SPD fordert mehr Wachsamkeit gegenüber Nazi-Aktivitäten

Nazi-Kundgebung auf Singener Heinrich-Weber-Platz Provokation – Peter Friedrich und Kreis-SPD für NPD-Verbot

Singen. „Neonazis inner- und außerhalb der NPD ändern ihre Werbestrategie. Alle Demokraten müssen dies sorgfältig beobachten und die Aktivitäten der neuen Nazis gemeinsam bekämpfen“, sagte der SPD-Kreisvorsitzende und  baden-württembergische Europaminister Peter Friedrich, nachdem sich am am Samstag Nachmittag etwa 40 Nazis, die größtenteils mit einem Bus angereist waren, zu einer Kundgebung auf dem Singener Heinrich-Weber-Platz versammelt hatten. Schon seit einigen Wochen reisen Nazi-Gruppen mit Bussen durch Baden-Württemberg und melden kurzfristig kleine Kundgebungen an, so Friedrich, der sich auf Informationen aus dem Innenministerium beruft.

 Aufmarsch war eine Provokation

„Der Versammlungsort der NPD war eine Provokation für alle Demokraten“, sagte Peter Friedrich. Der Platz erinnere schließlich an den Gewerkschafter und Sozialdemokraten Heinrich Weber, der 1944 von den Nazis umgebracht wurde. „Demokratie darf nicht zulassen, dass ihre Orte des Gedenkens von Nazis beschmutzt und mit Füßen getreten werden,“ heißt es in einer Erklärung des SPD-Kreisverbands. Die Stadt Singen müsse sich fragen lassen, warum sie den Nazis den Heinrich-Weber-Platz für ihre Hetze zur Verfügung gestellt habe.

Die ganze Gesellschaft gefordert

Es sei nicht nur Aufgabe der Sicherheitsbehörden, die Aktivitäten der Nazis zu beobachten. „Alle demokratischen Parteien und alle gesellschaftlichen Gruppen sind aufgefordert, den neuen Nazis zu zeigen, dass in unserer Mitte kein Platz für ihre menschenverachtende Ideologie ist,“ sagte Friedrich.

SPD für eine NPD-Verbot

Der Kreisverband der SPD unterstützt die Bemühungen der Innenminister, das Verbot der NPD voranzubringen.

Ein Kommentar to “SPD fordert mehr Wachsamkeit gegenüber Nazi-Aktivitäten”

  1. dk
    17. September 2012 at 00:33 #

    … Die Stadt Singen müsse sich fragen lassen, warum sie den Nazis den Heinrich-Weber-Platz für ihre Hetze zur Verfügung gestellt habe. …

    Moderne Politiker verlangen häufig unmögliches von Bürgern: man kann doch nicht alle Namen der im Krieg Gefallenen und durch Verbrechen Getöteten wissen, um Strassennamen in Dt. richtig zuordnen zu können.

    Vor über 10 Jahren habe ich an einer Fachhochschule studiert, an der eine „Friedrichsstrasse“ als zentrale Verbindung durch den Stadtteil führte. Heute erst habe ich den historischen Hintergrund der Benennung durch Zufall erfahren:
    Denkstein für Friedrich den Großen eingeweiht
    http://www.wernigerode.de/de/news-details/denkstein-fuer-friedrich-den-grossen-eingeweiht-20030698.html

    Auch in KN gibt es eine Friedrichstrasse, die vom Zähringer Platz in Richtung der Elite-Uni führt: der Vorteil von Gedenksteinen im Vergleich zu Strassen-Namen sind die textlichen Untertitel, die das bildliche Lernen stark vereinfachen.

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