Sperrzone zum Schutz des Bodensee-Wassers vor Giftanschlag

Mehr als vier Millionen Menschen in Baden-Württemberg trinken aus dem See

Anwälte legen Widerspruch einBodenseekreis. Die Trinkwasserversorgung aus dem Bodensee soll besser gegen mögliche Anschläge geschützt werden. Auf Antrag des Zweckverbands Bodensee-Wasserversorgung soll dazu im Bereich der Wasserentnahmestelle bei Sipplingen eine weitgehende Aufenthaltsbeschränkung festgelegt werden. Hintergrund ist ein versuchter Giftanschlag im Jahr 2005. Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr und das Landratsamt Bodenseekreis teilten am Freitag in Stuttgart mit. Zunächst soll es eine Anhörung für die neue Verbotsverordnung eingeleitet geben.

 

Konsequenzen aus Giftanschlag

 

Im Anschluss an den versuchten Giftanschlag wurden im Einzugsgebiet der Wasserentnahmestelle die Sicherheitsmaßnahmen bereits deutlich ausgeweitet. Nun sollen verstärkte Zugangsbeschränkungen das frühzeitige Erkennen von Gefahren erleichtern. Der Verordnungsentwurf sehe daher ein grundsätzliches Befahrungsverbot für Fahrzeuge aller Art sowie ein Bade- und Tauchverbot vor. Betroffen sei im Wesentlichen das bereits bestehende Wasserschutzgebiet im See. Bislang besteht dort ein Fahrverbot für Motorboote mit Ausnahme von Fischereifahrzeugen. Personen mit berechtigtem Interesse wie Berufsfischer, Jäger oder Mitglieder von Wassersportvereinen, sollen den Bereich bei vorheriger Anmeldung beim Zweckverband auch künftig befahren dürfen, heißt es.

 

Neue Verbotszone definiert

 

Der Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung begründet die Abgrenzung des Schutzgebiets mit Untersuchungen der Ingenieurgesellschaft Prof. Kobus und Partner GmbH zu Strömungs- und Transportvorgängen im Bereich der Entnahmestelle aus den Jahren 2008 und 2009. Dabei wurde ermittelt, in welcher Konzentration an verschiedenen Stellen in der Umgebung der Wasserentnahmeanlagen an der Seeoberfläche ausgebrachte Stoffe unter den gegebenen Randbedingungen – wie Wind- und Strömungsverhältnisse sowie Wassertemperatur – an die Wasserentnahmestellen gelangen können. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden der Abgrenzung der Verbotszone im Antrag zugrunde gelegt.

 

Hohes Gefahrenpotenzial

 

Der versuchte Anschlag auf die Wasserentnahmeanlagen des Zweckverbands im Oktober 2005 zeige das hohe Gefährdungspotenzial als Anschlagsziel, weil von dort mehr als vier Millionen Menschen in Baden-Württemberg mit Trinkwasser versorgt werden. Deshalb seien besondere Schutzmaßnahmen geboten. Allerdings werde auch die besondere Bedeutung des Bodensees für Sport, Freizeit und Tourismus berücksichtigt. Die Verbotszone solle daher möglichst klein gehalten werden.

 

Vier Millionen Menschen trinken Bodensee-Wasser

 

Der Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung versorgt etwa vier Millionen Einwohner in Baden-Württemberg mit Trinkwasser. Das Wasser wird aus dem Überlinger See vor der Gemarkung Sipplingen in etwa 60 Meter Tiefe entnommen und nach seiner Aufbereitung im Wasserwerk des Zweckverbands bis in den äußersten Norden des Landes transportiert.

 

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