Studie der Friedrichshafener Zeppelin Universität: Mehrheit glaubt nicht an Griechenland-Rettung

Drei Viertel der Bundesbürger geht nicht mehr von Rettung Griechenlands aus

Friedrichshafen/Münster. EineErhebung der Friedrichshafener Zeppelin Universität zeigt, dass die Mehrheit der Deutschen an die Pleite Griechenlands glaubt. Drei Viertel der Bundesbürger denken  trotz des  milliardenschweren Rettungsschirms nicht mehr, dass es eine Rettung Griechenlands in der Eurokrise gibt. Und fast ebenso viele fürchten, dass Italien ein ähnliches Schicksal ereilen wird. Das ist das Ergebnis des aktuellen „Vertrauensbarometers Deutschland“ der Zeppelin Universität (ZU) Friedrichshafen und dem Münster Research Institute (MRI).

Den Euro wollen die Deutschen behalten

So zeigt die Untersuchung, dass lediglich 26 Prozent der Befragten meinen, dass Griechenland noch zu retten ist. 71 Prozent erwarten zudem für Italien eine ähnliche Entwicklung wie in Griechenland. Trotz dieser Einschätzung plädieren jedoch 67 Prozent der Befragten dafür, weiter an der Eurozone festzuhalten.

Deutsche verlieren Vertrauen

Die Eurokrise, aber auch Entwicklungen in Deutschland haben zudem dem Verbrauchervertrauen hierzulande einen gehörigen Dämpfer verpasst. „Das allgemeine Vertrauen in die wirtschaftliche Lage und Entwicklung ist derzeit erschüttert“, erklärt Professor Dr. Peter Kenning vom Lehrstuhl für Marketing an der Zeppelin Universität. „Die Treiber sind insbesondere eine sich verschlechternde finanzielle Lage und erhöhtes Schuldenaufkommen oder auch durch die Eurokrise hervorgerufenes erhöhtes Schuldenbewusstsein“, berichtet Tim Eberhardt, der das Vertrauen in die deutsche Wirtschaft innerhalb des „MRI Vertrauensbarometers Deutschland“ untersucht. Das Fazit aus diesen Faktoren sei eine zunehmend schlechte Stimmung und Verunsicherung der Verbraucher.

MRI Vertrauensbarometer ist wissenschaftliche Erhebung

Das „MRI Vertrauensbarometer Deutschland“ beinhaltet eine fortlaufende wissenschaftliche Erhebung, die monatlich die konjunkturelle Einschätzung der deutschen Bevölkerung misst (Bevölkerungsvertrauen). Bei dieser Umfrage werden sowohl Erfahrungen als auch Erwartungen der Menschen abgefragt. So wird beispielsweise nach der vergangenen und zukünftigen Wirtschafts- und Preisentwicklung gefragt wie auch nach der finanziellen Lage des eigenen Haushalts und nach der Sicherheit der Arbeitsplätze. Die Beurteilungen werden dann in einen Index überführt.

Zeppelin Universität an Studie beteiligt

Das 2003 gegründete „Münster Research Institute“ (MRI) mit Sitz im Münsterland verfolgt das Ziel, wissenschaftliche Institutionen wie auch Unternehmen effizient mit hochqualitativen Daten zu versorgen und in ihrer täglichen Arbeit durch ganzheitliche Problemlösungen zu unterstützen. Vor diesem Hintergrund entwickelte das Institut im Jahre 2007 das „Vertrauensbarometer Deutschland“. Hierbei arbeitet das MRI eng mit führenden wissenschaftlichen Forschungsinstituten und Universitäten wie der Zeppelin Universität und dem F&C der Universität Münster zusammen. Den Schwerpunkt hierbei bildet der Bereich Marktforschung.

Foto. Zeppelin Universität

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