SPD Konstanz zieht mit Tobias Volz in den Bundestagswahlkampf

Sozialdemokraten schicken Allensbacher Unternehmer in Wahlkampf – Mitgliederversammlung im Dezember

Konstanz. Bei der Landtagswahl 2011 war Tobias Volz noch Ersatzbewerber. 2013 ist er der SPD-Bundestagskandidat der Sozialdemokraten im Kreis Konstanz. Auf Podien hatte der Vorsitzende der SPD Allensbach und Gründer eines mobilen Pflegedienstes eine sehr gute Figur gemacht. Ob Volz tatsächlich Aussicht hat, Bundestagsabgeordneter zu werden, hängt vom Abschneiden der SPD bei der Bundestagswahl und auch davon ab, auf welchen Platz der Landesliste es Volz schafft. Der letzte Konstanzer SPD-Bewerber, der in den Bundestag einzog, war Peter Friedrich. Als Peter Friedrich Minister in der grün-roten Landesregierung wurde, gab er sein Bundestagsmandat zurück. Seither ist das Konstanzer SPD-Abgeordnetenbüro verwaist. Peter Friedrich ist jetzt prominentester Wahlkämpfer für Tobias Volz.

 Konstanzer SPD reloaded

„Erinnerst Du Dich noch?“, sagt Tobias Volz und grinst verschmitzt. „Vor nicht allzu langer Zeit glaubten und schrieben viele Menschen in unserem Land, das Ende der SPD stehe unmittelbar bevor.“ Drei Jahre sei das nun her, als die SPD die letzte Bundestagswahl 2009 verloren habe. „Der beschworene Tod der SPD kam nicht. Im Gegenteil: Unsere Themen, unsere Grundwerte sind aktueller denn je“ erklärt Volz.

 Überschrift lautet „Gerechtigkeit“

Vor 150 Jahren gründeten Sozialdemokraten die Partei. Heute sagt die SPD von sich: Sie habe die richtigen Antworten, damit die Krisen des Euro und der Banken nicht einseitig die Menschen, Arbeitnehmer und Rentner belasten. „Wir wollen gestalten und für gerechtere, für bessere Verhältnisse – und zwar für alle Menschen in unserem Land – eintreten. Das treibt mich an“, erklärt Tobias Volz.

Der aus der Pflege kommt

In Überlingen absolvierte der 1968 geborene Tobias Volz seinen Zivildienst im Pflegebereich. Schon damals empfand er den Umgang mit den Pflegebedürftigen nicht korrekt. Volz, der eigentlich eine Ausbildung zum Koch absolvierte, sagt heute noch, was er schon damals wusste: „Ich bin überzeugt: Pflege muss menschlich sein.“ Volz machte eine Ausbildung zum Altenpfleger.

Sozialdemokrat und selbständiger Unternehmer

Mit 27 Jahren machte er sich selbständig und gründete in Allensbach einen mobilen Pflegedienst, der heute 43 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Volz ist also – nicht ganz typisch für die SPD – ein erfolgreicher Unternehmer. Im Sozial- und Gesundheitswesen, einem Kernthema der SPD, kennt er sich bestens aus. Seine Erfahrung möchte er, der kein typischer Berufspolitiker ist, in Berlin einbringen.

Mitten im Beruf

Volz erklärt: „Als Unternehmer in einem Bereich, in dem prekäre Beschäftigung und schlechte Bezahlung leider viel zu verbreitet ist, weiß ich um die Bedeutung von Mindestlöhnen und fairen Arbeitsbedingungen.“ In seinem Unternehmen verdienen die Mitarbeiter überdurchschnittlich, sagt er und ist stolz darauf.

 Mit beiden Beinen im Leben

Als alleinerziehender Vater zweier Kinder kenne er die Herausforderung, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen aus meinem eigenen Alltag. Das Betreuungsgeld hält er für eine „skandalöse Verschwendung“, es versuche alte Rollenbilder zu zementieren. „Wir brauchen aber vor allem mehr Kinderbetreuung: Ab dem 1. August 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch für einen Kita-Platz für Kinder unter drei Jahren. Dieser wird oft nicht erfüllt werden.“ Daran trage die Regierung Merkel ein gehöriges Maß an Mitschuld. Es wird also Zeit, dass sich etwas dreht.

 Traum vom sozialen Europa

Mit einem Bekenntnis zu Europa tut sich der Bundestagskandidat leicht. „Ohne ein starkes, soziales Europa können wir die zerstörerische Kraft der Finanzmärkte nicht bändigen“, sagt Volz. Als langjähriger Gemeinderat in Allensbach und als Kreisrat hat er politische Erfahrungen, die ihm den Wahlkampf, aber auch später den Einstieg in den Bundestag erleichtern werden. An seine Genossen appelliert er: „Lasst uns gemeinsam für einen Regierungswechsel im nächsten Jahr eintreten.“ Zunächst muss ihn aber noch die Mitgliederversammlung der SPD im Kreis Konstanz wählen. Und dann liegt ein großes Stück Arbeit vor ihm.

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