Überlinger Oberbürgermeisterin kommt mit guten Nachrichten über LGS 2020 zurück

Überlingen/Tübingen. Die Stadt Überlingen entscheidet  in diesem Jahr über ein wichtiges Stadtentwicklungsprojekt. Wenn die Stadt die Landesgartenschau 2020 ausrichtet, kann sie Infrastrukturprojekte auf den Weg bringen, für die ihr ohne Landesgartenschau das Geld fehlen würde. Nach einem Gespräch beim Regierungspräsidium am gestrigen Donnerstag zeigte Oberbürgermeisterin Sabine Becker erfreut. Das teilte der städtische Pressesprecher Raphael Wiedemer-Steidinger heute in einer Medienmitteilung mit. Überlingen hatte sich 2009 nach dem Scheitern des Projekts IGA 2017, an dem mehrere Bodenseestädte beteiligt gewesen wären, für eine Landesgartenschau beworben.

Nach dem Scheitern der IGA 2017

Der Landtagsabgeordnete Ulrich Müller (CDU) sagte am Rande des Überlinger Neujahrsempfang, dass er bereits 70 Millionen Euro Fördermittel für die Internationale Gartenbauausstellung IGA 2017 am Bodensee akquiriert hatte. Die Städte Friedrichshafen und Konstanz verfolgten das Großprojekt  IGA 2017 damals aber nicht konsequent genug. Konstanz schielte damals schon auf das Konziljubiläum 2014-2016. Andere Städte wie Radolfzell, Überlingen, Lindau oder Meersburg hatten damals zu wenig Gewicht, um die IGA 2017 ohne Unterstützung der zwei größten Städte am Bodensee in die Region zu holen. Jetzt möchte die Stadt Überlingen die Chance ergreifen und die LGS 2020 ausrichten.

Dreistündiges intensives Gespräch

Zwei Abteilungspräsidenten und mehrere Referatsleiter hätten in einer dreistündigen Sitzung der Überlinger Stadtverwaltung, darunter Oberbürgermeisterin Sabine Becker und Baubürgermeister Ralf Brettin, die in Zusammenhang mit der Landesgartenschau für die Stadtentwicklung in Frage kommenden Förderprogramme und deren Antragskriterien dargelegt. Sabine Becker erklärte hinterhrer, das Gespräch sei sehr zielführend und von einer konstruktiven Stimmung geprägt gewesen.

Stadtentwicklungsprojekte einzeln aufgelistet

Bürgermeister Ralf Brettin und Abteilungsleiter Roland Leitner gingen in Tübingen Punkt für Punkt die mit der Landesgartenschau im Zusammenhang stehenden Stadtentwicklungsprojekte wie die Realisierung des Uferparks West mit der Renaturierung des Bodenseeufers sowie der Umwandlung der Industriebrache in eine Parklandschaft, wie das Parkhaus „Neues Ufer“ beim Bahnhof Therme oder die Änderung der Verkehrsströme am Stadteingang West sowie die Sanierung der Promenade und der Stadtmauer durch.

Fördertöpfe öffnen sich

Die Vertreter des Regierungspräsidiums nannten als mögliche Fördertöpfe, aus denen sich die Stadt bedienen könnte, insbesondere den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), das Förderprogramm für kommunale Tourismusinfrastrukturprojekte, das Landessanierungsprogramm, das Städtebauförderungsprogramm sowie das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG)und den Ausgleichsstock. Bei einigen Förderprogrammen besteht – das steht so auch in der Pressemitteilung – eine „klare Priorisierung und Bevorzugung von Städten, die eine Landesgartenschau ausrichten“.

Maximalbeträge genannt

Das Regierungspräsidium erklärte auch, welche Förderhöhen die Stadt Überlingen „im günstigsten Falle erwartet könne“. Die Gesprächspartner erklärten aber, dass „definitive Aussagen zu konkreten Förderhöhen“ erst nach Einreichung der Einzelanträge inklusive der erforderlichen Detailunterlagen mit Plänen und Kostenschätzung erfolgen könne.

Stadt muss nach Bürgerentsscheid Anträge stellen

Sofern sich die Überlinger Bürgerinnen und Bürger für die Landesgartenschau 2020 entscheiden, müssten erste Anträge für bestimmte Infrastrukturprojekte bereits zum 31.10.2013 gestellt werden.

5 Millionen Euro sind fix

Gartenbaudirektor Erich Herrmann vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, der ebenfalls anwesend war, sagte, dass unabhängig von der Förderung dieser Infrastrukturprojekte die Stadt Überlingen 5 Millionen Euro aus Landesprogramm „Natur in Stadt und Land (Landesgartenschauen)“ erhält, sofern sie die Landesgartenschau 2020 ausrichtet.

Stadt erstellt Zeitplan

In den nächsten Wochen werde, wie die Stadt angekündigte, das Team um Bürgermeister Ralf Brettin einen Gesamtzeitplan erstellen, in dem Realisierungsschritte der einzelnen Projekte rund um die Landesgartenschau zusammen in einem Zeitstrahl abgebildet sind.

Infos in Bürgerversammlung

Die einzelnen Stadtentwicklungsprojekte mit dem möglichen Gesamtzeitplan sowie die Plaette der Fördermöglichkeiten will die Stadt in einer Bürgerversammlung am 20. März im Kursaal vorstellen.

Fortsetzung nach Bürgerentscheid

Der nächste Termin mit der Arbeitsgruppe des Regierungspräsidiums Tübingen findet nun nach dem Bürgerentscheid statt – sofern er pro Landesgartenschau ausgeht.

2 Kommentare to “Überlinger Oberbürgermeisterin kommt mit guten Nachrichten über LGS 2020 zurück”

  1. eikju
    25. Januar 2013 at 14:21 #

    „Die Hoffnung stirbt als Letztes“

    Zur Heimkehr der Überlinger LGS-Bittsteller in Tübingen fällt mir
    nur folgender Klassiker-Spruch aus FAUST, Tragödie erster Teil ein :

    „Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor !“

  2. Hans Paul Lichtwald
    26. Januar 2013 at 12:30 #

    Ich begreife die Überlappung der Themen nicht ganz: Was will Herr Müller mit seinen 70 Millionen Euro? Die hätte er ja gleich in seinen kränkelnden Tourismus-Club am Bodensee investieren können! Überlingen und der Oberbürgermeisterin ist eine störfeuerfreie Landesgartenschau 2020 zu gönnen. Da hat Singen 2000 eine Menge lernen müssn. Andreas Renner hatte Glück mit dem Wetter, sonst wären die Mehrausgaben schmerzhaft geworden. Und: War die Landesgartenschau 2000 dann auch wirklich nachhaltig? Singen hat es für das eigene Selbstbewusstsein gut getan. Damit hielt sich die Kritik hinterher in Grenzen. Will Überlingen alles besser machen, lohnt sich der Erfahrungsaustauch mit jenen kritischen Geistern, die deshalb keinen Schaum vot dem Mund hatten.

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