziale Netzwerke eine immer wichtigere Rolle spielen und mehr als 90 Prozent der großen Firmen können sich vorstellen, Apps und Spiele als Marketing-Instrument zu nutzen. Das teilte die Duale Hochschule Ravensburg mit.

Am Anfang war das Moorhuhn

Berühmt ist das kostenlose Moorhuhn-Spiel von Johnnie Walker. Es war weltweit ein Renner und die Moorhühner machten auf unzählingen Rechnern Werbung für den schottischen Whiskey. Moorhuhn-Spiel gilt als klassischer Fall von viralem Marketing – einer Technik, um Kunden zu animieren, Produkte oder Dienstleistungen freiwillig weiter zu empfehlen. Mundpropaganda im Web also.

Mundpropaganda übers Web

Besonders gut verbreitet sich Mundpropaganda heute über das Internet – ob via Apps, Clicks, Links oder eben Computer-Spiele. Die Studenten wollten wissen: Welche oberschwäbische Firma würde gerne auf ähnliche Art Aufsehen erregen? Spielen virales Marketing und soziale Netzwerke überhaupt ein große Rolle?

Mitarbeiter dürfen oft nichts surfen

Die DHBW-Studenten haben herausgefunden, dass „nur“ 42 Prozent der Firmen allen ihren Mitarbeitern einen freien Zugang ins weltweite Netz gewähren. Auffällig ist, dass die „Kleinen“ mit weniger als 100 Mitarbeitern großzügig 86 Prozent aller Rechner internetfähig laufen lassen. Bei den Firmen mit 2000 und mehr Mitarbeitern ist dies lediglich in 41 Prozent ohne Einschränkungen der Fall. Einige haben schlechte Erfahrungen gemacht, lassen bestimmte Seiten sperren.

Unternehmen nutzen Soziale Netzwerke

Das Web 2.0 wird von 51 Prozent der Unternehmen genutzt – bei den Großfirmen sind es 94 Prozent, bei den kleineren entsprechend weniger. Das Soziale Netzwerk, das am meisten genutzt wird, ist Facebook mit 80 Prozent, gefolgt von YouTube (54 Prozent), Xing (41 Prozent) und Twitter (33 Prozent). Ziele des Engagments im Web sind vor allem die Darstellung des Unternehmens, Kunden- und Mitarbeiterakquise. Als Risiken sehen die Befragten unter anderem den Kontrollverlust über den Informationsfluss, mangelnden Datenschutz und einen großen Zeitaufwand.

Nur Minderheit will Web nicht nutzen

An einen vorübergehenden Hype Sozialer Netzwerke glauben nur 4 Prozent der Befragten, 56 Prozent glauben an eine zunehmende Bedeutung und 40 Prozent denken zwar, dass das Web 2.0 künftig von großer Bedeutung sein wird, können sich aber nicht vorstellen, selbst aktiv zu werden.

 Jüngere spielen öfter

Und schließlich noch das Moorhuhn. Immerhin 87 Prozent der unter 25-Jährigen und 50 Prozent der über 55-Jährigen haben schon mal Spiele, Apps, Clips, Links oder Anzeigen weitergeleitet oder von ihnen erzählt. Mehr als 90 Prozent der großen Firmen ziehen für die Zukunft virales Marketing in Betracht und können sich vorstellen, derartige Marketinginstrumente einzusetzen.

Foto: Alexander Klaus PIXELIO www.pixelio.de

2 Kommentare to “Soziale Netzwerke und virales Marketing für Unternehmen immer wichtiger”

  1. dk
    18. August 2011 at 18:09 #

    Die folgenden 2 Links zu SocialMedia dürften nicht nur für Betriebe zum Querlesen interessant sein:

    Social Media Kampagnen: agieren wie ein Kunstdieb
    http://entwickler.com/itr/news/psecom,id,58011,nodeid,82.html

    Sechs Social-Media-Richtlinien für Unternehmen
    http://entwickler.com/itr/news/psecom,id,58006,nodeid,82.html

  2. dk
    23. August 2011 at 14:02 #

    Das Blog CreateOrDie ist eigentlich eine Plattform für Kreative (erschaffen durch einen „Entwickler“-Verlag). Somit wird Technologie auch mit Marketing verbunden und damit neue Wege aufgezweigt: der Slogan „Create or Die“ dürfte nicht nur von Unternehmern in Krisenzeiten nachvollziehbar sein.

    Der virale Faktor – „Der weltweit erste Faxgerät-Besitzer war totunglücklich“
    http://createordie.de/cod/news/Der-virale-Faktor-%26ndash%3B-Der-weltweit-erste-Faxgeraet-Besitzer-war-totungluecklich-060044.html

    Unter den Video gibt es ein Link-Listung von einigen Sessions der Web-Konferenz 2011: eigentlich zum Thema Startups wird vieles über neue Ansätze im Marketing, der Web-Technolgien und Management vermittelt.
    Mir sind einige „Buzzwords“ näher gebracht worden: die Einstufung als Hype wäre sicherlich etwas zu einfach.

    Ein Marketing-Professor, der als Agentur-Mitinhaber auch internat. Grossprojekte betreut hat bzw. über Kollegin über Details bestens informiert war, hatte (vor über 10 Jahren) exemplarisch die Einordnung des Marketing in den Mittelpunkt des Management-Denkens gestellt und die anderen organisatorischen Einheiten darum herum angesiedelt, die alle mehr oder minder vom Marketing beeinflusst werden. In seinem Verständnis sollen Produkte vor allem Problemlösungen des Nutzers darstellen.

    Wenn im SozialMedia-Verständnis des Videos eher Empfehlungen durch besondere Produktmerkmale übermittelt werden und nicht durch Kampagnen Unterschiede bei ähnlichen Produkten „kreativ vermarktet“ werden sollen, erscheint dieses nicht mehr ganz so futuristisch, sondern dank neuer Web-Technologien eher in grösserem Rahmen neu aufgemöbelt. Wahrscheinlich werden viele Betrachter die „Erlebniswelten“ in der Werbung (und auch normalen TV-Sendungen) ungläubig als fremdes Milieu ansehen … und nach dem wahrhaftigen Nutzen hinterfragen. Das Thema ist spannend.

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