SPD im Bodenseekreis outet sich als Stuttgart 21 Befürworterin

Sozialdemokraten im Bodenseekreis sprechen sich für umstrittenes Bahnprojekt aus – Kritik an den Grünen

Bodenseekreis. Die SPD im Bodenseekreis und mit ihr der SPD Landtagsabgeordnete Nobert Zeller sind Befürworter des Bahnprojekts Stuttgart 21. Das Vorpreschen der CDU im Bodenseekreis sei richtig. Das teilte die SPD heute mit. Die Initiative der Landes-SPD zum Volksentscheid sei nötig, um möglichst „viele Bürger mitzunehmen“.

SPD lobt Bekenntnis der CDU zu Stuttgart 21

Die Initiative der Landes-SPD zum Volksentscheid über das Bahnprojekt Stuttgart – Ulm solle ein Signal zum sachlichen Wettstreit um die besseren Argumente sein, so der Kreisvorsitzende der SPD im Bodenseekreis, Jochen Jehle. Bei einem solchen Konflikt, der „große Polizeikräfte“ im Land binde und der sich zunehmend zuspitze, sei es besonders wichtig, dass möglichst viele Bürger mitgenommen würden und das Vertrauen in die Entscheidungen der gewählten Gremien und Politiker zurückgewonnen werde. Die SPD Bodenseekreis begrüße, dass sich die Bürgermeister, die Landräte und auch die CDU in der Bodenseeregion vor kurzem öffentlich für dieses Zukunftsprojekt ausgesprochen hätten und die Vorteile für die Region und das Land hervorhoben.

Position des Grünen-Kreisverbandes nicht nachvollziehbar

Dies zeige, dass sich die Befürworter des Projekts mit ihren Argumenten nicht verstecken müssten und sich dem Votum der Bürger stellen könnten. Wenig nachvollziehbar sei die Position des Kreisverbandes Die Grünen, so die SPD. Schließlich könnten mit dem neuen Bahnprojekt täglich tausende Pendler in der Region Stuttgart und darüber hinaus schneller an ihren Arbeitsplatz gelangen. Und im Zusammenspiel mit der Südbahn rücke die Bodenseeregion näher an des nationale und internationale Schnellbahnnetz. Außerdem schätze die Universität Stuttgart, dass mit dem Gesamtprojekt 18 Millionen Personenfahrten von der Straße auf die Schiene verlagert würden. „Stuttgart 21 ist also Nahverkehr pur für das Land und unsere Region, mit allen ökologischen Vorteilen und Verbesserungen für die Lebensqualität der Menschen, die den Grünen sonst immer so wichtig sind“, so Jehle.

SPD glaubt, Vorteile überwiegen

Weder würde durch S21 der weitere Ausbau des Schienengüterverkehrs verhindert, noch sei bewiesen dass das Alternativprojekt K21 leistungsfähiger oder wirtschaftlicher als S21 sei. Das Risiko, dass Kosten eines Großprojekts im Laufe der Zeit stiegen, könne man nie ausschließen. Aber da sei es wie beim laufenden Großprojekt zum Ausbau erneuerbarer Energien: „Die Vorteile überwiegen“, so Jehle. Die SPD Bodenseekreis und MdL Norbert Zeller stünden deshalb fest zur Entscheidung für das Projekt.

Auf den Internetseiten der SPD Bodenseekreis finden interessierte Informationen zum Projekt, den Vorteilen für die Region und Links zu Internetseiten mit Pro- und Contra-Argumenten zu S21.

2 Kommentare to “SPD im Bodenseekreis outet sich als Stuttgart 21 Befürworterin”

  1. Bruno Neidhart
    29. September 2010 at 10:03 #

    Normalerweise gehört die SPD als Oppositionspartei eher der Neinsagerfraktion an. Dass nun die südlichen Bodenseegenossen vehement auf den S21-Zug aufspringen, ihre politische Ur-Konkurrenz gleichzeitig über den Klee loben, stimmt schon etwas nachdenklich und hat ein – wie man im Schwäbischen sagt – „Gschmäggle“. Der Geruch ist allerdings noch nicht genau identifizierbar: Wohin die Reise gehen soll, muss noch genauer erklärt werden. So lange die überregionalen Bahnbedingungen in B-W’s Süden derart desolat sind und nicht im Zuge von S21 gleichzeitig gefördert werden, ist eine Lobhudelei über das, was in Stuttgart läuft, nicht angebracht. Entsprechend stellen die Grünen die richtigen Fragen, wenn auch in dieser Vehemenz arg spät.

  2. Dietram Hoffmann
    29. September 2010 at 14:26 #

    Am 20.09.2010 trafen sich Mitglieder des SPD-Kreisvorstandes, einige Ortsvereinsvorsitzen-de und weitere Parteimitglieder, insgesamt 19 Genossinnen und Genossen zu einer Kreis-vorstandssitzung in Ailingen. Beim Tagesordnungspunkt „Stuttgart 21“ kam es zu einem kontroversen Meinungsaustausch, der mit einer Schwarzweißabstimmung zu „Stuttgart 21“ mit 13:6 pro endete. Gott sei Dank hat die SPD im Bodenseekreis mehr als 19 Mitglieder, nämlich gut sechshundert. Deswegen handelt es sich hier nur um die Meinung von zufällig anwesen-den Parteimitgliedern, die nicht berechtigt waren (mich eingeschlossen), repräsentativ für den Kreisverband Bodensee zu sprechen oder gar zu entscheiden.

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.