Studenten gestalten zentrale Konstanzer Stadtplätze neu

Konstanzer Baubürgermeister von Ideen der HTWG Studenten begeistert

Konstanz (red) Sechs Architektur-Studentinnen und Studenten der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung haben im Rahmen einer Studienarbeit vier Plätze in Konstanz im Modell neu gestaltet. Ihre Entwürfe sind bis zum 14. Mai im Verwaltungsgebäude Laube, Untere Laube 24, 6. Obergeschoss, ausgestellt.

„Plätze in der Stadt“

Professor Leonard Schenk von der Fakultät Architektur und Gestaltung stellte in dem Seminar „Plätze in der Stadt“ den Studierenden die Aufgabe, die Plätze Fischmarkt, Hofhalde oder St. Stephansplatz als Seminararbeit in Form von Kurzentwürfen neu zu gestalten. Zum Sternenplatz sollte jeder einen Entwurf erarbeiten. Die Studierenden untersuchten, welche städtebaulichen Chancen und Qualitäten in den bislang untergenutzten oder vernachlässigten Plätzen verborgen sind und wie diese funktional und gestalterisch zu neuem Leben erweckt werden können. Es wurden dabei auch die historischen Entwicklungen und die stadt-räumlichen und architektonischen Grundlagen erörtert. Hintergrundinformationen zu den städtebaulichen Rahmenbedingungen erhielten die Studierenden vom Amt für Stadtplanung und Umwelt der Stadt Konstanz. Professor Schenk führte aus, warum die Wahl der Studienarbeit auf die Gestaltung von Plätzen fiel: Als Architekt fühle man sich schließlich berufen, immer etwas zu verändern und bei der Gestaltung von Plätzen könne man „richtig loslegen“ und Ideen entwickeln.

Was ist ein Platz?

Plätze waren als Markt- oder Kirchplatz, als Versammlungs- oder Veranstaltungsort, zur Repräsentation weltlicher oder kirchlicher Macht schon immer ein zentrales Element der europäischen Stadtkultur. In der Moderne galten dagegen baulich gefasste Plätze und klassische öffentliche Räume als Relikte einer überkommenen Zeit. Mittlerweile hat jedoch ein Umdenken eingesetzt: Zahlreiche Städte, nicht nur große, bekannte Metropolen wie Barcelona oder Lyon, haben erkannt, dass Plätze maßgeblich zur Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt beitragen, und dass sich über die Qualifizierung der öffentlichen Räume die Stadt insgesamt als Lebensraum reaktivieren lässt.

Der Platz: eine Begegnungszone

Der Pressesprecher der Stadt Konstanz, Walter Rügert, zum Thema Gestaltung von öffentlichen Räumen in Konstanz mit Blick auf Marktstätte und Münsterplatz: „Gerade diese Beispiele zeigen, dass Bauen eben nicht nur mit Beton und Steinen zu tun hat, sondern zuallererst ein sozialer Akt ist: es geht um das Lebensumfeld der Menschen, um den Raum, in dem sie sich bewegen und leben“, so Rügert.

Die Entwürfe

Dass diese Aussage auch von den Studierenden als besonders wichtig wahrgenommen wird, zeigen ihre Entwürfe. Melanie Plott bezieht in ihrer Präsentation zum Fischmarkt ganz bewusst den Bodensee mit in ihre Planung ein: „Der Fischmarkt dient als Tor zum See und umgekehrt“, meinte die Studentin. Alexandra Lorenz lenkt den Verkehr in diesem Gebiet um und bindet die Gastronomie am Fischmarkt stärker als bisher ein. Auch sie betont die Verbindung zum See. Katharina Bernhart nahm sich die Hofhalde vor. In ihrem Entwurf verwendet sie einen dunklen, untergliederten Bodenbelag, das die verschiedenen Gassen an der Hofhalde vernetzt. Bäume bilden eine Achse hin zur Wessenbergstraße. Dagegen beinhaltet Marlene Markerts Entwurf ein Lichtband, um den Platz spielerisch einzurahmen. Henrike Kielkopf und Sven Simon befassten sich mit dem St. Stephansplatz. Kielkopf entwickelte eine zweigeschossige Lösung für den Untergrund des Platzes, die eine Tiefgarage enthält, um den Platz autofrei zu gestalten. Auch wird die Grund- und Hauptschule am Platz optisch geöffnet und damit präsenter. Sven Simon sieht für den St. Stephansplatz Wassersäulen und Sitzmöglichkeiten sowie eine Gastronomiefläche vor. Bei ihm soll der Platz eine ruhige und helle Ausstrahlung erhalten, wobei er auch an den dort stattfindenden Wochenmarkt dachte. In einem breiten Spektrum bewegen sich die Gestaltungsentwürfe zum Sternenplatz. Hier reichen die Ideen von futuristisch anmutenden Studien, die der Phantasie freien Lauf lassen, bis hin zu detailliert ausgearbeiteten Konzepten, die das gesamte Umfeld einbeziehen und konkrete Lösungen bieten.

Baubürgermeister Kurt Werner beeindruckt

Dass die Studierenden um Professor Leonard Schenk sehr schöne Ergebnisse erarbeiteten, betonte auch Baubürgermeister Kurt Werner. Er zeigte sich beeindruckt von den aufgezeigten Gestaltungsmöglichkeiten und neuen Perspektiven für die Plätze. „Wir freuen uns sehr, dass wir im Technischen Rathaus regelmäßig den Rahmen bieten können, um inspirierende Arbeiten von den Hochschulen / Universitäten der Öffentlichkeit präsentieren zu können“, so BM Werner.

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