Stadt will schneller DSL 16.000 fürs Gewerbegebiet

Stadtwerke Überlingen statt Telekom sollen Kabel verlegen

dsl box IMG_0002Überlingen (wak) Ginge es allein nach Oberbürgermeisterin Sabine Becker, wäre das Gewerbegebiet Nord in Überlingen längst an die schnelle Datenautobahn angeschlossen. Mittlerweile setzt die Stadt, um das Ziel der Breitbandanbindung schnellstmöglich zu erreichen, aber lieber auf die Stadtwerke Überlingen als auf die Telekom. Unter DSL 16.000 möchte es die Stadt auf keinen Fall machen.

Was seit 2007 passierte

Am Anfang war ein Schreiben, das 2007 noch der damalige Oberbürgermeister Volkmar Weber verfasst hatte. Nicht sehr nachdrücklich bat er die Telekom am 4. Dezember vor zwei Jahren, das Überlinger Gewerbegebiet Nord mit einer vernünftigen Bandbreite zu versorgen. Seither passierte viel – auf schnelles DSL wartet das Gewerbegebiet aber noch immer.

Kein Auftrag ohne Ausschreibung an die Telekom

„Das Gewerbe will DSL 16.000“, sagt Oberbürgermeisterin Sabine Becker. Dass es darunter auch gar nicht gehen würde, weiß die Überlinger Oberbürgermeisterin. Das Problem: DSL 16.000 sei mehr als die sogenannte Grundversorgung. Die Stadt hätte – so erklärt es die Oberbürgermeisterin – auch nicht etwa einfach der Telekom den Auftrag erteilen können, ein Glasfaserkabel zu verlegen oder einen Verteiler zu setzen. Eine Ausschreibung wäre nötig gewesen, so Sabine Becker. Besonders ärgerlich: Die Stadt hätte in den Ausschreibungstext noch nicht einmal konkret schreiben können, dass sie eine Breitbandverbindung möchte, die DSL 16.000 ermöglicht.

Telekom wollte bis zu 18 Monate Zeit

Es wäre also eine Ausschreibung mit ungewissem Ausgang gewesen. Und das war noch nicht einmal das einzige Problem: Selbst wenn die Stadt – zum Beispiel sofort nach dem Amtsantritt von Sabine Becker vor knapp einem Jahr – die Telekom beauftragt hätte, wäre das Gewerbegebiet heute wahrscheinlich noch immer ohne DSL. Bis zu 18 Monaten Zeit wollte sich die Telekom lassen, so die Oberbürgermeisterin. Erst seit zwei Wochen spreche die Telekom von nur noch neun Monaten. Für die Anbindung an die Datenautobahn hätte die Stadt zudem etwa 30.000 bis 50.000 Euro an die Telekom zahlen sollen.

Privater nicht zu Ausschreibung verpflichtet

Würde nicht die Stadt, sondern die Gewerbetreibenden selbst ein Telekommunikationsunternehmen mit der Ausschreibung beauftragen, müsste der Auftrag zumindest nicht ausgeschrieben werden. Als Auftraggeber in Frage gekommen wäre der Wirtschaftsverbund Überlingen (WVÜ).

Neue Idee: Die SWÜ sollen Kabel verbuddeln

Mittlerweile will die Stadt in Sachen Breitbandanbindung des Gewerbegebiets aber einen ganz anderen Weg gehen und setzt statt auf die Telekom auf die Stadtwerke Überlingen (SWÜ). Wenn die Stadtwerke einsteigen, könnte es schneller gehen. Auf einen Zuschuss der Stadt würden die SWÜ verzichten, so Oberbürgermeisterin Sabine Becker. Nötig sei jetzt aber noch die Zustimmung des Regierungspräsidiums.

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