Tatjana Wolf über Kritik an Boldt und Folgen fürs Konstanzer Klinikum

FDP-Fraktion schiebt Stellungnahme nach – Debatte kontraproduktiv für Kreislösung

Konstanz. Die FDP Gemeinderatsfraktion hat noch einmal ihr Statement wiederholt und erklärt, sie stehe hinter der Geschäftsführung und dem ärztlichen Direktorium des Klinikums Konstanz. Der Redebeitrag von Dr. Tatjana Wolf in der letzten Gemeinderatssitzung am Donnerstag sei in der Tageszeitung nicht im Sinne der Verfasserin wiedergegeben. Sie hatte in ihrer Stellungnahme, die auch die Stellungnahme der FDP-Gemeinderatsfraktion zur aktuellen Diskussion zum Klinikum Konstanz ist, FWG und SPD kritisiert und gesagt, in der Öffentlichkeit bekomme das Klinikum ein Image, das weder der internen Sicht des Personals noch dem Ruf des Krankenhauses bei Patienten entspreche.

Kritik in Sachen Boldt an FWG und SPD

„Die FDP-Fraktion hat sich in den letzten Wochen bewusst nicht in der öffentlichen Diskussion zur Führung des Klinikums Konstanz geäußert. Wir hielten die Diskussion, ausgelöst von der öffentlichen Rücktrittsforderung der FWG in Bezug auf den Geschäftsführer des Klinikums und Herrn Boldt in der aktuellen Verhandlungsphase um die Kreislösung für ausgesprochen kontraproduktiv. In diesem Punkt unterstützt die FDP-Fraktion vollumfänglich das Antwortschreiben des Oberbürgermeisters an die FWG. Ebenso überflüssig war der Antrag der SPD auf Neuverteilung des Geschäftskreises des Herrn Boldt, der mangels Einvernehmens des Oberbürgermeisters wieder zurück gezogen werden musste. Auch diese Aktion diente nicht gerade der Stärkung eines unserer Verhandlungsführer.“

Klinikum zu Unrecht schlecht geredet

Weiter heißt es: „Darüber hinaus wird über die Rücktrittsforderungen ein Bild vom Klinikum Konstanz gezeichnet, das weder die interne Stimmung noch das äußere Image wiedergibt. So haben sich ein Großteil der Chefärzte und Belegärzte in einem öffentlichen Schreiben hinter die Geschäftsführung und das ärztliche Direktorium gestellt. Der Kontakt zu den niedergelassen Ärzten wird stetig weiter auf- und ausgebaut. Schließlich genießt das Haus auch bei Patienten – soweit mir aus meiner beruflichen und ehrenamtlichen Tätigkeit bekannt ist – einen guten Ruf. Auf den Punkt gebracht: die FDP-Fraktion steht hinter der Geschäftsführung und dem ärztlichen Direktorium des Klinikums Konstanz.“

Der Vorstand der FDP schließt sich dieser Stellungnahme an.

12 Kommentare to “Tatjana Wolf über Kritik an Boldt und Folgen fürs Konstanzer Klinikum”

  1. metapha
    25. November 2011 at 10:11 #

    Frau Wolf sollte mit einer langen Leine am Bein Versehen werden, droht sie doch in hohen Sphären abzugleiten. Nicht eine öffentliche Diskussion um die undurchsichtigen Aktionen am Klinikum haben für Unruhe an selbigem gesorgt, sondern der Versuch eine solche zu verhindern. Frau Wolf sollte nicht den demonstrativen Schulterschluss einer gewissen Minderheit von „Führungskräften“ als Referenz nehmen. Vielmehr die knapp 900 Mitarbeiter des Klinikums sind hier als Referenz zu betrachten! Was bitte Frau Wolf sagen Ihnen diese und was sagen die überproportionalen Kündigungen von Mitarbeitern am Klinikum aus? Es würde auch einer FDP gut stehen, konstruktiv dazu beizutragen Licht in’s Dunkle zu bringen.

  2. Fafnir
    25. November 2011 at 11:38 #

    Geht es auch mal ab und zu um die Patienten?

  3. Tatjana Wolf
    25. November 2011 at 11:50 #

    Klarstellung zum Bericht im Südkurier vom 25.11.2011
    Nachdem nach dem Bericht von Prof. Zantl ohne die an dieser Stelle üblichen Danksagungen kommentarlos zum nächsten Tagesordnungspunkt übergegangen wurde, hat die FDP dem ärztlichen Direktorium und der Geschäftsführung ihr Vertrauen ausgesprochen. Ein Bekenntnis, das in dieser Form – soweit mir bekannt ist – von keiner der anderen Parteien vorliegt. Die Stellungnahme erfolgte in der Sitzung des Stiftungsrates und damit in einem Gremium, das für die politische Diskussion vorgesehen ist – und nicht über die Presse.
    Herr Zieger hat Recht, wenn er schreibt, dass Schweigen in machen Situationen Gold ist. Schade nur, dass sich der Südkurier hieran während der auflagenwirksamen Berichterstattung der letzten Wochen nicht erinnert hat.

  4. metapha
    25. November 2011 at 11:52 #

    Wie bitte meinen Sie das?

  5. metapha
    25. November 2011 at 11:59 #

    Meine Frage „Wie bitte meinen Sie das“ bezieht sich auf die Frage von Fafnir !

  6. Fafnir
    25. November 2011 at 12:09 #

    Überlegen Sie mal, wozu so ein Krankenhaus eigentlich da ist. Dann erübrigt sich Ihre Frage.

