TWF kündigt Vertrag mit TelDaFax

Stromkunden mit Vorabkasse haben jetzt ein Problem – Strom kommt jetzt von TWF

Friedrichshafen. Die Technische Werke Friedrichshafen GmbH (TWF) hat den Vertrag mit TelDaFax gekündigt. Hintergrund sind hohe Außenstände, die der Strom- und Gaslieferant mit Sitz im Rheinland bei der TWF hat. Das teilten die TWF am Freitag mit. Auch in Konstanz hat das Unternehmen TelDaFax nach Auskunft der Stadtwerke etwa 300 Kunden. Hier gehen die Lieferungen noch weiter. Nähere Auskünfte wollten die Stadtwerke momentan aber nicht geben.

TelDaFax zahlte nicht für Netz

TelDaFax habe TWF-Rechnungen für die Nutzung des TWF-Strom- und Gasnetzes über Monate hinweg nicht gezahlt. „Mehrfache Mahnungen blieben ohne Reaktion“, berichtet TWF-Pressesprecher Sebastian Dix. „Deswegen mussten wir hier einen Schlussstrich ziehen.“

Strom kommt jetzt von TWF

Für die Kunden im Netzgebiet der TWF bedeutet das, dass TelDaFax sie nicht mehr mit Strom und Gas beliefern kann. „Strom und Gas fließen aber natürlich weiter“, beruhigt Dix. Das Energiewirtschaftsgesetz sieht für solche Fälle die Ersatzversorgung vor. Das heißt, der Netzbetreiber TWF ist verpflichtet, die Kunden unterbrechungslos zu beliefern.

Problem bei Vorauskasse

Ärgerlich bleibt es dennoch. Denn speziell TelDaFax hätten, so die Information von TWF, viele Lieferverträge mit Vorauskasse abgeschlossen. Kunden zahlen ihren Jahresbedarf dabei im Vorhinein. Dieses Geld ist nun zunächst einmal weg. „Wir empfehlen den Kunden, bei TelDaFax ihr Geld zurückzufordern“, rät Dix.

TWF wartete erst einmal ab

Die TWF sei nicht der erste Netzbetreiber, der TelDaFax „den Hahn zudreht“. In den letzten Wochen und Monaten hätten bereits viele Netzbetreiber einen ähnlichen Schritt gemacht, so der Pressesprecher: „Wir haben länger gewartet, in der Hoffnung, dass die Rechnungen doch noch bezahlt werden.“ Das sei jedoch nicht geschehen.

TWF macht TelDaFax-Kunden Angebot

Den neuen Fall nimmt Dix zum Anlass, vor Vorauskasse-Verträgen zu warnen: „Das Angebot ist vielleicht günstig, aber das Risiko hoch.“ Wer seinen Jahresbedarf nicht genau treffe, der zahle oft drauf. Und im Fall einer Pleite des Anbieters ist unter Umständen sogar das gesamte Geld weg. Die betroffenen Kunden habe die TWF bereits angeschrieben. „Wir versuchen zu helfen und ein gutes Angebot zu machen“, so Dix. „Uns ist klar, dass es auch bei den Kunden um viel Geld geht.“

Stromkunden in vielen Städten betroffen

Der Strom-Discounter hat in Deutschland mehrere Hunderttausend Kunden. Viele Teldafax-Kunden – nicht nur in Friedrichshafen – bekamen bereits Post vom lokalen Netzbetreiber. Betroffen waren unter anderem Stromkunden in Bielefeld, München und Stuttgart. Hintergrund: Teldafax hat Gebühren für die Nutzung der Strom- und Gasnetze nicht rechtzeitig gezahlt.

Hier geht es zu einem Beitrag von Stiftung Warentest zum Thema.

Foto: Foto: Tobias Kunze PIXELIO www.pixelio.de

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