Überlingens langer Weg mit den SWÜ ins schnelle Internet

DSL-Versorgung im Überlinger Gewerbegebiet Oberried und Teilorten längst nicht perfekt

Überlingen (wak) Im Juli vergangenen Jahres entschied Überlingen, dass die SWÜ das Gewerbegebiet Oberried an die schnelle Datenautobahn anschließen sollen. Noch ist die Datenautobahn nicht da. Zehn Monate später ist es  immerhin schon soweit: Die Stadtwerke Überlingen (SWÜ) beginnen mit der detaillierten Bedarfsanalyse für die DSL-Erschließung im Gewerbegebiet Oberried. Bis schnelles Surfen im Internet möglich ist, wird es folglich noch länger dauern.

Telekom zögerte mit klarer Terminangabe

Bis vergangenes Jahr lag der Stadt nur ein Angebot der Deutschen Telekom AG für den DSL-Anschluss im Gewerbegebiet vor, das die Stadt ohne zugesichertes Fertigstellungsdatum mit einseitigem Kündigungsrecht seitens der Telekom bis zu 18 Monaten gebunden hätte, so die Stadt. Wann das Gewerbegebiet spätestens ans schnell Datennetz angeschlossen worden wäre, sagte die Telekom nach Angaben der Stadt damals nicht.

Oberbürgermeisterin switchen auf SWÜ um

Die Stadt Überlingen hat sich daraufhin entschieden, die DSL-Versorgung mit ihren Stadtwerken auszubauen. Am 29. Juli vergangenen Jahres erfolgte die Entscheidung. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Überlingen stimmte dem Wechsel zu. Die Zulässigkeit der Erweiterung des Gesellschaftszwecks wird offenbar aktuell aber  noch immer vom Regierungspräsidium Tübingen geprüft. So heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Das O.K. sollte ursprünglich bereits an Weihnachten vorliegen. Damals gab es aber Mängel im Antrag.

Glasfaserkabel versprochen

Die Stadt geht inzwischen davon aus, dass die SWÜ die besseren Technologie hat: im Gegensatz zur Telekom würden von der SWÜ keine Kupfer- sondern Glasfasernetze verlegt. “Dies stellt eine langfristigere und nachhaltigere Investition für die Stadt und keine kurzfristige Zwischenlösung dar”, so die Stadt.

Mit Telekom wäre schnelles Surfen ab August möglich

Die Telekom hatte vier Monate später im November, als die Entscheidung bereits gefallen war, der Stadt angekündigt, einen Vertragsentwurf mit Fertigstellungsdatum 31. Juli 2010 zuzusenden. Doch da war die Telekom schon nicht mehr im Spiel.

SWÜ in Bambergen und Deisendorf

Für Bambergen und Deisendorf werde derzeit so wie im Gewerbegebiet ebenfalls eine Kooperation mit den Stadtwerken favorisiert. Sollte eine Kooperation aus wirtschaftlichen Aspekten nicht möglich sein, werde eine Kooperation mit den Nachbargemeinden angestrebt, teilte die Stadt mit.

Lippertsreute mit Ernatsreute miserabel angebunden

Eine Analyse habe ergeben, dass Lippertsreute mit Ernatsreute die schlechteste Versorgung innerhalb Überlingens aufweisen. Nach einer Ausschreibung 2009 wurde nach Angaben der Stadt die Telekom mit der Breitbandversorgung beauftragt, ein Kooperationsvertrag zur Umsetzung innerhalb zwölf Monate sei zu Jahresbeginn unterzeichnet worden. “Nach Abschluss der Bauarbeiten werden Internetanschlussmöglichkeiten zwischen sechs und 16 Mbit/s zur Verfügung stehen”, so die Stadt. Die Stadt übernimmt offenbar einen Teil der Investitionskosten.

Hödingen, Nesselwangen und Bonndorf in Warteschleife

Zur Versorgung der Ortsteile Hödingen, Nesselwangen und Bonndorf will die Stadt Überlingen einen Antrag für das Förderprogramm „Breitbandinfrastruktur ländlicher Raum“ einreichen. Hierzu würden aufgrund möglicher Trassenvarianten Kosten – auch abschnittsweise – für die Verlegung von Leerrohren und/oder Glasfaserkabel ermittelt. Ausreichend ist die Versorgung mit DSL offenbar im Stadtgebiet und in Nußdorf.

Foto: tommyS PIXELIO www.pixelio.de

Ein Kommentar to “Überlingens langer Weg mit den SWÜ ins schnelle Internet”

  1. ...jetzt ich
    23. Mai 2010 at 09:45 #

    Ein Trauerspiel
    Da gibt es ein Gewerbegebiet, dessen Betriebe einen nicht zu verachtenden Beitrag am Gewerbesteueraufkommen erwirtschaften. Die dort zur Verfügung stehende Bandbreite der Anschlüsse von 1 MBit/sek. wird als „steinzeitliche“ Technik bezeichnet. Das ist nicht viel angesichts der Tatsache, dass heute die Anforderungen an die Datennetze sprunghaft steigen. Hier gehts um Wettbewerbsfähigkeit und damit im Endeffekt um Arbeitsplätze und Steuern.
    Auch in Lippertsreute/Ernatsreute, dem „Tal der Dunkelheit“ gibt es Teilnehmer, die mit ihren Anschlüssen versuchen ein Gewerbe zu betreiben und Geld zu verdienen. Von 1 MBit/sek. können jene nur träumen und wären froh, sie wären wenigstens schon mal in der zitierten Steinzeit angelangt. Dort wird noch immer mit Trommeln und Rauchzeichen gearbeitet.
    Und dann gibts da eine Stadtverwaltung, eine Telekom, eine SWÜ …….. und es gibt eine unselige Diskussion um das Wann, das Wie, das Wer (oder wer nicht?) Da wird von einem Glasfasernetz geträumt, wo eine 16.000 DSL-Leitung schon traumhaft wäre – und diese Leitung könnte heute durch die Telekom schon realisiert sein. Dabei hat die SWÜ bis heute noch nicht einmal die Genehmigung, das Glasfasernetz zu bauen.
    Eine Breitbandanbindung ist aktive Wirtschaftsförderung ….
    und damit Standortsicherung von Betrieben …
    und damit von Arbeitsplätzen …
    und last but not least von Gewerbesteuern – Steuern die ein städtischer Haushalt dringend braucht.

    Das ist Chef-Sache mit oberster Priorität. Statt dessen werden Mißstände verwaltet und so lange steigen weiterhin Rauchzeichen in den Himmel und in der Ferne hört man die Trommeln ……

    Citta Slow im wahrsten Sinn des Wortes

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