  7. B. Lange
    25. November 2011 at 13:44 #

    Woher bezieht Frau Wolff die Kenntnis, dass der Ruf des Krankenhauses bei Patienten gut sei?
    Vor drei Jahren war ich, nach einem Unfall, Patient in diesem Haus. Ich hoffe, dass ich nie wieder dorthin muss. Weder für eine OP noch die „Pflege“ danach.

    Ich wünsche allen Patienten, dass sie bessere Erfahrungen machen werden.

  8. metapha
    25. November 2011 at 14:17 #

    @Fafnir. Warum wollen Sie mir dabei denn nicht behilflich sein?

  9. dk
    25. November 2011 at 20:11 #

    Falls jemand das Klinikum oder neue Ärztehaus besuchen oder einen Patienten dort abliefern will, sollte der folgende Skizze studieren:
    http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/konstanz/Die-grosse-Parkplatzfrage;art372448,5061611

    Die Parkplätze sollen in den Jahren 2015/2016 fertig sein. Der Artikel stammt vom August 2011.

    Bei der Google-Suche wurden „klinikum konstanz parkplatz“ eingegeben: weitere Websites waren ergebnislos. Auch die Klinikums-Website ist nicht aktuell: http://www.klinikum-konstanz.de/info/klinikum/lage.html#

    :-(

  10. Tilmann Breetsch
    25. November 2011 at 21:00 #

    Konstanzer! Seid doch stolz auf Euer Krankenhaus! Möglicherweise durch die bloße Anwesenheit dieses Krankenhauses bin ich so gesund, daß ich dort bis auf einige verletzungsbedingte Notaufnahmenbesuche noch nie „drinnen“ war. Ich kenne einige im Verwandten- und Freundeskreis, die dort behandelt wurden. Man glaubt es kaum: Zur vollsten Zufriedenheit! Außerdem kenne ich eine Ärztin, die dort als Assistenzärztin ein paar Jahre angestellt war und trotz der hohen Belastung durch nervige Verwaltungsaufgaben und ständigen Diensten mit Freude und engagiert ihren Job erledigte. Ebenso die Pfleger und Schwestern auf dieser Station. Höchst engagiert, hochprofesionell und mit Herzblut dabei. Trotz enormer Belastung. Und auch in der Freizeit ein Team und Freunde. Ich verstehe dieses ständige Schlechtmachen nicht. Was B. Lange (Kommentar #7) erlebt hat, war sicherlich nicht schön. Aber ist das die Regel? Nein. In dieses Krankenhaus wurden in den letzten Jahren von der Spitalstiftung und der Stadt enorme Summen investiert. Es wurde „flott“ gemacht. In diesem Krankenhaus arbeiten hoch engagierte Menschen. Weitere Investitionen stehen in den nächsten Jahren an. Und was tun die Konstanzer? Das was die meisten hier immer tun: Maulen. Schlecht machen. Meckern. Im Übrigen wäre die Krankenhausführung durchaus in der Lage, die bisher von der halben Stadt diskutierten Probleme selber in den Griff zu bekommen. Aber da das Krankenhaus ein öffentliches ist, kann nun einmal jeder, der sich dazu berufen fühlt, hineinquatschen und seinen Senf dazugeben. Unser Land besteht offensichtlich nicht nur aus lauter Bundestrainern, sondern auch noch aus lauter Krankenhausexperten.

  11. dk
    26. November 2011 at 08:37 #

    @Tilmann Breetsch … Möglicherweise durch die bloße Anwesenheit dieses Krankenhauses bin ich so gesund …

    Die Bemerkung könnte missverständlich als „Angst vor Krankenhausbesuchen“ ausgelegt werden.
    Bei manchen dürfte die Geldfrage eine Rolle spielen, z.B. wenn man sich als CH-Grenzgänger für eine Privatversicherung entschieden hatte, erscheint Prävention schon finanziell angesagt.

    Falls sie einen Blog über positive und negative Erlebnisse im Krankenhauswesen der Bodensee-Landkreise anregen möchten, dürfte dieses ein interessantes Projekt werden, was die Besuchszahlen von Online-Zeitungen in den Schatten stellen dürfte. Man kann den Bereich auch auf ganz (Süd-) Deutschland ausweiten, damit die Stories nicht einzelnen Krankenhäusern zuzuordnen sind, damit der Unterhaltunswert nicht vor der Justiz diskutiert wird.

    Zuviel TV-Sehen (besonders bei Krankenhaus-Soaps) kann einen Besuch beim Augenarzt notwendig werden lassen.

  12. metapha
    26. November 2011 at 10:24 #

    Um es klar zu sagen, natürlich bin ich stolz auf die von den Mitarbeiter erbrachten Leistungen. Allerdings versucht Frau Wolf hier etwas unter den Teppich zu kehren. Nicht nur bei vielen Beschäftigten sondern auch bei vielen Zuweisern sitzt der Stachel noch sehr tief. Es gab sowohl politische als auch Fehler des Mangements bzgl. der Vorkommnisse um Herr Müller-Esch. Einen nicht unwesentlichen Teil dazu hat neben Herrn Boldt auch ein Herr Zantl mit seinen – sagen wir mal – zweifelhaften Aussagen beigetragen. Die Räte haben sich unter diesem Hintergrund zu zwei weiteren Kündigungen ausgesprochen, welche vor dem Arbeitsgericht bekanntermaßen keinen Bestand hatten. Diese Räte haben diese Art des Vertrauensverlustes gegenüber Herr Zantl bei von Frau Wolf erwähnter Sitzung zum Ausdruck gebracht. Frau Wolf, selbst Juristin spricht für die FDP Fraktion im GR der Geschäftsleitung und somit Herr Zantl sein Vertrauen aus. Soviel Lobhudelei macht eben mehr als nachdenklich. Die FDP Konstanz wird nicht zu einer politischen Aufarbeitung beitragen – können!

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