Stadt Konstanz weist Behauptungen des Orchester-Intendanten zurück

Chefdirigent Vassilis Christopoulos widerspricht Riem – Bürgermeister Claus Boldt wartet immer noch auf Erklärung Riems

Konstanz. Von einem „äußerst fragwürdiger Stil“ spricht die Stadt Konstanz in Zusammenhang mit Äußerungen des Orchesterintedanten Florian Riem. Riem hatte sich in der „Stuttgarter Zeitung“ zu einem Defizit in Höhe von voraussichtlich rund 600.000 Euro geäußert und damit das Tischtuch zwischen ihm und der Stadt endgültig zerschnitten.  Der Intendant habe nicht den Tatsachen entsprechende Behauptungen verbreitet, so Kulturbürgermeister Claus Boldt. Am Freitagnachmittag haben die Verwaltung und der Chefdirigent in einer Medienmitteilung Stellung zu Äußerungen Riems genommen. Dass Riems Engagement in Konstanz beendet ist, steht schon länger außer Frage.

Stadtverwaltung wartet auf Erklärung Riems

Die Verwaltung hat den bisherigen Intendanten der Südwestdeutschen Philharmonie Florian Riem aufgefordert, dazu Stellung zu nehmen, wie es zu dem voraussichtlichen Defizit des Orchesters in Höhe von rund 600.000 Euro bis zum Ende des Jahres 2012 kommen konnte. Eine Antwort liegt bisher noch nicht vor. Aufklärung zu diesem Punkt hatte Riem auch in der Sitzung des Orchesterausschusses vom 18. September 2012 nicht geben, da er sich zur Sitzung krank gemeldet hatte. „Wir warten nach wie vor auf Erklärungen Riems. Die von ihm über die Presse lancierten Äußerungen tragen wenig bei, den Sachverhalt zu erhellen, da sie die Fakten oft verzerrt oder falsch widergeben“, so Bürgermeister Claus Boldt. So sei es insbesondere ein äußerst fragwürdiger Stil, sich der eigenen Verantwortung durch nicht den Tatsachen entsprechende Behauptungen über andere entziehen zu wollen und diese Behauptungen über die Presse in die Öffentlichkeit zu tragen, statt zunächst das Gespräch mit den Betroffenen zu suchen.

 Vassilis Christopoulos angeschwärzt

In der Stuttgarter Zeitung vom 25. September 2012 werde unter Berufung auf Äußerungen Florian Riems behauptet, dass unter anderem eine Vielzahl von Gastdirigaten mitverantwortlich für die finanzielle Situation des Orchesters gewesen seien, da der griechische Chefdirigent Vassilis Christopoulos „sich mehr um das Staatsorchester Athen gekümmert habe, als seinen Pflichten am Bodensee nachzukommen“. Christopoulos widerspricht entschieden dieser Darstellung: „Genau das Gegenteil ist der Fall. Nicht nur habe ich meine vertraglichen Verpflichtungen in Konstanz immer erfüllt, sondern immer wieder sogar zusätzliche Produktionen übernommen, oft auch kurzfristig, ohne dafür ein Honorar zu verlangen. Und es gab eine ganze Reihe von Fällen, wo ich Herrn Riem nachdrücklich gebeten habe, eine Produktion zu übernehmen, Florian Riem dies aber abgelehnt hatte, da er Gastdirigenten engagieren wollte. Allein im Jahr 2012 hat Riem bei fünf Produktionen, die ich übernehmen wollte, mein Mitwirkung abgelehnt. Riem verdreht die Tatsachen.“

Auch Kämmerer widerspricht

Auch die Kämmerei betrachtet die in der Stuttgarter Zeitung dargestellten Äußerungen Riems kritisch. Im Kontext des aufgelaufenen Defizits von rund 400.000 Euro heißt es, die die Kämmerei habe Riem versprochen, die Unterdeckung abzubauen, wovon später aber keine Rede mehr gewesen sei. Richtig ist, dass sich die Unterstützung der Kämmerei auf das aufgelaufene Defizit von 65.000 Euro aus den Jahren 2008 bis 2010 bezogen habe. „Dazu stehen wir auch“, so der Kämmerer Hartmut Rohloff. Von dem bis 2011 aufgelaufenen Defizit von 400.000 Euro oder dem bis 2012 aufgelaufenen Defizit von rund 600.000 Euro war aber nie gesprochen worden.

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