Stadt Konstanz setzt in diesem Sommer auf Dialog mit Jugendlichen

Seegespräche gehen in die zweite Runde – Treffpunkt Stadtgarten und Schänzlebrücke

Konstanz. Am 1. und 2. Juni lädt das Jugendamt Konstanz gemeinsam mit dem Bürgeramt, dem Amt für Stadtplanung und Umwelt, der Polizei und den Nachtwanderern zu Gesprächen im Stadtgarten und am Schänzle ein. Thema ist auch das Glasverbot.

Alkohol und Glasverbot

Ziel der Seegespräche ist es, wie die Stadt mitteilt, gegenseitiges Verständnis und Umweltbewusstsein zu wecken und für den Umgang mit Alkohol zu sensibilisieren. Auch über das Glasverbot soll gesprochen werden.

Schüler machen Vorschläge

Mitglieder des Konstanzer Schülerparlaments hatten sich in der vergangenen Woche in einem Gespräch mit der OB-Kandidatin Sabine Reiser dafür ausgesprochen, zu versuchen, noch einmal mit Parkbesuchern und Ufernutzern, unter ihnen viele Jugendliche, zu sprechen und einen Konsens zu finden. Sie denken auch, dass die Nachtwanderer und möglicherweise ein Streetworker in Zukunft Feiernde ansprechen könnten. Mitarbeiter des Ordnungsamtes hingegen würden eher nicht akzeptiert.

Konkretes Angebot

Die Jugendlichen haben konkret vorgeschlagen, dass es im Frühjahr eine gemeinsame Seerheinputzete von Anwohnern und Jugendlichen geben sollte. Weiter könnten sie sich vorstellen, dass Jugendlich, die ein Fest am See feiern, auf Nachfrage ihre Personalien angeben und die Verantwortung dafür übernehmen, dass sie den öffentlichen Raum wieder sauber hinterlassen. „Es gibt zu wenig Plätze für Jugendliche“, so Franz Sauerstein, Sprecher des Konstanzer Schülerparlaments. Das sei insgesamt so. Bei einer Party im Neuwerk hätten plötzlich 700 Leute vor der Türe gestanden. Nur 90 durften rein.

Evaluation des Glasverbots

Die Jugendlichen stört vor allem, dass die Stadt nicht sagen könne, was das Glasverbot tatsächlich gebracht hat. Sie forderten eine Evaluation. Der Konstanzer Gemeinderat hatte sich für das Glasverbot ausgesprochen, um Badende zu schützen. Mit Hilfe des Glasverbots sollte die Anzahl der Scherben im Uferbereich verringert werden. Ein Studenten hatte gegen das Glasverbot geklagt. In diesem Sommer soll es ein Urteil geben. Die jungen Konstanzer sagten, sie würden gern noch einmal einen neuen Anlauf machen und eine Lösung finden, mit der alle Beteiligten leben könnten. Am 26. Juli entscheidet der Verwaltungsgerichtshof. OB-Kandidatin Sabine Reiser sagte: „Sollte das Gericht das Verbot kippen, würde sich die Chance ergeben, noch einmal neu zu diskutieren und Alternativen auszuprobieren. Eine Evaluation wäre in jedem Fall unabhängig von der Entscheidung des Gerichts sinnvoll.“ Wenn das Glasverbot nicht gekippt werde, könnte die Verordnung notfalls nachgebessert werden.

Termine für Seegespräche

Am Freitag 1. Juni im Stadtgarten, Treffpunkt ist um 20 Uhr am Konzil. Samstag, 2. Juni am Schänzle, Treffpunkt ist um 20 Uhr unter der Europabrücke.

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