Studenten-Blimp fliegt mit dem Navi

Der Zeppelin bekommt einen kleinen Bruder – Es ist ein Studenten-Blimp

Friedrichshafen (red) Ein Luftschiff, das schon bald autonom seine Ziele ansteuern soll, haben Studenten der Dualen Hochschule Ravensburg, Campus Friedrichshafen, nun bei einem „Fly out“ präsentiert. Der Blimp ist knapp zwölf Meter lang, 25 Kilogramm leicht und bringt es auf 38 Stundenkilometer.

„Fleye“ fliegt selbständig zwischen zwei Orten

Diese „fliegenden Zigarren“ passen zu Friedrichshafen, dieser Stadt mit der großen Luftfahrttradition, auch heute noch wie die Faust aufs Auge. Kaum einen wird es daher wundern, wenn er neben dem Zeppelin schon bald ein kleiner Bruder, ausgetüftelt und gebaut von Studenten der Dualen Hochschule, am Häfler Himmel entdeckt. „Fleye“ nennen die sechs angehenden Maschinenbauer und die zwei Nachrichtentechniker ihr Projekt – ein Kunstbegriff aus „fly“ (fliegen) und „eye“ (Auge). Das Luftschiff soll schon bald autonom zwischen festgelegten Orten navigieren können. Noch reagiert es auf eine Fernbedienung, Aufgabe einer weiteren Studentengeneration ist es ab dem kommenden Semester, den großen Weißen weiterzuentwickeln. Das Luftschiff soll dann zudem mit einer Kamera ausgestattet werden, die die Aufnahmen an einen Computer am Boden überträgt. Für wissenschaftliche Beobachtungen, etwa rund um das Wetter oder die Luftqualität, würde sich ein weites Feld auftun, so die Idee.

Blimp bleibt zwei Stunden in der Luft

Das ist vorerst noch Zukunftsmusik, die Studenten, die den Blimp nun beim Fly out präsentierten, haben zunächst die Grundlagen geschaffen. Mittels zwei Elektromotoren kann das mit Helium gefüllte DHBW-Luftschiff zwei Stunden lang in der Luft bleiben. So manche Bügelstunde haben die Studenten damit verbracht, die Außenhaut aus linsenförmigen Bahnen zusammenzusetzen. Das Schwierigste an dem Projekt sei es gewesen, „die Technik so herunterzubrechen, dass wir es als Studenten auch praktisch umsetzen konnten“, erzählt Johannes Beckmann. Die Studenten haben sich entschieden, einen Blimp zu bauen, anders als ein Starrluftschiff wie der klassische Zeppelin hat diese Variante kein inneres Gerüst.

Fliegen oder fahren?

Fliegt er oder fährt er? „Er fährt, denn er ist leichter als Luft“, erläuterte Prof. Martin Freitag, Leiter des Campus Friedrichshafen. Er berichtete auch von den Vorgängermodellen, aktuell steigt die dritte „Flyeye“-Version in die Luft. Nichts passt eben besser zu Friedrichshafen als ein Luftschiff über dem See.

Foto: Sechs Maschinenbaustudenten der DHBW haben ganz in der Friedrichshafener Luftfahrttradition ein Luftschiff gebaut (von links): Florian Ardner (EADS), Tobias Brocke (EADS), Christoph Meisner (EADS), Johannes Beckmann (Rohwedder Makro Assembly), Felix Fonyo (EADS) und Nico Bergemann (Zeppelin).

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